Wie verarbeitet man Lehmputz richtig und welche Kosten/qm kommen ca auf mich zu?

30.06.2012 higinia



Hallo,
ich habe folgendes Problem: Mein Freund und ich möchten eine Wohnung mieten, die um 1800 gebaut wurde. Die Vormieter haben es sich nicht nehmen lassen, die kompletten Wände mehr schlecht als recht zu tapezieren. Mittlerweile fallen einige Tapeten schon fast von der Wand, andere halten hartnäckig. Wenn wir also anfangen, die Wände von allen Tapeten zu befreien haben wir sehr wahrscheinlich viele Unebenheiten bzw. vielleicht auch Löcher in den Wänden. Die Wände bestehen aus Lehm und Stroh und sollten am besten auch wieder mit diesem Verputzt werden. Wir möchten nicht den kompletten Putz aus der Wand hauen müssen also hier meine Frage: Können wir die Wände mit Lehmputz ausbesser bzw. auffüllen und wenn ja, wie? Welchen Putz müssen wir verwenden und in welcher Stärke? Wo bekommt man diesen Putz und was wird er ca. kosten?

Bitte, bitte, helft uns ... wir möchten die Wohnung gerne mieten und hoffen, dass es nicht an den Wänden scheitert ;)

Vielen Dank schon mal!



Die Beseitigung...



... von Schäden ist eigentlich Vermietersache...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Moin Higina,



wieso schlagt ihr dem Vermieter nicht vor, die Wand auszubessern und mit Lehm-Streichputz zu versehen? Die gibt es mittlerweile in diversen Abtönungen.

Gruss, Boris



Hier ein Vorschlag:



Ihr könntet ja da mein vorrädner recht hat und solche Sachen Vermieter ding sind, bei arbeiten in Eigenregie die der Instandhaltung dienen um eine zeitweilige Mietminderung handeln.
Die Frage ist natürlich wie fit ihr seid handwerklich. Da ich schon oft mit Lehmputz gearbeitet habe hier meine herangehensweise:
1. Wände gründlich Grundieren SEHR WICHTIG!! Mit z.B. einer stark diffusionsoffenen Silikatgrundierung.
2. Mit einer 8´ter Kelle groben Lehmputz auftragen und ein Armierungsgewebe einlegen (das ist ein aus Glasfaser bestähendes Netzgewebe)
3. Nach Trocknung des ganzen eine weitere dünne schicht mit 4´er Kelle feinen Lehmputz auftragen und den nach leichter Antrocknung mit einem Schwammbrett Abreiben.
4. Das ganze trocknen lassen und wiedermals mit der Grundierung ordentlich behandeln damit es nicht sandet.
Nun könnt ihr das ganze natürlich beliebig Streichen oder je nach geschmack so lassen.
zu dem Vorschlag mit dem Lehmstreichputz kann ich nichts sagen da ich damit noch nie gearbeitet habe, was jedoch auch dabei sehr wichtig wäre ist die Grundierung.
Naturmaterialien bekommt man zumindest hier in Kassel am besten über Öko- Baustoff dealer ;) einfach mal googeln.
Die bieten ganze Systeme an mit aufeinander abgestimmten komponenten. Viel glück und freude euch bei eurer Aufgabe



Also,



ich würde nicht auf alles was angebliche Fachleute hier schreiben hören. @Georg: Was du da sagst ist gelinde ausgedrückt blödsinn.



gehts vielleicht genauer??



Wenn du was anzumerken hast, gehts vielleicht genauer? Da hätten wir ja alle was von.



Gehts vielleicht genauer?? :-)



Georg, warum soll die Lehmwand vor dem ausbessern mit Silikatgrund grundiert werden? Warum ein Glasfasergewebe?
Warum nach dem Verputzen wieder Silikatgrund?



Ich



schließe mich den Fragen vom Thomas an.





also meines wissens nach wird ein Silikatgrund auf miniralische untergründe aufgetragen um erstens eine optimale Haftung zu erreichen und zweitens den Untergrund zu verfestigen. Sie ist wasserdampfdurchlässig und stellt somit keine barriere dar. So dass die Wände immer noch gut atmen können, Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Das Glasfasergewebe (Armierungsgewebe) ist eine zusätzliche sicherheit für die Rissüberbrückung. Wenn ich höre das eine wand von vornherein löcher oder risse aufweist, nehme ich dieses Gewebe, damit bin ich einfach auf der sicheren Seite. Ich habe einige Bäder auf diese weise Renoviert mit sehr guten Ergebnissen und da das mehrere Jahre her ist weiß ich auch das es so funktioniert und hällt. Hab zwar gehört das die Pflanzenfaseranteile in vielen Lehmputzen den selben Effekt haben wie das Gewebe, habe damit jedoch noch keine so guten erfahrungen gemacht. Würde mich freuen über fundierte argumente warum das so nicht aussehen sollte.



