Hainbuche Vollholzdielen, Schrauben brechen weg

23.09.2011



Hallo,

da ich ich hier im Forum schon viele gute Tipps gelesen habe, wende ich mich mit meinem Problem mal vertrauensvoll an die Teilnehmer.

Wir haben Anfang August 3 Flächen von insgesamt 50 qm Hainbuche Vollholzdielen in 21mm Dicke, fertig geölt und gewachst, verlegt.Die einzelnen Flächen haben in der breite 5m nicht überschritten.

Der Untergrund besteht aus 15mm OSB-Platten, verlegt auf Holzbalken mit 50 cm Abstand. Geschraubt in die Feder mit jeweils ca. 40cm Abstand. Die Schrauben sind Dielenschrauben von Bierbach in der Abmessung 4x45. Die Dielen wurden einige Tage verpackt im Verlegeraum gelagert.

Die Luftfeuchtigkeit bei der Verlegung war vielleicht etwas hoch, etwas über 60% und einige Tage nachher nahe 70%.

Nun haben wir das Problem, das an einigen Stellen im Randbereich Schrauben weggeknackt sind, jeweils mit einem lauten Knall, so dass teilweise die ganze Dielenreihe sich gelöst hat.

Was haben wir falsch gemacht, was ist da passiert und was können wir jetzt machen. Die Bereiche wo sich Dielen gelöst haben, sind jeweils immer dort, wo wir angefangen haben zu verlegen. Also die Aufnahme des ganzen Bodens wäre die letzte, absolute Notlösung.

Besten Dank für die hoffentlich hilfreichen Antworten
Sabine



Grundsätzlich ist es schon wichtig,



die Dielen vorher einige Tage bei der später vorherrschenden Luftfeuchtigkeit zu lagern (besser nicht verpackt) und dann einzubauen, gerade bei Massivdielen. Einerseits kann es sein, daß die Dielen vorher beim Baustoffhändler schon Feuchtigkeit aufgenommen haben und dann nach dem Einbau im Raumklima diese Feuchtigkeit bei sommerlichen Temperaturen abgeben, andererseits kann es sein, daß die Dielen tatsächlich schon runtergetrocknet waren und dann bei Ihnen im Haus vor der Verlegung Feuchtigkeit aufgenommen haben.
Ein einmal heruntergetrocknetes Holz nimmt zwar nie mehr soviel Feuchtigkeit auf, wie es vorher einmal hatte, aber dieses Schwund- und Quellverhalten hört im Grunde niemals auf. Deshalb ist es eben wichtig, die Hölzer bei später vorherrschender Luftfeuchtigkeit einzubauen.
Ich nehme jetzt einfach mal an, daß bei Ihnen noch zuviel Luftfeuchtigkeit in den Verlegeräumen geherrscht hat (vielleicht wegen parallel ablaufenden Putzarbeiten ?).
Das Problem mit den Schrauben ist bekannt. Eine normale Schraube kann nicht soviel Druck aufnehmen. Das ist sehr gut zu beobachten, wenn man mal versucht, eine Schraube abzubrechen. Dies gelingt relativ leicht, während man bei einem Nagel wesentlich länger braucht, um diesen abzubrechen. Wenn also dieses Quell- und Schwindverhalten stattfindet, werden die Schrauben auf Druck bzw. Zug seitlich belastet. Wir befestigen deshalb unsere Dielen inzwischen nur noch mit verzinkten Nägeln und nageln die erste Dielenreihe nicht schräg, sondern senkrecht relativ nah am Rand und lassen die Schrauben später unter der Abschlußleiste verschwinden.
Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, mit weicheren Schrauben dasselbe Ergebnis zu erzielen, die Schrauben reißen nämlich nicht ab, weil sie zu weich, sondern weil sie zu hart sind.
Warum haben Sie denn unter den Dielen überhaupt 15 mm starke OSB-Platten montiert ? Was hatte das für einen Hintergrund ?

