Heizung / Lüftung

20.12.2014 Wowbagger



Hallo Gemeinde,

Wir sind daran, den Umbau einer Scheune in Südfrankreich zu planen. Baubeginn ist März 2015. Die Scheune umfasst 350 m2 Wohnfläche in fast 1700 m3 umbautem Raum. Die Aussenwände bestehen aus 60+ cm Gneis. Als Wärmedämmung ist Zellulose oder Hanf/Kalk im Aufspritzverfahren geplant.

Wir suchen nun einen Heizungs- / Lüftungs-Spezialisten der uns ein Heizungs- / Lüftungskonzept ausarbeiten kann. Wir möchten eigentlich ökologisch sinnvoll bauen, d.h. wenn möglich ohne Ölheizung. Bevorzugt wäre eine Wand- oder kombinierte Wand-/Boden-Heizung. Vorgesehen ist auch ein KWL mit Wärmerückgewinnung.

Die Empfehlungen, die ich bis jetzt von französischen Spezialisten erhielt, zielen alle auf Öl-Heizung mit Hochtemperatur-Heizkörpern.

Weitere Informationen schicke ich gerne auf Anfrage.

Viele Grüsse und besinnliche Festtage!



Der Energiespender...



...und dessen Verteilung sind ja nun 2 paar Schuhe.

Wenn Ihr keinen Gasanschluß habt, ist Öl nun 'mal der übliche allgemein verfügbare Energieträger. Sind Pellets in Südfrankreich gut erhältlich? Die Sonne alleine wird's nicht richten und eine Tiefenbohrung für Erdwärme dürfte schlicht unwirtschaftlich sein.

Soweit es Richtung Fußbodenheizung in Verbindung mit Dielung geht, könnte ich detaillierter informieren. Bei Wandheizung bevorzuge ich Holzweichfaserplatten in Lehm angesetzt, darauf die WH und mit Lehm verputzt. Durch die besondere Feuchteausgleichsfähigkeit des Lehms sollten spezielle Lüftungsanlagen überflüssig sein.

Grüße

Thomas



Richtig...



...da habe ich zwei Dinge in einem Satz angesprochen. Auseinandergenommen sieht es so aus: Wärmeerzeugung wenn möglich ökologisch sinnvoll, wenn möglich ohne Ölheizung. Gas ist ebenfalls keine Option, schon deshalb nicht, weil nicht verfügbar. Pellets sind eine Möglichkeit, inzwischen sind sie gut zu finden. Ich schliesse aber auch eine Sole/Wasser WP nicht aus. Die Initialkosten mögen hoch sein, da elektrische Energie in Frankreich jedoch vergleichsweise günstig ist, würde sie sich möglicherweise rechnen (muss mal ein paar ROI-Berechnungen anstellen).

Auf der anderen Seite möchte ich keine Hochtemperatur-Heizkörper, wie sie immer noch häufig angeboten werden in Frankreich. Deshalb Wand- bzw. Bodenheizung.

Das Gebäude ist nicht unterkellert. Aus diesem Grund dachte ich mir, dass zumindest im Erdgeschoss eine Bodenheizung Sinn machen würde. Als Bodenbeläge sind Keramik (Eingang und Badezimmer) bzw. Dielenboden (Schlafzimmer) geplant.

Gemäss des von mir konsultierten französischen Heizungsplaners ist eine Wandheizung auf der geplanten Wandkonstruktion (von innen nach aussen: Kalkputz - 10cm Hanf-Kalk - 60+cm Gneis bzw. Kalkputz - 10cm Zellulose (sofern ich die Offerte noch kriege) - 60+cm Gneis) nicht möglich. Und hier wage ich zu zweifeln und würde gerne jemanden konsultieren, der Erfahrung mit solchen Konstrukionen hat.

In jedem Fall ist zusätzlich ein Kachelofen / Schwedenofen geplant. Der Gedanke für die KWL kam wegen der Wärme-Verteilung und -Rückgewinnung. 1700m3 sind doch ziemlich viel Raum, der beheizt werden muss. Die Feuchte spielt beim gewählten Aussenwandaufbau wahrscheinlich eine geringere Rolle.

