Grundmauern / Sockel "ausgehöhlt" und Stein brüchig

30.09.2017 samoa



Hallo liebe Fachwerk-Community,

erstmal ein Lob an den/die Betreiber der Seite sowie die Community, die mir schon bei der ein oder anderen Frage geholfen hat, ohne dass ich diese überhaupt stellen musste ;)

Wir haben ein ausgemauertes Fachwerkhaus um 1900 herum gekauft. Es steht direkt am Bach, besitzt baujahrsbeding vermutlich keinerlei Drainage oder Horizontalsperren (außer im Anbau!) und entsprechend ist Feuchtigkeit im Mauerwerk. Es gliedert sich in einen "alten" Teil, wohl Schuppen oä., mit Naturstein-Mauern (Bruchmauern?) und einen Anbau.
Es ist nicht unterkellert und ist meinem Verständnis nach direkt auf der blanken Erde gebaut worden.
Im Anbau sind die Wände im EG soweit trocken, im alten Bereich feucht. Habe ich soweit kein Problem damit, solange es dem Haus nicht schadet.

An der Stelle hoffe ich auf eure Einschätzung und euer objektives Urteil, bevor ich einen Fachmann dazu konsultiere, damit ich diesem nicht auf Gedeih und Verderben ausgeliefert bin :-)
1) Garage
Besteht aus Teil "alt" und Teil "neu". Da wurde wohl mal angebaut bzw. erweitert.
Die "alten" Wände sind feucht und der Putz bröckelt ab, die neuen nur bis zur Horizontalsperre. Ich habe den maroden Putz soweit abgeklopft.
Im "alten" Teil kam dann ein wilder Wand-Mix aus Naturstein zum Vorschein, der Schiefer-Artig abspringt wenn ich ihm mit dem Meißel zu Nahe komme. Also lieber die Finger weg gelassen.

Wie gehe ich damit weiter um? Muss ich mir Sorgen um den maroden Stein machen, auch was die Stabilität des Hauses angeht?

Sollte ich das verputzen, oder war genau das der Fehler vor Urzeiten, weil die Wand nicht mehr atmen konnte? Da war Unmengen an Putz drauf.
Die Feuchtigkeit stört mich wie gesagt nicht, sofern sie dem Haus bzw. Mauerwerk nicht schadet.

2) "Alter Keller" (Es ist kein Keller, sondern im EG, aber wohl der älteste Raum im Haus)
Hier nur Natursteine, jedoch kein wilder Mix sondern schön ausgemauert, ich nehme an Sandstein. Hier finden sich Salzablagerungen und an manchen Ecken (siehe Bilder) ist der Sockel von unten richtig gehend ausgehöhlt, sodass man den Meterstab locker 20cm "in die Wand" herein stecken kann. Spooky!
Auch hier die Frage - muss ich mir Sorgen machen, sollte ich das ausbessern (lassen), ist es sinnvoll über Trocknelegung nach zu denken?
Bisher halte ich von trockenlegen alter Keller gänzlich wenig,zumal unser Haus direkt am Bach steht und die Chancen auf ein trockenes Mauerwerk dadurch sicher nicht steigen..

Über eure Einschätzung freue ich mich :)
Die Bilder wurden entsprechend thematisch des Posts angeordnet.

Danke und Gruß!



Feuchte Wände



Wenn keine Risse, Setzungen, Schäden am Fachwerk vorliegen gibt's doch keinen Grund, tätig zu werden.
Schadhafter Putz bei solchem Mauerwerk stellt nur einen optischen Schaden dar, sofern nicht Spritzwasser im Sockelbereich Auffeuchtungen bedingt.
Feuchte Keller stellen auch keinen Mangel dar wenn keine höherwertige Nutzung beabsichtigt ist- nur zur optischen Verschönerung kann ein Schlämmputz oder glatter Kalk-Zementputz (vorher auf die Steine Zementspritzputz) aufgetragen werden. Löcher können natürlich immer aufgefüllt/ausgemauert werden.

In den Wohnräumen ist es sinnvoll, mit Hygrometern das Wohnklima zu untersuchen. Ggf den Boden abdichten, um die Feuchtigkeit im Rahmen zu halten.

Andreas Teich



Mit Hygrometer das Raumklima untersuchen?



Herr Teich warum schreiben Sie solchen Nonsens?
Was soll denn dabei erreicht werden?
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Weiter schreiben Sie, Zitat: "Ggf den Boden abdichten, um die Feuchtigkeit im Rahmen zu halten" ?? An welchen Rahmen denken Sie dabei? Hohle Phrasen die niemanden weiterhelfen.
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Wenn der Schaden "nur" durch Tauwasser-wechsel entsteht was hilft da die Bodenabdichtung?
Innerhalb der Wand bleibt es doch feucht wenn keine Horizontalsperre vorhanden ist.
In diesen Fall wäre allerdings vorab zu prüfen ob diese Natursteine überhaupt Feuchte "aufsaugen".
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@ samoa - Wie soll denn dieser Raum genutzt werden?



Feuchte Mauern



Das Raumklima mit Thermometer/Hygrometer festzustellen ist bei feuchten Gebäuden zur Schadensvermeidung immer sinnvoll.
Bei entsprechender Messung kann mit Taupunktrechnern Kondensatbildung ermittelt und durch entsprechende Maßnahmen wie Außen-/Innendämmung, Erwärmung bzw Feuchtigkeitsreduzierung verhindert werden.

Wenn das Gebäude in Gewässernähe steht kann höhere Bodenfeuchtigkeit möglich sein- in dem Fall bei Wohnräumen den Boden abdichten, schon um Dämmung und Holzböden oä zu ermöglichen.
Die relativ. Luftfeuchtigkeit sollte längerfristig nicht über 65% liegen.

Andreas Teich