Gewebe auf (teilweise) altem Putz befestigen: Armierungsmörtel oder Gewebekleister?

12.10.2021 solocan

Gewebe auf (teilweise) altem Putz befestigen: Armierungsmörtel oder Gewebekleister?

Hallo liebe Fachwerker,

wir befinden uns in einer Kernsanierung und nun werden die Innenwände verputzt. Im Erdgeschoss wurde zwar der Altputz komplett entfernt. Im OG wurde er aber leider nicht komplett entfernt und dort wurde die Elektrik schon verlegt, sodass das Entfernen vom Altputz nicht mehr in Frage kommt.

Lücken/Schlitze etc. sind im OG bereits mit Kalkunterputz (Gräfix 61) ausgeglichen. Nun soll ein Kalkfeinputz als Oberputz draufkommen. Soweit so gut. Ich würde gerne alles mit Gewebe verputzen. Die Verputzer würden das gerne mit Gewebekleister auf den Unterputz (der teilweise alt/teilweise neu ist) befestigen und darauf Feinputz machen.

Ich habe allerdings Bedenken wegen der Diffusionsoffenheit und Festigkeit von solchen Kleistern. Ich habe an Kalk-Klebe/Armierungsmörtel von Calcea nachgedacht, von dem ich einige Säcke übrig habe. Das müsste man dann aufwändiger überall 4-5mm dick daraufmachen und Gewebe einarbeiten. Oder soll ich die Jungs mit ihren Kleister ranlassen? Eine alternative wäre ein zusätzlicher dünner Schicht Unterputz (Gräfix 61) in dem man das Gewebe einbettet.

Was haltet ihr davon? Welche Variante wäre vertretbarer?

P.S.: Ja, Gewebe muss sein, es gab davor einige Risse. Ich möchte nicht zwei Jahre später wieder welche kriegen..

Danke für die Einschätzungen und beste Grüße



Armierungsmörtel



Ein Armierungsgewebe sollte im Mörtel eingebettet und nicht einfach auf die (trockene) Wand geklebt und zu geschmiert werden. Abgesehen davon, wenn man nur einen dünnlagigen Kalk-Feinputz als Oberputz aufziehen will, ist es erst recht besser das Gewebe in einem Armierungsmörtel einzubetten, damit überall der gleiche Untergrund für den Feinputz ist. Ist der Untergrund unterschiedlich (alter/neuer Putz, gefüllte Kabelschlitze, usw.), ist auch das Saugverhalten unterschiedlich. Dadurch wird es schwieriger die Oberfläche des Feinputzes gleichmäßig herzustellen. Es kann passieren, dass sich die unterschiedlichen Untergründe am Ende abzeichnen.