Tradition und Moderne - Glasverfachungen?!

29.12.2005



Hallo und Co,

Ich möchte mir in ferner Zukunft ein Traditionelles Fachwerkbungalow mit Keller bauen. Holzfachwerk+Lehmverfachungen aus Lehmgrünlingen+Dämmung aus Lehmgr.+Lehminnenputz.
Da wir im 21.Jahundert leben mal ne Frage zu Fenstern und Türen.
Gibt´s denn schon mal realisierte Ideen bezüglich Glasverfachungen? Also quasi an ausgesuchten Stellen statt Lehm, Glas!
Gibts denn auch irgendwo Architekten die auf Fachwerk im Verbund mit Moderne spezialisiert sind?



Auf die Grünlinge ...



... würde ich verzichten - und stattdessen lieber Lehmziegel nehmen.

Grünlinge haben eine andere Materialzusammensetzung und häufig sind sie noch kontaminiert mit Gleitmitteln aus den Formkästen. Dann kann es passieren, das kein Putz haftet.

Gruß aus BS

Bernd



Gefachfestverglasung



Sorry, aber mir ist mir keine wirklich sinnvolle Lösung von direkt eingesetzten Verglasungen im Fachwerk bekannt. Immer wird in irgendeiner Form ein Schwachpunkt gebildet, der Wasser geradezu dazu einlädt in die Konstruktion einzudringen.
Am einfachsten ist noch der Einsatz von Festverglasungen mit eigenem Rahmen, der natürlich sehr schmal ausfallen kann.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



Tradition und Moderne



Sicherlich gibt es Architekten, die diese Verbindung beherrschen.
Meines Erachtens folgt diese Verbindung meistens dem Ansatz, historische Gestaltungsmerkmale, Bauteile wie Fenster und Türen, Ornamente, Stuck, Ausbauteile usw. mit modernen, zeitsparenden, industriellen Methoden zu verwirklichen.

Ich bin oft den gegenteiligen Weg gegangen: Traditionelle (regionale) oft sehr spezielle Handwerkstechniken zu modernem Design zu transformieren. Beispiele für diese Herangehensweise gibe es einige (z.B. in dem sehr schönen Buch "natural style" im Dumont Verlag). Ein Beispiel aus meiner Arbeit zu diesem Thema finden Sie in dem "Hotel Book - Great Escapes Africa" (Chumbe Island). Weiteres Anschauungsmaterial würde jedoch den Rahmen des Forums sprengen, wäre auch die falsche Veranstaltung, denn das kann nicht im Rahmen einer Fern- Umsonstberatung geleistet werden.

Die Idee, traditionelle Fachwerkarchitektur im Neubau mit modernem Design zu verbinden ist natürlich sehr reizvoll, aber auch sehr sensibel, will man nicht in den Kitsch abgleiten. Und sie bedarf auch einer guten Kenntnis der traditionellen Techniken.

Wenn Sie mögen können wir gerne einmal persönlich darüber sprechen (0421 7901791).

Mit freundlichen Grüssen zum Neuen Jahr,
jh



Festverglasung



direkt eingesetzt in neues Fachwerk, unten außen Wetterschenkel zum Schutz der unteren Fuge. Anordnung der Festverglasung mit außen bündigen Leisten.



Das gleiche innen



Alt+Modern geht!



moin ,



das hatten wir doch soeben :
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/43067$.cfm

Gruss Jürgen Kube



Geht nicht gibts nicht!



Meine freundin und ich machen das selbe gerade an unserem häusele! Man muss eigentlich nur daruf achten das beim fachwerk an jedem zapfloch eine kleine vertiefung ausgestämmt wird. In dieser vertiefung (am besten rechts u. lings) klebt man dann beim zusammenstecken der stiele,riegel u.streben ein komprieband! So kann keine Zugluft in diesem bereich eindringen! Dann nur noch ordentlich verleisten und sich über ausreichend Licht im haus freuen: liebe grüße nadine u. marco!