Gruß Andreas



Erst mal Danke für die Antwort.



die hohe Luftfeuchtigkeit hatte eher damit zu tun, dass es an den Tagen ziemlich schwül war. Putzarbeiten haben jedenfalls nicht stattgefunden. Der Untergrund aus OSB Platten hat den Grund, dass wir schon während des einige Jahre dauernden Umbaus im Haus gelebt haben und wir einen bewohnbaren Fussboden brauchten. Damit wir erst als letzte Aktion den eigentlich Fussboden legen konnten.

Wie auch immer, die Frage ist jetzt, was machen wir mit den losen Dielen. Meine Idee ist, sie wieder zusammenzudrücken und am Rand von oben zu verschrauben. (Welche Sorten Schrauben wären denn weicher? )

Oder gibt es noch andere Ideen?

Danke



Es wird immer wieder gern behauptet,



Dielen sollten (im ausgepackten Zustand!) auf der Baustelle klimatisieren im Sinne einer Feuchteanpassung. Das ist Unsinn. Kein Bauherr kann Wochen vorher einen Dielenboden luftig eingestapelt aufbauen in der Hoffnung, das Holz würde sich auf welchen auch immer angenommenen Wert mit der Umgebung einigen. Und in "einigen Tagen" (sind das nun 3 oder 5?) ändert sich sowieso kaum etwas. Gerade so nervöse Hölzer wie Hainbuche würden die Zeit je nach Gegebenheiten nutzen, sich zu verziehen, was zu Verlegeproblemen führen kann. Richtig ist lediglich, daß sich die Dielen (im eingeschweißten Zustand, sie werden ja sicher Systemlängen verlegt haben) an die Temperatur im Raum anpassen müssen. Das ist begreiflicherweise aber eher im Winter wichtig (kaltes Lager - geheizte Wohnung).

Haben Sie die Holzfeuchte der Dielung vor Einbau im verschweißten Paket gemessen? Oder gar die Holzfeuchte von am Einbauort vorhandenem Holz? Mit Sicherheit nicht. Ihr professioneller Dielenleger hätte das getan, genauso wie die Bewertung der Einbaubedingungen und des Unterbaues. Und er hätte die Dielen nicht verlegt, weil zumindest das Raumklima ungeeignet zur Verlegung war, vielleicht war ferner die Dielung untertrocknet. Ich hatte schon Dielung mit 7% DURCHSCHNITTLICHER HF auf der Baustelle und ungeöffnet zurückgeschickt. DA muß es Wochen später einfach knallen.

Weitere Bedenken: 15mm OSB sind vermutlich nicht 'mal statisch für Ihre Balkenabstände ausreichend, sie bieten in jedem Fall keinen hinreichenden Auszugswiderstand für Ihre Schrauben. Deshalb wird Ihr Boden auch da, wo die Schrauben nicht weggebrochen sind, spätestens zum Ende der ersten Heizperiode eine starke Fugenbildung mit Knarren und schlechter (loser) Lage auf dem Untergrund verbinden.

Ich würde also so schnell wie möglich den Boden aufnehmen, die OSB-Platte mit einer weiteren OSB 15mm aufdoppeln - in der Fläche punktverklebt und verschraubt, in Nut und Feder verklebt. Und dann neu verlegen, quer zur Balkenlage, auf Rohfilzpappe als Zwischenlage.

Die Einschätzung von Andreas hinsichtlich Nägel / Schrauben teile ich nicht. Wenn die Verlegebedingungen stimmen, knacken die Schrauben auch nicht weg. Nägel haben eine geringere Auszugsfestigkeit, genagelte Böden liegen somit weniger gut, sind beweglicher und lauter.

