Fußbodendämmung (ökologisch) auf Bodenplatte ohne Keller - Feuchte?

04.04.2019 LuHo80



Hallo,

ich möchte in einem nicht-unterkellerten Erdgeschoss (Neubau) einen Dielenboden auf Lagerhölzer (ohne Estrich) verlegen.
Ich habe verschiedenen Aufbauvarianten durchdacht. Eine Variante davon, deren Umsetzung mir aktuell am wahrscheinlichsten erscheint, ist wie folgt aufgebaut (oben nach unten):
- Dielung
- Lagerhölzer
- Zwischen Lagerhölzern entweder Hinterlüftung oder Holzfasermatten
- Unterbau unter Hölzer: z.B. foamglas
- Dämmung dazwischen: Perlit (lose)
- Bodenabdichtung
- Bodenplatte (Beton) auf Frostschutz und Streifenfundament
(s. Skizze von u-wert.net)

Bei diesem Aufbau, sowie in jeder anderen meiner Varianten, ensteht laut u-Wert.net stets Kondensationsfeuchte am kalten Rohboden.

Meine Bedenken bezüglich der Feuchte sind nun wie folgt:
Es sammelt sich Kondensat auf der Bodenplatte, was aufgrund ungünstiger Bedingungen (fehlende Hinterlüftung) nicht wieder abdampfen kann. Bei Dämmschüttung könnte die sich sogar vollsaugen und würde nie wieder trocken.
Die Wassermenge ist vielleicht gering und wäre damit für andere Aufbauten sicher unkritisch. Aber: wenn unter der Dielung ein feuchtes Klima herrscht, könnte es die Holzunterkonstruktion früher oder später schädigen.

Was ist Eure Meinung dazu? Ist das Problem existent? Sollte ich auf der Dämmung eine Dampfsperre einbauen (Bremse wäre ja hier unangebracht)?



Lesestoff



dazu bitte oben unter Lesestoff die Dateien von Georg böttcher zum Fußbodenaufbau studieren. Zudem mal nach Doser DHD googlen, dort ist ein Aufbau im System. Falls dann noch Fragen offen sind....- Forum.
Nur mal interessehalber ( habe bis jetzt nur wiederaufgebaut, nicht neugebaut !): Ist sowas nicht in der Projekt/Typbeschreibung resp. Bauantrag ausgeführt - weil ja EnEv nachweispflichtig?



Feuchteverhalten



Recht vielen Dank für die schnelle Antwort und den Hinweis! Ich habe vorher bereits viele der hier gestellten Fragen zu einem derartigen Fußbodenaufbau verfolgt. Auch der Lesestoff von Herrn Böttcher ist sehr interessant. Viele Ratschläge habe ich auch bereits aufgenommen und werde diese so versuchen umzusetzen.
Die empfohlenen Systemlösungen von DHD, Steico, Gutex, etc. sind mir bekannt.
Zum Bauplan kann ich nur sagen, dass wir mit einem konservativen Architekten geplant hatten, der auf den Wunsch eines ökologischen Aufbaus (ohne XPS, etc.) nur den Kopf geschüttelt hat (Totschlag-Argument von Ihm: "Das haben wir schon immer so gemacht")...

Zur Sache:
Meine Frage bezog sich eher auf das Feuchteverhalten unter dem Dielenboden. An mancher Stelle im Forum gibt es für mich nämlich widersprüchliche Aussagen (auch von Herrn Böttcher ). Einerseits wurde hier einmal von einem Aufbau gänzlich mit Perlit und Lagerhölzern (so wie mein Aufbau) abgeraten. Im gleichen Atemzug wurde aber ein Aufbau mit Perlit und darauf Holzfaserdämmung mit eingebetteten Lagerhölzern empfohlen. Wenn Feuchte hier ein Problem ist, dann doch für beide Aufbauvarianten, oder?

Für mich ist bisher daher noch nicht zufriedenstellend geklärt was mit der möglicherweise auftretenden Kondensationsfeuchte passiert? Kann die Feuchte aus dem Perlit (oder aus der Holzfaser) an der Bodenplatte wieder entweichen oder nicht?



Ubakus



im u-wert net wird in der Berechnung die Außentemperatur mit -10 grd angenommen. Dies trifft aber auf die Temperatur der Bodenplatte nicht zu, die beträgt so um die 10 grd. Zudem sind Holzfaserplatten kapillaraktiv, d.h. es findet eine Rücktrocknung statt. Desweiteren sollte die Dielung Plan auf den HFP aufliegen, in der Zeichnung ist aber ein Hohlraum.



Und das Perli?



Ja, fast richtig. Ich hatte nicht -10°C sondern 0°C für die Erdreich-T. angesetzt. Das ist mglw. zu niedrig. Aber 10°C bei von unten ungedämmter BoPla auf Streifenfundament erscheinen mir wiederrum recht hoch. Dafür gibt es ja bestimmt Richtwerttabellen je nach geograf. Lage. Wo kann man die finden?

Das Holzfaser theoretisch rücktrocknet liest man überall. Aber wie verhält sich denn das Perlit? Dazu konnte ich bisher nichts finden.



perlite



ja, die können dann weggelassen werden. Die Holzfaser wird direkt auf die Sperrbahn gelegt.



Perlit?



Danke!

Kann jemand im Forum auch etwas zum Perlit sagen? Wie verhält sich Perlit im nicht-unterkellerten EG bzgl. Kondensationsfeuchte/Rücktrocknung?
Gibt es dazu Fachregeln oder langjährige Erfahrungen?