Mit Holz heizen?

27.08.2008



Hallo,
war lange nicht hier (das komm davon wenn man (mehr) Kinder kriegt ;)).
Wir sind bei der Kostenkalkulation und denken darüber nach komplett mit Holz (hauptsächlich, aber nicht nur, Scheitholz)zu heizen.
Wonach muss ich da suchen? Holzvergaserheizung??? Kann man damit auch das Wasser erhitzen (neben Solar)?
Danke,
Natalie





Klar, aber Anbieter gibt es wie Sand am Meer.
Wenn Sie mit Solar kombinieren wollen, gehen Sie mal zu Wagner + Co. (Cölbe).
Bei den Scheitholzkesseln spielen oftmals Fragen des Gewichtes, der Demontierbarkeit und der Aufstellmöglichkeit , z.B. Türenbreite, eine Rolle.
Akzeptabel schienen mit immer die Kessel für 50cm-Scheite von Buderus.
Für eine komplettere Marktübersicht mit Entscheidungskriterien würde ich selber wohl einen ganzen Tag benötigen.

Eine Alternative können Pellets-Kessel sein. Marktübersicht in: "Haus und Energie" Ausg. Mai,Juni 08.

Grüße



Holzheizung - Pelletsheizung



Ich kann Ihnen den Guntamatic BMK empfehlen.www.guntamatic.com Der Kessel hat eine Edelstahlbrennkammer für 50 cm. Stücke Holz,wahlweise mit autom.Zündung und kann in geteilter Ausführung geliefert werden.Alternativ baut Guntamatic Top Pelletsanlagen.Weiterhin ist der SHT-Kessel TDA eine Anlage mit der man Holz und Pellets vollautomatisch verbrennen kann.www.sht.at Wir haben gerade eine solche Anlage in Betrieb genommen.Der Kessel ist mit 750 kg sehr schwer und nur in einen Heizraum ebenerdig gelegen, einzubauen.Gruss aus Bad Nauheim Bruno Müller



Holz-Heizung..



das kann alles funktionieren. Klappt bei uns auch. Ca. 180 m² nur Holzvergaser (Buderus)1500 L Puffer und Solar 400 l für Warmwasser. Verbrauch ca. 20 -25 rm. Alles prima, wenn man:
*den Dreck nicht scheut
*die Arbeit nicht scheut
*den Platz hat für Holz und Anlage
und ganz wichtig: relativ günstig an Holz kommt.
Alles Gute

Stefan



Mit Holz heizen?



Hallo Natalie,

aus ökologischer Sicht und im Hinblick auf immer weiter steigende Energiekosten ist das sicher die richtige Entscheidung.

Beachtet dabei aber, dass es ein nicht zu unterschätzender Aufwand ist, für die entsprechende Menge an Brennstoff zu sorgen. Sowohl logistisch als auch kräftemäßig, wenn es denn selbst gemacht wird.

Außerdem muss genug Platz für die Lagerung vorhanden sein.

Wir heizen auch komplett mit Holz (Heizung und Warmwasser). Bedarf für 200 qm: ca. 25 Raumeter Buchenbrennholz pro Jahr (also für 12 Monate, nicht nur für den Winter). Ich habe mich damals für einen Holzvergaser der Firma Eder (Österreich) entschieden. Bin auch sehr zufrieden damit.
Bisher läuft die Anlage (hat jetzt 12000 Betriebsstunden auf der Uhr) völlig fehlerfrei. Der Heizungsbauer hat den Heizungsraum seit dem Einbau in 2005 nicht mehr betreten müssen ;-)).

Gruß
Martin



Da war Stefan...



...schneller. ;-))

Meine Aussage ist aber fast deckungsgleich mit seiner.



Tolle Sache,



wenn Sie die Zeit und Kraft investieren ist eine Holzheizung mit Scheitholz eine preisgünstige und "Co2 neutrale" Sache. Ich kann Ihnen hierzu die Zeitung "Haus & Energie" empfehlen. Gehen Sie mal auf deren Webseite www.hausundenergie.de, dort gibt es unter dem Menü Archiv die Zeitungen der letzten Jahre als PDF Download mit Testberichten.
Ein Tipp möchte ich noch mitgeben. Falls Sie Skifahrer sind und im Winter eine oder mehrere Wochen in Urlaub fahren dann benötigen Sie jemand der Ihr Haus heizt. Die Heizung läuft mit Scheitholz maximal 1 bis 2 Tage je nach Pufferspeicher. Bitte dies bei der Auswahl bedenken.

Gruß T. Bucher



Arbeit und Lagerung



Danke für die Antworten.
Was den Aufwand und die Lageru angeht, die Arbeit kennt mein Mann schon, denn das macht er zur Zeit quasi beruflich und Platz zum Lagern haben wir auch :)
Ebenerdigen Heizraum haben wir auch geplant und Zugang wird wohl kein Prolem sein.
Also danke nochmal :) ich melde mich bestimmt wieder, evtl üers Profil der Leute die persönliche Erfahrung haben.
Natalie



"Mein Mann kennt das schon!"



Hallo Nadine,

dass dein Mann das schon kennt, weil er das ja schon öfter gemacht hat, oder gar beruflich, ehrt ihn ungemein.