Materialien für's Fachwerk



Im Erläuterungstext fand ich, daß Sie Lehmgrünlinge für die Fachwerkebenen ansprechen. Davon würden wir tunlichst abraten, denn diese Materialien führen zu Bauschäden im Fassadenbereich. Wenn, dann Lehmsteine und diese gut ausgewählt.
Nachfolgend ein Foto von eben solchen (Grünlingen)Ausfachungsmaterial.

Grüße aus der Oberlausitz
von reichlich Schnee umgeben
Udo



Grünlinge



Hört auf Udo!
Grünlinge haben im Außenbereich nichts zu suchen. Haben ein anderes Feuchtigkeitsverhalten als Lehmsteine, da der Tonanteil hier sehr hoch ist. Für innen und in den Decken als Masse zum Schallschutz o.k.
@Marco
Habe so meine Zweifel, daß die Dichtigkeit bei Deiner Methode auf Dauer ist.
Meine Befürchtung ist, daß hier wieder eine Schwachstelle im Fachwerksystem entsteht, in der sich Feuchtigkeit sammeln kann
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Schöne Antworten



Ja, danke erstmal für Eure schnelle und gute Hilfe.
Nun, es gibt doch da Claytec, (wenn man das hier sagen darf) da steht tatsächlich: "..in der Fachliteratur der Nachkriegszeit wurde eindringlich vor dieser falschen Anwendung gewarnt.." Gemeint ist die Anwendung von Grünlingen. Sind denn Lehmsteine richtig hart gebrante Dinger? Kann man die mit Lehmmörtel verarbeiten? Und innen auch Lehmsteine oder Lehmgrünlinge? Was ist denn innen besser.

Für die Idee der Gefachverglasung gibt´s ja schon tolle Ideen von Euch! Nagut, ein kleiner Rahmen ist da wohl die beste Variante.

Nicht Destotrotz, mein Hausbau lässt noch viele viele Jahre auf sich warten.Aber man kann ja nicht früh genug beginnen sich tolle Ideen rauszusuchen.

Es ist wohl, wie ich immer wieder lese, die Feuchtigkeit die am gefärlichsten ist. Was gibts denn, wenn man ja sowieso ein Neu-Fachwerkhaus baut, für Mgl. mgl. Fäulniss wegen Wasser zu vermeiden? Holzauswahl? Kalkputz? Gibts für moderne Fachwerkneubauten denn Literatur?

Danke.



Produktbezeichnungen



Grünlinge sind stranggepreßte mit hohen Druck und viel Vakuum hergestellte Lehmprodukte, welche eine höhere Fettigkeit (damit hohes Quellverhalten bei Feuchteeintrag!!) in der Außenebene haben.
Lehmsteine sind sehr homogene Lehmbau"steine, die durch ein sensibles Herstellungsverfahren produziert werden. Damit besitzen diese Materialien keine großen Schwindungen und Quellungen und sind daher für Fachwerkausfachungen besser geeignet.
Also keine gebrannten Materialien, denn diese würden ja dann auch Ziegel oder Backsteine heißen.
Eine Unmenge an verschiedensten Lehmsteinprodukten sind am Markt verfügbar (nicht nur Claytec!), doch hängt die Auswahl für deren Einsatz von verschiedensten Faktoren ab.
Schnelligkeit, Selbstbausituation, und und und.


Grüße zum Jahreswechsel aus der
bitterkalten Oberlausitz.
Udo





Schauen Sie doch mal bei uns in Kremmen
vorbei. In unserem Anbau (Büro) haben wir auch
teilweise eine Direktverglasung integriert.
Sie finden uns unter www.landhausbauten.de

Winterliche Grüße aus Kremmen
Anne und Ingolf Christianus



weiterer Beitrag



Auch wir entdeckten eine Lösung einer Fachwerkgestaltung mit Gefachverglasung.

MfG Jens