Grüße

Thomas



Komischerweise ist genau dieser Lagerungshinweis



aber auf jeder Verlegeanleitung für Fertigparkett finden. So falsch kann also diese Annahme doch nicht sein - es sei denn, der Hersteller macht sich einen fiesen Jux daraus, die Bauherren noch ein paar Tage auf die Folter zu spannen.
Mit Auszugswerten ist das so ne Sache. Sicher hat ein normaler Nagel einen schlechten Auszugswert als eine Schraube. Allerdings sprach ich von verzinkten Nägeln und zumindest in diesem Punkt dürften wir uns einig sein, daß ein verzinkter Nagel einen wesentlich höheren Auszugswert hat als ein blanker Nagel, v.a., wenn er nicht glattverzinkt ist.
Die Tatsache, daß ein Nagel wesentlich mehr Zug und Druck verträgt als eine Schraube, kann jeder, der mit beiden Verbindungsmitteln täglich zu tun hat, bestätigen.
Einen weiteren Nachteil der Schraubenverbindung lassen sie außen vor: Bis jetzt gibt es einen einzigen Hersteller, der eine Schraube im Programm hat, die die Holzdiele auch wirklich konsequent auf das Unterlager presst - und das ist (seit knapp einem halben Jahr) die Firma Heco. Alle anderen Schrauben haben das Problem, daß beim Eindringen der Schraubspitze in das Lagerholz ein minimaler Spalt zwischen Diele und Lagerholz entsteht. Und exakt dieser Spalt ist dann auch für das Quietschen der Dielen verantwortlich. Ich gehe übrigens davon aus, daß der Bauherr die Schrauben in die Lagerhölzer und nicht in die 15 mm OSB eingedreht hat. Dort würde die Schraube sowieso nicht lange halten.
Das Problem mit wegreißenden Schrauben ist zumindest in meinem Dunstkreis kein Einzelfall. Ich kenne v.a. im Terassenbereich viele Bauherren, die diese Probleme hatten.

Völlig recht gebe ich Ihnen dagegen mit der Holzfeuchtemessung....die wäre bei massiven Dielen grundsätzlich anzuraten, denn oft genug wurden die Dielen nicht ordnungsgemäß heruntergetrocknet bzw. nach der Trockung wieder feucht gelagert.
Auch diesen Fall hatten wir persönlich schon - und haben die massiven Fichtedielen dann zurückgehen lassen. Denn unter diesen Umständen sind größere Fugen zwischen den Dielen ebenfalls vorprogrammiert.

Gruß Andreas



Wo genau...



...steht, daß Dielen (die eingeschweißt im Paket kommen und somit ab Werk die richtige Einbaufeuchte von 9% haben sollten) ausgepackt auf der Baustelle einen Ausgleich der Holzfeuchte haben sollen? Das hätte ich gern im Originaltext. Um es zu zerpflücken.

Die Unterschiede zwischen verzinkkten und glatten Nägeln sind m.E. marginal, und Schrauben sind in jedem Fall zu bevorzugen. Und ganz besonders dann, wenn verdeckt befestigt wird. Die Geschichte mit den verzinkten Nägeln ist Zimmermannsdenken ebenso wie der Vergleich mit Terrassenböden, der nicht passt. Im Bereich der Parkettlegerei (und da gehören nun auch die Systemdielen hin) gelten strengere Regeln zur Einbaufeuchte und Einbaubedingungen, weshalb sich auch andere Befestigungsarten bewährt haben als in der Zimmerei. Die verminderte Abscherfestigkeit der Schraube im Vergleich zum Nagel darf im Innenbereich gar nicht getestet werden, da stimmt etwas Grundsätzliches dann nicht.

Zu den Schrauben: Ich arbeite seit 2004 in der verdeckten Befestigung ausnahmslos mit der SPAX-Dielenschraube, und es gibt keine knarrenden Böden aufgrund "minimaler Spalte". Noch nicht einmal auf einem FBH-System im Trockenaufbau mit Lagerhölzern. Auch andere Dielenschrauben sind seit Jahren erfolgreich am Markt. Exakt diese "Spalte" bilden sich aber bei einer Nagelverbindung über die Jahre aufgrund des jahreszeitlich bedingten Holzfeuchtewechsels im Innenbereich ebenso wie durch das leichte Federn des Bodens bei Belastungen. Jeder Nagel kann sich da minimal "Luft" verschaffen, da der Auszugswiderstand geringer ist, und das kann sich im Knarren zeigen. Und einen verdeckt genagelten Boden könnte man noch nicht einmal nachnageln. Deswegen sind alte Nagelparkette auch mitunter ziemlich klapprig.

"Ich gehe übrigens davon aus, daß der Bauherr die Schrauben in die Lagerhölzer und nicht in die 15 mm OSB eingedreht hat."

Warum so optimistisch? Ich nicht.

