Oberste Geschossdecke dämmen

16.07.2013 Wasserbauerin



Ich habe die letzten Stunde hier viele Threads quer gelesen, aber leider keine Antwort auf meine Frage/Problem gefunden.

Zur Ausgangssituation:
Geistig umnachtet Tiefbauingenieurin will sich einen Resthof aus 1950/60 umgebaut 1980 ans Bein nageln. Preis wird noch diskutiert, da wie üblich die Vorstellungen auseinander gehen. So um die 100kEUR..
Also Bau ansich kennen ich, aber Wärmedämmung kommt im Tiefbau nicht wirklich vor. Habe zwar ein paar Grundlagen, dass ist es aber auch schon.
Die Idee ist es das Haus so weit wie möglich mit altherrgebrachten Systemen zu modernisieren.
So nun aber zur Fragestellung. Der Dachstuhl ist zur Hälfte ausgebaut, der Spitzboden nicht. Bis dato fällt mir bei ca.220qm Wohnfläche plus Scheune und kleiner Keller auch kein dringender Grund ein, warum der Spitzboden ausgebaut werden sollte. Die Geschossdecke 1.OG/Spitzboden besteht so weit ich es gesehen habe (nicht alles offen) aus Balken und im Gaubenbereich haben sie zwischen die Balken Mineralwolle gestopft. Das Dach ist noch das ursprüngliche aus 1950/1960. Tonziegel auf Latten & Sparren. Ein paar Löcher sind im Fetten bereich, die aber auszubessern sind. Genauso gibt es hier und da eine Lücke im Mörtel. Ob dies immer schon als Belüftung vorgesehen war, kann ich nicht einschätzen. Keine Dachbahn.
Plan ist, den Dachdecker aufs Dach zu jagen, damit er die Fetten neu setzt mit Luftkalkmörtel. Dann soll er noch ein Dachfenster Abdichten und eins einbauen im 1.OG. Die Lücken zwischen den Tonziegeln soll er (oder ich) auch schliessen.
Aber was mache ich nun mit der Geschossdecke? Ich würde sie gerne dämmen. Bitte hier nun keinen Aufschrei. Ich will was in die Lücken zwischen die Balken tun und wenn nötig und praktikable oben drauf. Begehbar wäre nett, da man ja hin und wieder mal nach dem Rechten schauen will.
Meine momentane Überlegung ist die Zwischenräume in der Decke mit Hanf/Zellolose etc. zu füllen und dann oben drauf was zu legen. Frage ist hier, was? Steico Platten, so dass Feuchtigkeit von unten raus könnte, aber von oben nicht?



AW: Oberste Geschossdecke dämmen



gegen die Dämmung der obersten Geschoßdecke ist mal garnix einzuwenden, im Gegenteil, ist sehr ratsam.

Wie soll der der Raum im OG I genutzt werden? Ist da mit erhöhter Luftfeuchtigkeit zu rechnen? Wenn ja, dann auf der Rauminnenseite ne feuchtigkeitsabhängige Dampfbremse (KEINE Dampfsperre) anbringen. Wenn nicht, dann könnte man das theoretisch auch weglassen, kommt aber auf den gesamten Deckenaufbau an, wo der Taupunkt liegt und wieviel Kondenswasser ausfallen würde und wie das abtrocknen kann.

Hanf wäre natürlich das beste, von Zellulose bin ich nicht überzeugt, die sackt nach 10 Jahren auch zusammen und dann muß man das als Sondermüll entsorgen wegen der krebserregenden Inhaltsstoffe in der Druckerschwärze. Überhaupt ist das Papier so voll mit Chemie...preiswertere Alternative zu Hanf sind flexible Holzfaserdämmmatten.

Zum Begehen obendrauf könnte man ja ganz einfach Dielung legen.





Danke schön!

Inzwischen habe ich mich weiter schlau gelesen und weiß warum ich das alles ganz schnell wieder vergessen hatte.
Auf Grund der Gegebenheiten teilausgebauter Dachraum (1.OG), dass als Schlaf, Wohnzimmer, Bad und Küche genutzt wird. Vermute ich inzwischen, dass da wohl die komplette Zwischendecke neu gemacht werden müsste. Genauso weiß natürlich keine wir genau die Abseitenwand und die unteren Teile des Dachs von innen aussehen. Schöner driess..

Also alles raus und dann mit Hanf und DWD-Platten dämmen. Welche Fachleute gibt es eigentlich um zu bestimmen ob eine Hinterlüftung zwischen Tonziegel und Hanfdämmung kommen muss? So weit ich gelesen habe geht es wohl aber man soll es nur mit fachlichem Rat machen.



gerne



wenn man das mal grob durchrechnet mit einem Dachaufbau von innen nach außen wie folgt:

2x12,5mm GK
30mm Lattung mit ruhender Luftschicht dazwischen
200mm Hanfdämmung
Variante 1 ohne/Variante 2 mit Hinterlüftung
Ziegeldach inkl Lattung

dann zeigt sich in Variante 1 ziemlich viel Tauwasserbildung, wohingegen in Variante 2 kein Tauwasser anfällt. Spricht klar für Hinterlüftung. Dampfbremse im normalen Wohnbereich nicht erforderlich. Im Bad würde ich eine dampfdruckabhängige Membran vor die Dämmung machen (zB pro clima DASATOP).





Nur damit du nicht glaubst, ich hätte deinen Post nicht gelesen. Doch habe ich und inzwischen viel hin und her gerechnet was den U-Wert etc. angeht. Momentan sieht es so aus, dass es zwei Varianten gibt:
a.) Dach ist auszubessern, dann gibt es eine Sparrendämmung mit Hinterlüftung, Hanf und Hölzverschalung mit Nut&Feder
b.) Dach muss neu gedeckt werden, dann gibt es eine Aufsparrendämmung.

So in der Zwischenzeit versuche ich herauszufinden ob die Immobilie nicht vielleicht doch eine Hypothek bekommen kann...