Heizungs- und Wasserleitungen bei Holzdecken

09.08.2019 fridental



Hallo zusammen,

Ich möchte neue Heizkörper unter jedes Fenster installieren (aktuell gibt es nur einen HK in der Ecke), sowie die Küche um 4 Meter in einen anderen Raum verschieben. Hierzu müssten viele neue Leitungen verlegt werden.

Was wäre der optimale Weg, neue Heizungs- oder Wasserleitungen zu ziehen?
1) In die Längsrichtung zwischen den Holzbalken, in die Querrichtung nur über dem Bodenniveau, z.B. in den Schlitzen in den Wänden, oder hinter einer Vorbauwand.
2) In belibiger Richtungen unter den Holzbalken, hinter der abgehängten Decke des unteren Geschosses
3) Über den Holzbalken in dem Estrich (ist es nicht zu schwer? Gibt es Systeme von Trockenbauestrichen, wo Platz für Leitungen schon vorgesehen ist?
4) In die Querrichtung durch die bestehenden Holzbalken durchboren? Hier habe ich schon in dem Forum gesucht und gefunden, dass es eigentlich nur sehr eingeschränkt möglich ist bzw. zwingend einen Statiker benötigt.
5) Die Leitungen erst nach oben zum nicht ausgebauten Dachgeschoß ziehen, dort in die Ecken verteilen, und von dort wieder nach unten in Einkofferungen in die untere Geschoße bringen?

Die Lösung, Röhre hinter einer Fußleiste zu verschecken, gefällt uns optisch nicht und finden wir unpraktisch. Die Lösung mit den Heizleisten ist auch bekannt, ist mir aber zu ungewöhnlich (das Haus soll vermietet werden).

Viele Grüße,
Maxim



decken nur öffnen um rohre zu verlegen?



heizleitungen entweder frei im raum Verlegen ( heizt mit) oder hinter fußleisten.
rumschlitzen würde ich dafür garnicht.
abgehängte decke ist möglich.
durch Balken geht garnicht. da kostet die Berechnung so viel und am ende kommt raus: geht nicht!
bei küchenabfluss muss man schauen welche leitungsführung überhaupt geht. 50er ht Fräsen oder stemmen bingt auch wieder den statiker ins haus.
kaltwasserleitung kann man auch gut über Dach ziehen ( Dämmung , Taupunkt frost etc beachten),
warmwasser zentral sollte kurze wege haben , mit zirku wirds noch aufwändiger.
wird also auf ne gute Mischung hinauslaufen.
schallschutz und Brandschutz kommt auch ins spiel, natürlich auch bei schächten.
trockenestrich wird schon sehr knapp mit isolierten leitungen bis unmöglich.
normal werden leitungen unter dem estrich verlegt( außer fbh)



Warum nicht schlitzen?



Danke schön für eine Antwort.

Unser Haus ist leider nicht alt genug. Sichtbare Heizungsröhre würden deswegen bei den Mietern nicht als "urig und süß", sondern als "schlampig und billig" ankommen. Zumal wir aus Kostengründen auf Mehrschichtverbundröhre zurückgreifen.

Bei der Lösung mit den abgehängten Decken gefällt mir es nicht, dass die Röhren dann aus dem Boden zu den Heizkörpern aufsteigen. Die Stelle, wo sie durch den Bodenbelag hindurchgehen sieht immer hässlich aus und muss mit noch hässlicheren Plastikkappen verdeckt werden. Lieber wären mir deswegen die Heizrohranschlüsse aus der Wand, hierzu müsste man aber sie zwingend aufschlitzen oder mit Vorwänden arbeiten.

Was spricht gegen Aufschlitzen?



mag schon sein, daß eure wände das hergeben



schon kabelschlitze in tragenden wänden sind so ne sache.
wird meist einfach so gemacht und hält ja auch (fast?) immer.

machbar ist das sicherlich, doch das Heizrohr mit Isolierung nimmt schon ordentlich platz ein und braucht einen dicken schlitz.
meist sind die wände statisch nicht doll überdimensioniert .
also ist meist die devise : haben wir schon immer so gemacht und hat immer gehalten...

kann man so machen, aber dann hat man halt den schwarzen peter wenn doch irgendwas ist.
gibt da auch vorschriften und empfehlungen zu, das habe ich aber nur am rande mal überflogen.
auf nummer sicher sollte man wenigstens mal n statiker drübergucken lassen, oder jemand der das zweifelsfrei einschätzen kann.

vielleicht seh ich das auch wieder zu eng. in der praxis wird eigentlich dauernd gegen irgendwelche vorschriften, normen und regeln der technik verstoßen und am ende funktionierts doch...

wie alt ist denn das haus?
bin hier grad in ner Wohnung von 73 . da wurde vor jahren auf wasserführende Zentralheizung umgestellt.
in jedem Zimmer sichtbare rohre.(kupfer , weiß gestrichen)

ich geb dir recht, wirklich schön ist anders, doch stören tun die nicht wirklich und heizen aktiv mit (aktuell nicht)
quer laufende kann man in speziellen Fussleisten gut kaschieren.

