Hohlraum in Keller neben Waschküche - Haus von 1929 - was ist das?

28.04.2016



Hallo liebe Forumsmitglieder,

wir haben ein Haus von 1929 gekauft und sind jetzt dabei zu renovieren.
Nachdem wir die Tapete abgezogen haben kam Schimmel und eine Feuchte Wand zum Vorschein. Die feuchte Wand befindet sich seitlich am Treppenabgang zum Keller. Der Schimmel ist auf Ebene Boden EG - die Feuchtigkeit kommt von unten. Hinter dieser Wand ist der Kamin (zweizügig 20/26 und 13/20). Ich habe die Ausschnitte aus den Plänen angehängt. Seitlich vom Kamin im Keller ist ein zugemauerter Hohlraum über dem sich das WC befindet.

Für eine bessere Einschätzung der Situation habe ich Ausschnitte der Ursprungspläne angehängt.

Hat jemand eine Idee was das sein?

Unser Architekt hat so etwas noch nicht gesehen.
Danke schon mal im voraus für die fachkundigen Infos.
Leonie





Sorry das waren die falschen Bilder - wer mit dem Computer umgehen kann ist im Vorteil .-;



Wo genau ist der Hohlraum,



bitte mache ein Kreutz oder farbiiges Zeichen wo der Hohlraum sein soll.
Wenn der Hohlraum neben der Küche ist, dann könnte dies ein ehemaliger Vorratskellerchen gewesen sein. Eine Art Ökokühlschrank.
Wir haben zwei von solchen Kellerchen in unserem Bauernhaus.

Wenn da Feuchtig ist, müßen die Außenmauern freigelegt & trockengelegt werden. Eventuell mit Katuschen oder Drenagen.
Im Innern, Paterre, würd ich daher empfehelen, sämtliche Wände mit Kalkputz zu versehen. Das verbessert das Rauklima- & die Raumfeuchte.
Und möglichst nur offene Farben wie Silkat oder Kasein verwenden. Möglichst keine Tapeten.
Ich bin gerade selbst dabei solch einen feuchte kritischen Raum mit Klakputz zu sanieren. Was sich alleine durch die Abnahme der 50 Jahre alten Tapete verbesserte ist unglaublich. Dazu der neue Kalkputz im gesammten Raum ...





Hallo Schrauberfee,
Danke für Deine Tipps. Wir haben schon mit dem Maler vereinbart, dass mit Kalkputz (nutzt Keim-Farben) gestrichen wird.

ich kann es leider nicht markieren. Es ist die Raum, der 1,35 breit und 1 m tief ist. Dieser Raum befindet sich im Keller und hat nur ein kleines vergittertes Fenster in der Größe eines DIN A4 Blatts.
Leonie



Dann würd ich schauen ...



das der Keller gefüllt & gedämmt wird.
Zuvor würd ich schauen wo das Wasser herkommt. Nicht das das Wasser weiter die Wände aufsteigt.
Schauen Sie, das Sie jemanden finden, der noch richtig Verputzen kann. Gerade bei Kalkputz ist das so'ne Sache.
Leider ist Trockenbau in Mode & niemand mehr ist in der Lage Wände zu verputzen ...
Hier mal ein Link zu unserem Projekt.
http://frausonneland.xobor.de/t4f7-Die-Gute-Stube-der-Anfang-ist-getan.html



Kondensatfeuchte



Was bitte sind "Katuschen"?



Kartuschen ...,



es werden Löcher ins Mauerwerk gebohrt, spezielle Kartuschen in die Bohrlöcher gesteckt & das Mauerwerk mit speziellem Silkonharz befüllt. Damit werden Mauerwerke trocken gelegt.
http://www.veinal.info/vss.htm
Eine andere Methode ist, es wird das Fundament Meter für Meter durchgesägt & eine neue Absperrbahn eingelegt.

Gerade bei alten Bauten muß darauf geachtet werden, das das Grundfundament nicht beschädigt wird.
Unsere Mühle steht z.B. auf Schieferplatten. Ist die diese Schicht beschädigt, kann Nässe von unten ins Mauerwerk nach oben steigen.



