Holzbalkendecke und nachträgliches Badezimmer

23.07.2009



Erstmal einen schönen guten Tag ans Forum!

Nachdem ich schon seit einiger Zeit hier mitlese und auch reichlich von der Suchfunktion gebraucht gemacht habe, möchte ich dennoch eine weitere Frage zu dem Dauerbrenner "Fußbodenaufbau" einreichen. Vorweggeschickt nur, daß wir derzeit noch nicht im Besitz des Hauses sind, wovon ich hier berichte. Dennoch verspreche ich mir hier grundlegende Erkenntnisse, über die Dinge, die dort auf einen Zukommen können.

Es handelt sich um ein - die Fachwerk-Fraktion möge mir verzeihen - Vollziegel-Haus in einer ehemaligen Bergarbeiterkolonie, Anfang 20. Jhdt. Unverbastelter Zustand, einfache Konstruktion. Kellerdecke mit Stahlträgern und Beton (kappendecke?), darüber vermute ich eine Schlackenschüttung o.ä., Lagerbalken, Dielen. Die Geschossdecke besteht aus Putz, Spalierlattung, Balken, Schüttung, Dielen. Den genauen Aufbau konnte ich noch nicht ermitteln.

Im kleinsten Raum des OG (+/- 8qm; mit Dachschräge; über der zukünftigen Küche; Ausrichtung N-O) soll nun ein Bad eingebaut werden. Trotz des gesamten Erneuerungsbedarfes dieses Hauses scheint mir dies in zeitlicher, materieller und arbeitstechnischer Sicht der aufwendigste Teil zu werden. Aus meiner Sicht bieten sich zwei Möglichkeiten an:


1. Holzbalkendecke wie vorgefunden erhalten und sparsamter Umgang mit Wasser.
Holzboden im Bad ist eine sehr reizvolle Sache, sehr warm. Die Ausführung von Dusche und WC würde sich dann an dessen Notwendigkeiten orientieren (z.B. kein Bodenablauf). Vielleicht ist das sogar deutlich günstiger als Var. 2.


2. Geschossdecke in diesem Bereich neu ausführen.
Hierzu bin ich hier im Forum auf die Schwalbenschwanzbleche aufmerksam geworden. Hierzu würde die Balken von Dielen, Schüttung, Einschüben und Spalierlattung befreit werden. Bei dieser Gelegenheit kann man einen Blick auf die Balken werfen und bei Bedarf (was ich nicht hoffe) reagieren. Auf die Balken eine Lage Trittschalldämmung, dann die Bleche und den Estrich und Fliese. Von unten (Küche) würde man zunächst gegen diese Konstruktion blicken. Eine Stufe von einigen Zentimetern ins Bad wäre hinzunehmen.


Daraus leite ich folgende Fragen ab:
Schleifen und Ölen ist unumgänglich der Dielen ist unumgänglich. Wie genau bekommt man den Holzboden im Bad dicht? Muß er das wirklich zu 100% sein? Kann die Schüttung/Spalierputz etwas Wasser ab, wenn sie die möglichkeit haben, auch wieder abzutrocknen?

Das Werbeprospekt der Bleche liest sich ja ganz nett, ist die Verarbeitung wirklich so einfach? Ist außerdem dem Trittschall bei Var. 2 mit einem Streifen Schalldämmung auf jeder Balkenlage schon vorgebeugt?


Von einer Lösung durch Abdichten mittels Gußasphalt möchte ich aufgrund der kontroversen Diskussion über das pro- u. Contra hinsichtlich der Diffusion und der damit einhergenden oder wenigstens befürchteten Feuchtigskeitsansammlung im Gebälk vorerst absehen. Deswegen bin ich auch auf die Schwalbenschwanz-Platten gekommen.




Was ist von den beiden Optionen zu halten? Tendenziell bevorzuge ich "minimalinvasive" Eingriffe, sowieso, wenn sie günstiger sind. Das Bad ist allerdings für mich ein neuralgischer Punkt.


Vielen Dank im Voraus für Eure Meinungen,

Daniel



Badezimmer



auf Holzbalkendecke ist immer eine schwierige Sache.
Wichtig ist, dass keine Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringen kann. Das geht nur mit einer wasserdichten Sperre auf Fussboden und in den Wasserbelasteten Bereichen(Dusche, Wanne) an den Wänden. Wie das technisch gelöst werden kann, richtet sich nach den Wünschen an das fertige Badezimmer.
Ein Holzfussboden ist nie wasserdicht zu bekommen, deshalb muss die Abdichtung unterhalb des Fussbodens erfolgen. Nicht jedes Holz ist für diesen Bereich geeignet.
Ein Bodenablauf ist (zum Beispiel in Verbindung mit einer bodengleichen Dusche) durchaus sinnvoll, da überlaufendes Wasser sicher abgeführt wird, ehe es in das Bauwerk eindringen kann.
MfG
dasMaurer



Zunächst mal



vielen Dank für Ihre Antwort!

Ja, und um eben zu vermeiden, daß eindringendes Wasser oder infolge massiver Abdichtung nicht ablüftende Feuchtigkeit Schaden verursacht hielt ich es für die fast schon einfachere konstruktive Variante, den Deckenaufbau mittels Schwalbenschwanzprofil ohne Dielen, Schüttung usw. zu bauen.