senkrecht laufende kann man natürlich relativ schick verkasten, doch das nimmt richtig raum weg.

ich weiß, das hilft dir alles auch nicht wirklich weiter und ich verstehe deinen wunsch nach UP verlegung .

da fällt mir ein, bei den Trockenbau fussbodenheizsystemen gibt es gefräste holzfaserplatten für aufnahme von 16er MVR.
das wäre vielleicht ne möglichkeit und ist in der faserplatte direkt gedämmt. nach oben kommt dann etwas Wärme durch.
dann nur kleine schlitze zum Anschluss HK.
aber die aufbauhöhe mit Dielung ist da auch recht hoch.
Fermacell Trockenestrich hat auch nur um die 25mm. fräsen bringt da wenig, dann ist man durch.

bei normalem estricht werden die leitungen üblicher weise unten drunter geführt, in oder unter der dämmebene.

was sagt denn der heizi/installateur dazu, oder macht ihr alles selbst?

gruß
micha



Verstanden



Das Haus ist von 1902 und sollte für die Leute aufbereitet werden, die zwar Altbau für seine höhe Decken und "atmende" Wände schätzen, im Bad aber trotzdem Echtstein-Fliesen und bodengleiche Dusche, und im Wohnzimmer Ikea und Designerleuchten sehen wollen. Da passen Fußbodenleisten nicht wirklich hinein.

Wir sind gerade dran, Wohnungen auf Papier zusammenzulegen und fleißig Wände zu verschieben. Damit es aber wirtschaftlich bleibt, wollte ich abschätzen zu können, was die Umbau an Aufwand kosten würde - egal ob wir es machen oder es den Profis überlassen.

Viele Grüße,
Maxim



Heizungsrohre



Wenn es seit Anfang 1900 überhaupt erst die ersten Warmwasserheizungen in Wohnhäusern gab, wieso passt es dann zu diesem Haus nicht? Ich finde Kupferrohre aufputz bei einem solchen Haus durchaus optisch ansprechend und passend, würde sie jedoch nicht lackieren. Positive Nebeneffekte:
- das Risiko versteckter Wasserschäden ist minimiert
- der Installationsaufwand wird minimiert
- man geht kein Risiko ein, die Statik des Hauses zu schädigen
- man erhält eine kostenlose Sockelheizung, die der Kondensation und somit Schimmel vorbeugt
- die Bewohner werden gezwungen, Möbelstücke mit entsprechendem Abstand an die Wand zu stellen

Viele Grüße
Tilman



Aufputz Heizröhre



Was wären dann die Nachteile der aufputz verlegten Heizungsröhre?



Nachteile?



Hmm, wenn Du so fragst: Die Optik mag manchen nicht gefallen. Eventuell stören sich ganz Pingelige noch dran, dass sie irgend etwas nicht zwei Zentimeter dichter an die Wand rücken können. Für mich überwiegen die Vorteile klar, zumal ich die Rohre spätestens, wenn das Kupfer alt und dunkel geworden ist, durchaus optisch schön in einem Altbau finde. Aber das ist Geschmackssache.

Ein energetischer Nachteil wäre es, wenn die Rohre auf längerer Strecke durch nicht beheizte Räume geführt werden. In dem Fall sollten sie gut isoliert werden. In beheizten Räumen entfällt dieser Nachteil, da sich die Heizkörper die Energieabgabe sparen können, die die Rohre in dem Raum schon geleistet haben.

Viele Grüße
Tilman



Leitungsführung im Altbau



Auch wenn jedes Gebäude andere Bedingungen hat-
In meinem vermieteten Altbau von 1910 habe ich die Putzlattung an der Decke zwischen den Balken in Längsrichtung ca 10-15 cm breit für Heizungsvor- und Rücklauf aufgeschnitten und an der Wand nur kurze senkrechte Schlitze für die Rohre zu den Heizungs-Anschlußarmaturen geschlitzt.
Quer zu den Balken unter die Decken habe ich 40/60 mm Latten angeschraubt, dazwischen 40 mm Holzfaserplatten befestigt und darunter 10 mm Fermacell verschraubt, wodurch die Schlitze verdeckt und die Schalldämmung verbessert wurde.
Senkrechte Schlitze sind meist problemlos möglich.
Löcher in Balken sollten in der statisch gesehen neutralen Zone, also in Balkenmitte liegen und nur etwas größer sein als der Rohrdurchmesser- die Dämmung kann hier unterbrochen werden.
In der Regel genügen 15 mm Rohre zur Versorgung von einzelnen Heizkörpern- allenfalls 18 mm.

Steigleitungen, Abwasser, Wasserrohre habe ich in einem zentralen Schacht in der Hausmitte im Flur bzw im Bad untergebracht , der bei entsprechender Trennung ggf auch für Stromkabel verwendet werden kann.
So ist alles auch später noch zugänglich und bei Bedarf leicht zu ändern.

Bei Innendämmung muß ohnehin nicht geschlitzt werden.