Grüße

Thomas



Hmm,



naja, ist ja nicht das erste Mal, daß wir unterschiedlicher Meinung sind. Aber alleine Ihre Ausdrucksweise (...um es zu zerpflücken....ist Zimmermannsdenken....) zeigt mir, daß eine vernünftige und objektive Diskussion mit Ihnen nur wenig Chancen auf Erfolg hat. Das ist aus meiner Sicht auch nicht allzu schlimm. Ich lasse deshalb Ihre Meinung einfach mal so stehen. Viel Spaß beim Nachschrauben verdeckter Schraubenverbindungen wünscht mit zimmermannsmäßigem Gruß

Andreas



Zur Klarstellung:



Ich habe nicht vor, Deinen Beitrag zu zerpflücken, sondern einen offensichtlich fehlerhaften Beipackzettel eines Dielenherstellers. Also ziere Dich nicht so, und schick einen link oder ein Zitat, falls es solch eine Einbauempfehlung denn gibt.

"Zimmermannsdenken" ist ja wohl nicht unsachlich. Ein Zimmermann denkt berufsbedingt anders als ein Parkettleger, weil sein Aufgabengebiet ein anderes ist. Ich wäre z.B. als Zimmermann sicher keine Attraktion.

Also bitte vor dem Einschnappen erst 'mal genau lesen.

Grüße

Thomas

Auch das hast Du überlesen: Das "Nachschrauben verdeckter Schraubenverbindungen" geht nicht nur nicht, das war in meinem Berufsleben auch noch nicht erforderlich, weil die Dielenschrauben eben besser als Nägel halten.



Erstens



hab ich bisher noch keinen extra Ordner für Verlegeanleitungen angelegt. Sie müssen deshalb schon solange warten, bis ich die nächsten Dielen verlege.
Zweitens impliziert Ihre Aussage, man könne eine verdeckte Nagelverbindung noch nicht einmal nachnageln, daß sowas mit einer anderen Verbindung durchaus möglich wäre.
Drittens hat es wohl kaum etwas mit "Eingeschnappt" zu tun, wenn man eine andere Meinung gelten bzw. stehen läßt. Ich hab das Rad auch nicht neu erfunden und nehme für mich nicht in Anspruch, allwissend zu sein.
Und viertens kann ich mich nicht dran erinnern, daß wir beide schonmal zusammen einen gehoben hätten...oder uns in Schweden befinden. Ich würde deshalb ein "Sie" bevorzugen.

Um dann noch ein allerletztes Mal auf den eigentlichen Sachverhalt einzugehen, hier ein Auszug der offiziellen Website des Gesamtverbandes des Deutschen Holzhandels e.V. Dort heißt es:

Hobelware (Dielen mit ca. 18 % Holzfeuchte) sollte während der Heizperiode zwei bis mehrere Wochen – abhängig von Brettstärke und Restfeuchte im Holz – stapelweise in dem Raum lagern, in dem sie später verlegt werden soll. So passen sich die Dielen der im Raum herrschenden Luftfeuchte an, wodurch eine übermäßige Fugenbildung nach der Verlegung vermieden wird.

Einfacher ist es, Ihren Holzfachhändler nach der technisch heruntergetrockneten Qualitätsfußbodendiele zu fragen. Da sie eine Holzfeuchte von ca. 10 % aufweist, ist sie bereits dem Klima in beheizten Wohnräumen angepasst. Deshalb findet keine übermäßige Fugenbildung nach der Verlegung mehr statt.

Nachzulesen hier:

http://www.holzhandel.de/dielenfussboden.html

P.S.: Ich bin kein Freund von kleinlichen Kompetenzrangeleien im Internet. Ich zeige meine Fachkompetenz lieber jeden Tag vor Ort auf der Baustelle.....

Gruß Andreas



Danke für die Hinweise



und eine weitere Frage. Warum ist es wichtig den Boden schnellstmöglichst wieder aufzunehmen? Was kann da sonst noch passieren?