Danke Herr Böttcher



ich habe grade ihr Vademekum für den Keller gelesen. Eine äußerst hilfreiche Beschreibung. Wenn ich es richtig beurteile wurde an unserem Haus m.E. der falsche Verputz außen verwendet, da dieser blasenförmig abplatzt und darunter rieselt mir Sand entgegen. Außerdem wurde im Keller innen abgedichtet mit Gipskarton?. Dort sieht man auch Wasserflecken und Schimmelspuren. Wir werden uns dazu nochmal mit dem Maler beraten wie wir damit umgehen sollen. Der kennt die meisten Häuser im Ort und hat auch einige Jahre Erfahrung. Der Keller soll ein Keller bleiben - lediglich die Dämmung zum Erdgeschoß der Kappendecke macht wohl Sinn. Ihnen einen schönen Abend.
Leonie



Kellerabdichtung



Mit solchen Entscheidungen sollte man vorsichtig sein. Nachträgliche waagerechte Abdichtungen in Altbauten sind oft überflüssig wenn sie nicht die eigentlichen Ursachen abstellen. Auf jeden Fall sollte so einer Entscheidung eine gründliche Analyse vorangehen. Die sollte auf keinen Fall der ausführen der auch die Arbeiten ausführt.



Baugutachter einschalten ...



ich möchte Ihnen ans Herz legen sich einen Bausachverständigem, der sich mit Altbausanierung auskennt, einschalten. Möglichst einen der auch baubiologisch kompetent ist.
Ein Maler ist ein Maler, ein Maurer ein Maurer ... Nicht das ich Ihren Maler schlecht reden möchte.
Bei meinem Schwiegervater "war" Schimmel innen an der Hauswand. Dann kam der konventionelle Maler & papte zwei Lagen Isotapete drauf & "weg" war der Schimmel. Jedenfalls ist der Schimmel nicht mehr zu sehen ...





Vielen Dank für Ihre Infos und Hilfestellungen,

der Maler arbeitet seit vielen Jahren mit ökologischen Materialen und Putzen. Wir haben die Nachbarhäuser besichtigt und alle sind sehr zufrieden mit seinen Arbeiten und das schon über 15 Jahre.
Der Architekt bzw. das Büro das den Umbau begleitet ist ökologisch und baubiologisch ausgerichtet.

Im Vorfeld des Kaufes und für die Beurteilung eines Wasserschadens an der Decke war ein Baugutachter im Haus, der uns bescheinigt hat, dass keine größeren Schäden vorhanden sind, lediglich der Putz sei nicht atmungsaktiv.

Die Idee die Kappendecke von unten zu Isolieren hatte ich beim Durchlesen ihrer Abhandlung Herr Böttcher, da durch Lüften im Winter und in der feuchten Jahreszeit der Boden von unten doch recht kalt wird oder macht das keinen Sinn?

Die Abwasserleitungen werden demnächst noch auf Schäden untersucht, um auszuschließen dass Leitungen undicht sind.
Am Wochenende wollen wir uns den Hohlraum genauer ansehen. Vielleicht habe ich dann ein Foto das ich einstellen kann und noch andere Fragen oder Erkenntnisse.
Einen schönen Abend
Leonie



schwarzes Loch



Ja, das gibt es... In unserem Haus hatten wir einen zugemauerten Hohlraum der mit Erde gefüllt war. Als Bonus war die Wand auf einer Seite zur Verbesserung der Standfestigkeit aus ca. 25 cm Bruchstein aufgemauert.



Das



geht noch viel größer. In unserem MFH von 1914/15 wurde links und rechts der Bereich unter den Küchen zwar aufgemauert, aber dann bis Rohboden-Unterkante EG verfüllt und darauf ein Terrazzo gegossen. Es gab also zwei küchengroße Blindräume im Keller. Einer wurde anscheinend schon in den 50ern ausgegraben und mit einer Betondecke versehen, der andere erst kürzlich freigelegt.