Viele Grüsse,

Ueli



Heizung und Lüftung



Prinzipiell und grundsätzlich schließe ich mich den Ausführungen von Thomas an: Es lässt sich unproblematisch auch eine Wand-/Fußbodenheizung mit einem mehr oder weniger konventionellen Wärmeerzeuger (Öl, Flüssiggas, Pellets) betreiben.
Bliebe noch Hackschnitzel, Stückholz, Holzvergaser oder aber auch aufgrund des eher niedrigen Strompreisniveaus in F eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (ohne Geothermie).

Das „korrekte“ prinzipielle Vorgehen ist in F nicht anders als in D...
Zunächst wird die Heizlast durch raumweises Berechnen ermittelt, die EN12831 (mit entsprechendem nationalen Anhang) gilt auch in F; daraus ergibt sich dann schließlich die Leistung für den Wärmeerzeuger. Die Art der Wärmeerzeugung ist davon weitgehend losgelöst.
Mit den Ergebnissen der raumweisen Heizlast können dann die Heizflächen unter Berücksichtigung der Betriebstemperaturen ausgelegt werden, damit dann das Rohrnetz dimensioniert und Abgleichswerte berechnet werden.

Die Idee in der Konzeptionierung, die Wandheizung in einen wärmedämmenden Putz Innenputz einzubetten, ist nicht optimal, eine Entkopplung wie von Thomas geschildert, wäre vorteilhaft. Es ergäben sich bei gleicher „Aufbaustärke“ ohnehin bessere Dämmwerte.
Wo möglich, würde ich einer FBH den Vorzug geben.

KWL macht in einem sehr dichten Gebäude, wo es kaum Temperaturunterschiede in den einzelnen Gebäudeteilen gibt, Sinn. Das müsste im Einzelfall abgewogen und entschieden werden. Ansonsten ist der Nutzen wahrscheinlich deutlich geringer als die erhoffte Energieeinsparung und der Invest sowie die laufenden Kosten für Wartung.



Wandheizung



Die Wandheizung wäre auch bei den von uns favorisierten Lösungen nicht in der Wärmedämmung (Kalk-Hanf / Zellulose), sondern im Kalkputz eingebettet.

Nochmals zur KWL: Die Raumteilung sieht so aus, dass wir im Erdgeschoss schlafen und im Obergeschoss wohnen. Die Räume des Obergeschosses sind sehr hoch, Giebelhöhe ca. 7 Meter, Kniestock ca. 3,30 Meter. Meine Befürchtung ist, dass sich die Warmluft im Giebel staut. Abluftventile könnten diese Warmluft dem Wärmetauscher und somit Frischluft wieder zuführen. Soweit die Idee.

Grüsse,

Ueli



Schichtung und KWL



Der Effekt mit der Wärmeschichtung dürfte im Heizfall bei überwiegender Strahlungsheizung eher gering ausfallen, wäre also nicht unbedingt das Argument... zudem ist bei deutlichem Höhenunterschied zwischen Einlass- und Auslass doch mit einer spürbaren meist als unangenehm empfundenen Luftbewegung zu rechnen.



Festtage vorbei, ich bin wieder online :-)



Enschuldigt die längere Abwesenheit, Familie geht vor...

Vielen Dank für Eure Informationen. Eigentlich haben sie mich lediglich bestärkt in meiner Meinung, dass da ein Profi ran muss. Deshalb abschliessend nochmals meine Frage: Gibt es jemanden, der sich mit solchen Problemen bestens auskennt und die Konzeption (inkl. Dimensionierung etc.) als Auftrag übernehmen möchte?

Viele Grüsse,

Ueli



Da frag...



...doch 'mal hier an.

http://www.hawemann-solar.de/

Du brauchst einen unabhängigen Heizungsplaner, keinen Installateur, der dir verkaufen will, was er halt kennt.

Grüße

Thomas



Seh ich genau so...



Vielen Dank für den Link.

Gruss,

Ueli