Auf der anderen Seite möchte ich natürlich nicht das Kind mit dem Bade ausschütten (im Wahrsten Sinne des Wortes ;-).

Wie kann man sich bei einem Holzboden mit den genannten Gegebenheiten eine Abdichtung unterhalb des Fußbodens - ich nehme an, Sie meinen die Dielen - vom Aufbau her vorstellen?


Grüße,
Daniel



Wie die



Abdichtung im Detail ausgeführt werden kann, richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten und der geplanten Ausführung. Es gibt verschiedene bewährte Möglichkeiten.
Bei innenliegenden Bauteilen, wie Decken und Wänden, die von allen Seiten zum beheizten Innenraum gehören, entfällt die Gefahr durch Kondenswasseranfall. Insofern entsteht durch die Abdichtung kein Risiko. Details müssen dann in der Gesamtplanung festgelegt werden. Am besten vor Ort.
MfG
dasMaurer



Bad im Altbau



Hallo,

wer Hammer und Säge bedienen kann, kann Lewis-Platten verlegen. Ich hab mit den Platten nur beste Erfahrungen gemacht.
Allerdings entbindet Sie das nicht von der Notwendigkeit einer funktionierenden Abdichtung.
Den Schallschutz können Sie zusätzlich verbessern, wenn Sie unterhalb der lewis-Platten im Balkenzwischenraum zwei Lagen Leichtbeton einbauen (ca. 20 cm). Das gibt nebenbei einen guten Brandschutz.

Grüße von umme Ecke



Die Abdichtung ...



Hallo Herr Beckmann,

so ungefähr dachte ich auch. Außerdem stelle ich mir die Abdichtung von Estrich auf Lewis Platten etwas einfacher vor als die einer reinen Holzkonstruktion. Das eine Abdichtung so oder so erfolgen muß ist selbstverständlich.

Die Idee sah zunächst vor - im Gegensatz zu ihrem Vorschlag mit dem Leichtbeton - die Lewisplatte auf dem (gereinigten) Balken gleichzeitig als gestaltendes Element einzusetzen und zu einem späteren Zeitpunkt von der Unterseite her zu verkleiden. Das wäre nicht zuletzt einem Zeitpuffer für die Gesamtmaßnahme geschuldet. Könnte man sowas auch machen oder sind - weil sie den Brandschutz erwähnen - da noch bestimmte Vorschriften zu beachten?

Allerdings stellt sich die Frage nach der Statik dieser Konstruktion. Da die Balkenstärken und -abstände noch nicht wirklich bekannt sind, werde ich wohl um einen Statiker nicht drumherumkommen.

Grüße an den Rhein



nachträgliches Badezimmer



Hallo,

das ist nicht so wild:
bei Balkenabständen bis 80 cm, Nutzung als Wohnhaus,
Estrichüberdeckung des Stahls von 34 mm (Gesamtstärke 50 mm)
und Balkenabmessungen von 10/20 reicht das lt. Berechnungsbeispielen von Spillner aus.
Geprüft werden muß die ausreichende Tragfähigkeit der Holzkonstruktion.
In Essen könnte Ihnen z.B. Scheuten Bautechnik in Rüttenscheid den Nachweis liefern.
scheuten@ibscheuten.de

Grüße



...und wenn man?


freistehende Wanne

...diffusionsoffen baut, also als Abschluss einen Dielenboden wählt, kann man die ganze Abdichtungsgeschichte weg lassen.
Wenn einmal Wasser eintritt, kann es auch problemlos wieder heraus!!
Natürlich mit Trockner- und Heizerunterstützung, versteht sich.
Aber man muss nicht sämtliche Konstruktionen öffnen und herausreißen.
Mehrfach schon erlebt und auch ohne Abdichtungen bereits einige Bäder mit Holzböden erstellt.

Gutes Gelingen und eine eventuelle neue gedankliche Richtung weisend,
Udo Mühle



Erstmal



vielen Dank an Hr. Beckmann für seinen Tipp. Zwischenzeitlich tendieren wir allerdings mehr in die Richtung "Podest auf Holzboden". Weil wir halt doch nicht alles rausreißen wollen.

Daher kommt das Ansatz von Hr. Mühle wie gelegen und gibt unseren Überlegungen neuen Schub. Eigentlich ist das genau der zündende Funke, den ich gebraucht habe! Verstehe ich das richtig, daß wenn Sie sagen, es wäre diffusionsoffen gebaut worden, daß dann unterhalb des Podestes keine besondere Abdichtung vorhanden ist?

Bei den derzeitigen Überlegungen schien es mir sinnvoll, die geplante Dusche auf einem ja, wie soll ich sagen - belüfteten Podest (also im Prinzip diffusionsoffen) zu errichten. Dieses würde zunächst mit Abdichtungsbahn und Abdichtungsband (Latex?) für die Rohrdurchführungen und Fugen gegen eventuelle Undichtigkeiten des Duschwannenabflusses usw. verklebt. Darauf hätte man dann Fliesen und die Duschinstallationen montieren können. Vielleicht denke ich aber auch zu kompliziert... .