Hallo Gerorg



keiner hat gesagt, dass dein Aufbau so nicht funktionirt, er ist nur vollkommen übertrieben.
So, als erstes weist du nicht, ob der vorhanden Lehmputz mineralich ist oder nicht. Zweitens solltest du dafür sorgen, dass eventuelle Kleisterreste entfend werden. Danach werden Löcher mit einen Lehmoberputz grob verschlossen oder ausgeworfen. Danach würde ich mal schauen was passiet, wenn ich den alten Lehmputz gut nassmache und mit einem Reibebrette bearbeit. Wenn das ergebinss gefällt, kann ich mir den Rest nehmlich schenken. Wenn das nicht geht oder gefällt, kann ein Gewebe ein gespachtelt werden. Das Gewebe hat nicht den Zweck risse zu vermeinden sonden ich bekomme über das Geweb eine schöne ebene Fläche hin. Es würde auch eine normales abspachteln mit eine feinen Oberputz genügen. Um diese Entscheidung zu treffen, müsse man die Baustell sehen. Ich verwend in der Regel ein VWS-Gewebe oder das Flachsgewebe von Claytec. Eine Grundierung ist bis hierher nicht erforderlich. Was man machen sollte, wäre vornässen, um den Staub auf den Fläche zu bindne. Diese Gewebelage, hierfür verwende ich eine auch einen Lehmoberputz, reibe ich mit einem roten Schwammbrett ab. Die Gewebespachtelung, lassen ich kommplett durchtrocknen. Mindesten 14 Tage je länger je besser.
So, jetzt kann ich, wenn ich will eine Lehmputzgrundierung aufbringen um das Saugverhalten des Putzes zu verringern. Das mache ich aber nur, wenn ich einen braunen Feinputz auftragen soll. Wenn ich einen eingefärbten Lehmedelputz auftragen soll, benötige ich keine Grundierung. Nochmal, der Aufbau den der Georg beschrieben hat, ist nicht falsch, nur viel zu aufwendig und zu teuer. Finde ich.
Als Empfehlung an die Fragestellerin. Sucht euch einen Lehmverarbeiter in eurer Gegend. Schau unter Claytec, conluto, Dachverband Lehm oder auch Ziegelwerg Grün. Der Verarbeiter soll seine Metode vorschlagen und euch unterstüzen wenn es um die Ausführung geht. Wenn ihr euren Vermieter an die Sache ran last, gehe ich in 90% der Fälle davon aus, das euer schöner alter Lehmputz unter ein glatten weißen Gipsputzschicht verschwindet. Über Kostenaufteilung oder der Gleichen kann man dann immernoch reden.

Grüße
hg



Vielen Dank schon mal,



für eure Erfahrungen!
Habe mich mal bei conluto schlau gemacht und ich denke, dass wir wirklich nur die Löcher mit Unterputz auffüllen müssen und laut deren Angaben könnten wir direkt einen Oberputz bzw feinputz auftragen. Unser Vermieter ist auch bereit die Kosten für die Materialien zu tragen und ich denke wir bekommen das gut auf die Reihe ;) Wir sind beide in Handwerksberufen ausgebildet von daher kann ich mir denken, dass wir es mit der Anleitung von conluto hinkriegen^^

Wir werden jetzt ersteinmal alle Wände von den Tapeten befreien und uns überraschen lassen, was darunter zum vorschein kommt. Soweit ich gesehen habe, ist unter den Tapeten schon ein Lehmfeinputz vorhanden der nur leider mit den Tapeten von der Wand fällt :/ Wenn wir die Wohnung "nackig" gemacht haben, kann ich ja ein paar Bilder von den Schlimmsten Stellen machen und euch zeigen.


Noch mal vielen Dank!!



Hallo higinia,



der Untergrung muss staubfrei sein. Zur Verbesserung der Haftung und um auch den vorgenannten Punkt zu erfüllen sollten Ihr vornässen bei Umterputz und auch bei Verputzen mit Feinputz.

G g. f. muss partiell ein Gewebe eingelegt werden. Das läßt sich beurteilen wenn die Wände freigelgt sind.

Grüße