Gipsputz - Fragen und Mythen




Hallo,

wir haben einen Altbau, der in den 60er Jahren saniert wurde (Bj: 1922) und Richten uns diesen wieder her.

Die Außenwände sind aus 2-3 Reihen Bimsbeton und haben eine Wandstärke von ~38cm. Das ganze Haus ist vergipst mit einer Schichtdicke von 1,5-3,0cm (schätze ich mal).

Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, bei Gips zu bleiben und nur die schadhaften Stellen auszubessern. Dabei haben sich natürlich viele Fragen angestaut. Einen Großteil davon habe ich mit dem Knauf-Leitfaden ausgeräumt, aber ein paar Unsicherheiten bleiben.

Zum Beispiel:

1. Gips verträgt sich nicht mit Kalk-Zement/ Putz- und Mauermörtel
Wir haben eine Stelle im Haus, wo in einem kleinem Bereich, nach dem setzen der Putzleisten, eine große Schichtdicke ersichtlich wurde. Rotband kann man in zwei Lagen bis zu 5cm auftragen (laut Knauf). Im Familienkreis wurde mir davon abgeraten und stattdessen empfohlen etwas Putz- und Mauermörtel aufzuschmeißen. Im Baumarkt allerdings hat man mich vor der Unverträglichkeit von Gips gegenüber Zementhaltigen Baustoffen gewarnt. Wobei die Mauerwerksfugen ja auch aus Mörtel sind!?

2. Rotband als Oberputz
Laut Knauf kein Problem. Wir wollen keine Tapeten an den Wänden! Auch kein Roll oder Reibeputz. Rotband kostet 6,00€ pro Sack - ein attraktiver Preis. Meine Vorstellung war es, den Rotband dünn aufzutragen, etwas anziehen zu lassen und dann mit einer Kleisterbürste abzupinseln, damit eine leichte Struktur entsteht. Wäre das machbar?

3. Gips verträgt nicht alle Farben?!
Hab' ich eben erst in einem Forum gelesen... Ist mir aber neu und das kann ich mir aber nicht so richtig vorstellen. Mit der richtigen Grundierung sollte man doch alle Innenfarben verwenden können? Immerhin lässt sich auf Gips ja auch fliesen.

4. Raumecken rissig
Nach lösen der Tapeten hat sich herausgestellt, dass alle Innenwände keinen kompletten Anschluss zu den Außenwänden haben. Ich sag es mal so: ~ jede 4te Steinreihe ist mit dem Mauerwerk verbunden. Man kann, wenn man lange genug in den Zwischenräumen herumpopelt ins nächste Zimmer sehen.
Unser Vorhaben war, Kunststoffeckleisten mit Armierung einzugipsen, um einen Verbund für den Putz herzustellen. Es gäbe allerdings auch die Möglichkeit Gleitfugen mittels selbstklebenden Bändern zu verwenden. Nicht so mein Geschmack irgendwie... Da würde ich gerne mal eure Meinung hören.

Ansonsten schon mal vielen Dank im Vorraus!

LG



Gipsputz



zu 1.
Wenn der Zement bzw. der hydraulische Kalk erhärtet ist gibt es keine Probleme. Nur vorher kann eine Ettringitreaktion stattfinden die zu Treiberscheinungen führt. Die Zementerhärtung dauert ca. 28 Tage.
zu 2.
Müssen Sie ausprobieren.
zu 3.
Bei normalen Innenwandfarben treten keine Probleme auf.
zu 4.
Die Verzahnung reicht aus. Beim Neuverputz Fugen vorher auswerfen und schließen.Die Risse entstanden durch Schrumpfen der Steine.



Danke



Schon mal vielen Dank für die Antwort!