Ziegel Gebäude isolieren

17.01.2011



Hallo zusammen,

ich bin neu hier und hoffe das Ihr mir weiterhelfen könnt.

Ich möchte mein Vorhaben kurz erläutern.

Ich habe ein Ziegelgebäude was früher als reines Scheunengebäude genutzt wurde.
Das Dach ist dich und die Balken sehen noch aus wie Neu. Baujahr 1955.

Das Gebäude ist insgesamt 9,5m hoch. Die unteren 4 Meter sind 40er Ziegel und die oberen 12er Ziegel (bis unters Dach).

Meine Vorstellung ist unten einen Werkstattbereich und oben einen Wohnbereich zu erstellen.

Zur Zeit befasse ich mich mit dem Thema Dämmung. Ich bin dabei auf eine Außenwanddämmung mit Styropor gestoßen. Im Werkstattbereich möchte ich die Innenwand nur verputzen.

Im Wohnbereich möchte ich die 12er Wand noch mit weiterem Mauerwerk vorblenden. Was ich da nehme, weiß ich noch nicht.

Wie würdet Ihr an die ganze Sache rangehen? Bin über jeden Ratschlag dankbar.

mfg



Vermutlich handelt es sich erst einmal um eine ...



... Nutzungsänderung und damit wirst Du eine Baugenehmigung für den Ausbau benötigen.

Und dadurch brauchst Du jemanden, der Dir bautechnisch, beratend zur Seite steht. Es braucht eine umfassende Bestandsaufnahme, eine planerische Umsetzung für das, was du erreichen willst und dann einen Abfolgeplan, was zuerst ansteht und was zuletzt.

Sicherlich wird sich hier noch jemand melden, der da ganz in Deiner Nähe wohnt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ziegelgebäude



Die Zulässigkeit der Nutzungsänderung muß gegeben sein (Maß und Art der baulichen Nutzung / Baunutzungsverordnung). Diese ist je nach Bundesland verschieden und hat ggf. regionale/kommunale Sonderregelungen, die beim Bauordnungsamt zu erfragen sind (Bauvoranfrage).
Zur Dämmung: organische Dämmaterialen ("Styropor") sind Erdölprodukte, müssen energieaufwendig produziert und ggf. auch nach 30-40 JAhren wieder entsorgt werden (wohin bloß mit den Kubikkilometern an altem Dämmaterial ca. 2050 ?)
Davon abgesehen ist es sehr schade, wenn schöne Ziegelmauern hinter pastellfarben gestrichenenen Dämmpaketen verschwinden. Der Nutzen der Dämmung ist trotz EnEv mittlerweile zweifelhaft, da solare Gewinne (Wärmespeicherung in der beschienenen Wand) nicht eingerechnet bzw. durch die Aussendämmung verhindert werden.
Dämmstarken über 6-8 cm scheinen nicht sinnvoll zu sein. Die gesamte Situation wird sehr kontrovers diskutiert (siehe auch die labyrinthische, aber sehr informative Seite von Konrad Fischer dazu). Ich neige mittlerweile auch wieder dazu, anzunehmen, das die traditionellen, massiv-einschichtigen Konstruktionen gegenüber den komplizierten mehrschichtigen Aufbauten ihre Berechtigung haben. Insofern wäre bei Ihnen anzuraten, nicht mit Dämmschichten, sondern mit Vormauerungen aus dem gleichen Material zu arbeiten.
Beste Grüße, Will Pickartz





Okay, da sind wir ja auch gleich bei einem anderen Thema.

Was muss ich denn tun?
Einen Antrag stellen und dann schauen das sich die Fachleute an oder wie läuft das?
Kann ich denn dann große Sachen wie zum Beispiel neue Fenster in nicht vorhandene Stellen einsetzen überhaupt in Eigenregie durchführen?



Umbau



Eine Möglichkeit ist, als Privatmann beim Bauordnungsamt unverbindlich anzufragen und grundsätzliche Infos einzuholen. Soll eine Bauvoranfrage offiziell gestellt werden, sind Bauunterlagen/Baupläne nötig. Falls sie nicht exisiteren, muß ein Bauaufmaß und müssen Bestandspläne angefertigt werden. Das fällt dann auch in den Bereich eines bauvorlageberechtigten Architekten/Statikers. Größere Eingriffe in die tragende Substanz müssen per Bauantrag genehmigt und statisch nachgewiesen werden, sofern sie nicht genehmigungsfrei sind nach §65 der Bauordnung. Vormauerungen sind, abhängig von der Höhe und der Notwendigkeit der Fundamentierung, ggf. auch zu beantragen.
Also: besser einen Fachmenschen einschalten. Bauen im Bestand ist komplexer als ein Neubau.





Okay, danke soweit