Ihr solltet aber nicht ausschließen, dass "Mann" sich irgendwann fragt, ob es noch andere Dinge gibt als sich jeden Winter dreiviertel der Wochenenden im Wald um die Ohren zu hauen.

Auch das gehört zu den "logistischen" Herausforderungen einer Scheitholzheizung!

Nur so, als Gedanken"futter" für die weitere Planung ;-))

Grüße
Martin



Mein Mann....



der will das ja so und dann will ich im EINMAL seinen Willen lassen :) Er hat ja auch ne Motorsäge ;)
LG,
Natalie



Holzheizung



Wir heizen seit 2001 nur mit Solar und Stückholz.
Je nachdem wieviel Sonne Eure Wohngegend hat, ist die Unterstützung der Sonne auch im Winter sehr spürbar. Wenn Euer Haus gut isoliert ist und ihr einen sehr grossen Speicher einbaut, könnt Ihr den Speicher ganz aufladen und das Haus nur auf etwa 12 Grad heizen - und dann durchaus mal länger als nur 2 Tage weg. Dies hat auch die angenehme Nebenwirkung, dass man oft nur einmal die Woche anfeuern muss.
Das Haus meiner Schwiegereltern wurde, bevor sie ganzjährig dort wohnten, nur mit einer Solarheizung (12 m2, 1700 l Speicher) den ganzen Winter über problemlos frostfrei gehalten. Wir haben Temperaturlogger ausgelegt; die Temperatur sank nie unter 8 Grad. Es ist allerdings eine auch im Winter sonnenreiche Gegend in den Zentralalpen.

@ M. Wittwar: "ob es noch andere Dinge gibt als sich jeden Winter dreiviertel der Wochenenden im Wald um die Ohren zu hauen": Manche Menschen machen sowas gern. Dreiviertel Winterwochenenden ist aber stark übertrieben. Man kann es ja auch geschickt und effizient machen. Und, (und da haben Sie recht): man sollte die Logistik durchdenken. Der Heizraum muss unbedingt per Schubkarre vom Holzlager her erreichbar sein, und die Anschaffung einer grossen Bandsäge oder Brennholzfräse (gibts gebraucht für ein paar hundert Euro) lohnt sich.



Stark übertrieben??



@Jens Paulsen,

habe vergessen zu erwähnen, dass unser "Hauswald" FFH- Gebiet ist. Also ein Naturschutzgebiet gemäß Europäischer Naturschutzrichtlinie. Da hat von Ende März bis Ende August Ruhe zu herrschen. Auch für die Brennholzwerber (Europa sei Dank;-)).

Wenn es also gilt, mit zwei Armen und zwei Beinen (gegebenenfalls mit etwas maschineller Unterstüzung) 25 bis 50 Raummeter Brennholz zu werben (die Nachbarn haben ja auch Bedarf), hängt man wirklich dreiviertel des Winters im Wald. Ist meine Erfahrung!

Ist das bei euch anders??

gespannte Grüße
Martin





Ich brauch so etwa 10 Fm im Jahr, und die kommen von überall her; der ganze Wald hier ist voll Holz, das niemand nimmt, weil es eben mit Arbeit verbunden ist. Der Forstdienst lässt sowieso alles unter 10 cm Durchmesser liegen. Wenn man dann noch wie ich eine Jäger- und Sammler-Mentalität hat, kommt schon einiges zusammen. So komme ich fast immer mit einer Ladung Brennholz zurück, wenn ich Müll wegbringe, weil gleich daneben der Strassenunterhalt die Deponie hat, und die sind sogar noch froh, wenn man Äste usw. mitnimmt, weil sie dann weniger häckseln müssen ...
Jedenfalls habe ich noch nie Brennholz gekauft.
Das ganze ist von wegen Energiesparen und Klimadiskussion ärgerlich bis schwer verständlich, auch wenn ich davon profitiere.
Aber bei 25 -50 Fm pro Jahr wird es ja wirklich Arbeit, einverstanden!



Na da müsste ich ja...



..tagtäglich mit dem Anhänger durch die Gegend fahren;-))

Nee, im Ernst, alles was im Durchmesser "unter Armdicke" ist bleibt liegen (noch). Weil uneffektiv.

Kann sich aber alles noch ändern. Die Ölpreise werden es offenbaren!

Gruß
Martin



@Martin



jaa da sind tolle Dinge im Gange bezüglich Waldresthölzer.
Ein großer R-heinisch-W-estfälischer-E-nergieerzeuger baut derzeit bei Erndtebrück nen Kraftwerk mit einem Verbrauch von ca. 90.000 to Reisigbündeln. Und weil man für son Werk nen konstanten Wärmeabnehmer braucht, bauen die noch ein Pelletwerk daneben. Von diesen Kraftwerken sind angeblich 10 (in Worten zehn) in NRW geplant.Es gibt aber nur ein Waldrestholzaufkommen von ca. 700.000 to. Dann wird die Biomasse knapp im Wald. Und bestimmt wird alles noch gut subventioniert. Hach ich könnt mich grad ereifern...

Grüße aus dem Bergischen

Stefan



Hallo Natalie



wenn Ihr mit Holz über einen Pufferspeicher heizt, kann auch wenn die Flächen günstig sind sich die Solaranlage gut rechnen.
Ist dann auch praktisch wen man im Sommer nicht den Ofen zünden muss.

Grüße Gerd