Fussbodenaufbau über Kriechkeller

20.12.2020 Ovali

Fussbodenaufbau über Kriechkeller

Hallo zusammen, ich besitze ein Haus von 1914 mit einem Sanierungsstau. Es handelt sich um ein ehemaliges Rathaus an das um die 30er Jahre ein Ökonomieteil angebaut wurde. Das Haus steht auf Streifenfundamenten, und besitzt einen kleinen Kartoffelkeller. Es ist ein ca. 50cm tiefer Kriechkeller mit nach unten offenem Erdreich unter dem gesamten Gebäude darunter. Die äusseren Grundmauern bestehen aus gehauenen gemauerten Bruchsteinen, Der Bodenaufbau besteht aus Punktfundamenten die aus großen Steinblöcken bestehen auf denen Stahlträger aufliegen. Zwischen den Stahlträgern ist eine 12cm starke Betondecke die von unten geschalt wurde. In der Betondecke befinden sich in regelmässigen Abständen Aussparungen die mir niemand erklären kann wozu diese ursprünglich dienen ? Der Kriechkeller ist ursprünglich von drei Seiten belüftet worden, wobei zwei Belüftungen wohl im Zuge des Ökonomieanbaus einfach geschlossen wurden sodass in den vergangenen Jahrzehnten nur noch eine Belüftung funktionierte und die Stahlunterzüge erheblicher Feuchtigkeit ausgesetzt waren. An einer Stelle sind schon Durchrostungen vorhanden sodass ich hier mit einem zusätzlichen Punktfundament abfangen muss. Es kam natürlich noch eine nicht funktionierende Ableitung des Regenwassers sowie eine fehlende Drainage dazu. Die dubiosen Löcher in der Betondecke wurden mit Holzstücken verschlossen, diese sogen sich mit Feuchtigkeit die von unten entstand voll und übertrugen diese Feuchtigkeit auf die Lagerhölzer des Holzfussbodens samt der Holzschwellen der Innenwände die total verfault waren. Die Aussenwände sind mittlerweile trockengelegt, der marode Holzfussboden komplett entfernt. Ich stehe nun vor der Frage wie der neue Fussboden korrekt aufgebaut werden soll. Als Belag würde ich gerne Rauhspund verwenden da das Erdgeschoss auschliesslich als Lagerraum dienen soll. Die dubiosen Löcher überlege ich mit Beton zu schliessen, anschliessend eine Dampfsperre aus Bitumenmatten, darauf die Lagerhölzer für den Rauhspund, die Zwischenräume mit Mineralwolle dämmen und den Rauhspund als Endlage. Was meint Ihr dazu ? Ich füge noch ein Bild der Löcher des Bodens ein, diese sind in regelmässigen Abständen im gesamten Boden vorhanden, vielleicht kann mir jemand erklären wozu diese dienen und ob diese sogar geöffnet bleiben müssen ? Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten, Gruß Reiner



Glück auf



sagt man bei uns im Erzgebirge, wenn jemand unter Tage geht. Mir ist das noch schleierhaft, wie Du in einem 50 cm hohe Kriechkeller die durchgerostete Stelle abfangen willst.
Der Estrich auf dem Bild sieht sehr grob aus, da hätte ich Bedenken, dass sich die Bitumenschweißbahn ( ich vermute, das meinst Du mit Bitumenmatten) durchdrückt. Evtl einen Glattstrich mit Ausgleichsspachtel vornehmen.
Wenn es sich irgendwie umsetzen läßt, wäre ein Rostschutzanstrich mit Owatrol-Öl oder Leinölfirniß auf den unteren Flanschen hilfreich.
Die Lüftung sollte kontrolliert und nicht dauerhaft, vor allem nicht im Sommer, erfolgen.



Fussbodenaufbau über Kriechkeller



Hallo, danke für Deine Antwort. Den geschwächten Träger werde ich mit einem betonierten Punktfundament abfangen, dies wurde schon mit einem Statiker/Architekt durchgesprochen. Dazu habe ich den Boden an zwei Stellen von oben mittels eines Abbruchhammers geöffnet um eine Schalung einzubringen. Der Kriechkeller besitzt keinerlei Öffnungen um da hinein zu kommen ! Ich weiss auch nicht wie das damals beim Bau vonstatten ging ? Es handelt sich bei der groben Oberfläche um keinen Estrich sondern um die nackte Betondecke. Diese ist wie Du erkannt hast sehr grob. Mir wurde schon vorgeschlagen anstatt Dachpappe mit Teichfolie die Dampfsperre aufzubringen da diese wesentlich stabiler wäre. Ausserdem bekommt man diese auf die korrekten Raummaße zu kaufen ohne irgendwo anzustückeln. Die Träger werde ich so gut es geht mit Fluid Film Liq.A behandeln. Wie soll ich denn mit den seltsamen Löchern die in der Betondecke sind vorgehen, schliessen oder offen lassen ?



Fluid Film A



ist eine gute Wahl, woher kennst Du das, ich nehme es zur Hohlraumversiegelung. Teichfolie geht auch, vielleicht zur Dämpfung gegen scharfe Kanten noch ein Geovlies unterlegen. Die Löcher ( zu deren Funktion ich keine Idee habe) würde ich verschließen.



Oldtimer



sind meine Leidenschaft, daher befasse ich mich viel mit Rostschutz und kann Fluid Film für die Behandlung und Versiegelung angerosteter Teile sehr empfehlen. Meine Schätzchen (VW Käfer 1953 und 1961) sowie meine Alltagsfahrzeuge werden regelmässig mit Fluid Fim behandelt und erfreuen sich an einem nahezu rostfreien Unterboden samt Hohlräumen. Den Tip mit dem Geovlies nehme ich gerne an, der ist sehr gut.

Grüße aus dem Hochschwarzwald




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