Giebelwände verputzen

26.05.2014 Max J



Hallo Liebe Fachwerk Community!

Wir planen z.Z. einen Dachausbau unseres 1826 gebauten Fachwerkhauses.

Die eine freistehende Giebelwand(18cm) besteht aus mit Tonziegeln aufgemauerten Fachwerk, außen Lehmputz und Kalkputz, innen mit Lehmputz. In der Wand ist und soll auch weiterhin ein Giebelfenster verbaut sein. An der Wand verläuft von innen das Treppenhaus bis ins Dach.

Die andere Giebelwand(18cm) grenzt an das Nachbarhaus und der überragende Rest der Wand ist mit Schiefer bedeckt. Von innen ist diese zur hälfte mit Lehm- und Kalkputz verputzt. Der Rest ist unverputzt. An einigen Stellen haben die Tonziegel einiges ihrer ursprünglichen Masse verloren(siehe Bild)

Alle Wände sind Trocken.


Da beide Wände sehr uneben sind, habe ich mir überlegt sie mit Lehmunterputz und anschließend mit Kalkputz zu verputzen.
Spricht da was gegen? Muss ich die Fugen in der Wand anderweitig behandeln(Die Ziegel tragen ja so direkt nicht viel)?

Ich hatte auch an einen Vorbau mit Ständerwerk und Glaswolle gedacht, allerdings habe ich durch die direkt an der Wand verlaufende Treppe nicht viel Tiefe übrig (< 5cm).

Ich freue mich über eure Antworten.
Beste Grüße aus Bonn,
Max



Vorbau mit Steinwolle



So lässt sich eine Wand wohl begradigen - sinnvoll ist es kaum, denn Du stellst die tragende Wand dadurch mehr in die Kälte. Gerade für ein Fachwerk nicht so sinnvoll.

Stell mal die Fotos rein, dann kann man sich mehr ein "Bild" machen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Okay also hier Bilder:
erste Giebelwand





andere Giebelwand unten





andere Giebelwand oben



Giebelwand



Ich habe noch keine Treppe gesehen, ist aber auch egal...
Wenn nur 5cm zur Verfügung stehen, dann vergiss das mit der Steinwolle...
Das mit Kalk auf Lehmunterputz ist auch suboptimal...





Die Treppe ist auf dem ersten Bild gerade noch so zu sehen.

Nun gut ich beharre ja nicht auf Kalkputz,das war nur meine erste Idee, weil die meisten Wände im Haus so aufgebaut sind. Was sind denn alternativen? Lehmunterputz und dann Lehmfeinputz? Ich bin da ganz offen.

Gruß Max



Ein Paar Zahlen



Ich habe mich jetzt für diesen Aufbau entschieden:

http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/index.php?&d0=2&mid0=4035&d1=2&mid1=4034&d2=12&mid2=46&x2=63&lid2=238975920&d3=12&mid3=35&x3=21&lid3=238975920&d4=2&mid4=4034&d5=0.5&mid5=76&bt=0&T_i=20&RH_i=50&T_e=-10&RH_e=80&outside=0

Natürlich ist das kein Optimum.. Aber mit dem Aufbau habe ich eine trockene Wand und muss wohl mit dem niedrigen U-Wert leben. Um eine bessere Dämmung zu erreichen, müsste ich die Wand schon von außen Dämmen.

Danke nochmal an Frank für den Hinweis mit der kalten Wand

Beste Grüße,
Max



Dachausbau



Bei Ihrem Vorhaben gibt es einige Punke zu bedenken: wenn Sie das DG zu Wohnzwecken ausbauen wollen, muß das baurechtlich genehmigungsfähig sein: ausreichende Stehhöhe, Belichtung, Wärme- und Schallschutz, Erschließung (Treppe), Brandschutz + 2. Fluchtweg etc. Dazu muß ein Bauantrag gestellt werden.

Die gemeinsame Giebelwand mit dem NAchbar ist in Punkto Schall- und Brandschutz zu untersuchen. Alle wärmeübertragenden Außenbauteile (Giebel- und Dachflächen) müssen gemäß der Vorgaben der EnEv wärmegedämmt werden. Für FWHäuser gibt es bestimmte Ausnahmeregelungen.

Sie sollten vor dem Ausbau eine Bestandsaufnahme durchführen, um die Qualität und Verwertbarkeit der Dachstuhlkonstruktion zu prüfen. Die Sparrenlage ist meistens zu gering dimensioniert, erst recht für eine Dämmung nach EnEv.

Zum Ausgleich unebener FWWände empfiehlt sich Lehmputz. EIne Innendämmung der FWWand sollte mit Holzweichfaserplatten in Lehm erfolgen, hohlraumfrei, kapillaraktiv und diffusionsoffen, um FWschäden zu vermeiden. Vorgesetzte Innenwandschalen mit MiWo-Dämmung sind bei FWkonstruktionen bauphysikalisch schadensträchtig (Kondensatausfall + Schimmelbildung) und grundsätzlich zu vermeiden.

Die HWFPLatten können Sie direkt mit Kalkputz verputzen. Kalkputz auf Lehmputz hält nicht besonders gut, da beide Materialien nicht chemisch miteinander reagieren (abbinden), sondern nur schwach mechanisch aneinander haften.





Vielen Dank für ihre Antwort!

Ich denke eine Schicht mit Holzfaserplatten(Pavadentro) komplettiert die Dämmung der Giebelwand. Eine 40mm Platte senkt den Energiverlust auf 0,713 W/m2 < 0,84 W/m2 ENEV Bestand.

Ansonsten habe ich keine weiteren Bedenken. Die von ihnen angesprochenen Punkte habe ich bereits berücksichtigt.