Sabine



Was



so für Gerüchte verbreitet werden... Das mit dem Klimatisieren von Parkett und Dielen auf der Baustelle z.B.- völliger Unfug. Solche Materialien weden auf eine normgerechte Feuchte (ca.9%)getrocknet angeliefert und auch so verlegt. Eine Ausnahme bilden nur spezielle Anwendungen, wenn im betreffenden Raum ein dauerhaft anderes Klima zu erwarten ist als in modernen zentral beheizten Wohnräumen. Solche Ausnahmen sind Kirchen, unbeheizte Gartenhäuser, klimatisierte Räume. Insofern hat Th. Böhme mal wieder Recht.

St. Procopius, Parkettböden



Nun dann...



"hab ich bisher noch keinen extra Ordner für Verlegeanleitungen angelegt. Sie müssen deshalb schon solange warten, bis ich die nächsten Dielen verlege."

Wer etwas behauptet, sollte es auch belegen können. Aber ich warte gern.

"Zweitens impliziert Ihre Aussage, man könne eine verdeckte Nagelverbindung noch nicht einmal nachnageln, daß sowas mit einer anderen Verbindung durchaus möglich wäre."

Fein erkannt. Wird von oben genagelt, geht das (Nachnageln)sehr wohl. Vom Nachschrauben einer verdeckten Schraubenverbindung war nicht die Rede.

"Drittens hat es wohl kaum etwas mit "Eingeschnappt" zu tun, wenn man eine andere Meinung gelten bzw. stehen läßt. Ich hab das Rad auch nicht neu erfunden und nehme für mich nicht in Anspruch, allwissend zu sein."

versus

"daß eine vernünftige und objektive Diskussion mit Ihnen nur wenig Chancen auf Erfolg"(hat).

Ich lasse Ihnen Ihre Schmollecke. Da bauen Sie tagsüber aus fetten Balken einen Dachstuhl (Respekt) und sind zum Feierabend empfindlich wie eine Mimose.

Ach ja:

"Hobelware (Dielen mit ca. 18 % Holzfeuchte)"

Das klingt ja stark nach Bauholz, und da wird auch kein Fußboden im Wohnbereich draus, zumindest nicht ohne unsinnigen Aufwand. Mit der Hainbuchendiele der Fragestellerin hat das nichts zu tun. Wir wissen beide, was mit einem Brett passiert, das von 18% auf 9% heruntertrocknet: Es wird eine konkave oder konvexe Oberfläche ausbilden, je nachdem die rechte oder linke Seite oben liegt, es wird oft reißen oder sich verwerfen. Die Nachtrocknung unterschiedlich dichter Holzpartien ist ferner unterschiedlich intensiv. Deshalb wird schon bei der (gar nicht mehr passgenauen) Verlegung ein unregelmäßiges Fugenbild entstehen. Und: legen Sie sich 'mal ein Brett mit 18% auf die Kredenz und messen Sie bitte, wie lange es braucht, um auf 9% zu kommen. Da können Sie den ganzen Sommer drauf warten - vergeblich.

Herr Andreas Herpich, Sie schreiben von Zimmererholz, und ich von Massivholzdielen, die als Sichtfläche im Wohnbereich gedacht sind. Das ist definitiv nicht dasselbe.

@ Sabine

Schön, daß Sie durchgehalten haben.

Warum jetzt Aufnahme und Neuverlegung? Wollen Sie wirklich mit diesem Zustand leben? Ich vermute, Sie haben schon eingeräumt? Ärgerlich, schon klar. Da die Dielen nicht fest liegen, sobald die Heizperiode beginnt (Rücktrocknung) kann es durch das sich ergebende Spiel zwischen Schrauben und Dielung zu zusätzlichen Schäden im Nutbereich kommen. Die Schrauben könnten zusätzlich verbogen werden. Sie können die Arbeiten sicher bis in's Frühjahr schieben, wenn sich der Boden jetzt nicht noch weiter ausdehnt, aber ist ihnen damit geholfen? Die Passgenauigkeit bei der neuen Verlegung der Dielung wird geringer (plastische Verformung unter Druck), um so länger Sie warten. Andererseits könnte die Fugenbildung durch die Jahre etwas geringer ausfallen, da das Holz zum Ende der Heizperiode etwas trockner ist. Ich würde das jetzt angehen, weil ich mich jeden Tag über diesen Fehler ärgern würde.

Grüße

Thomas



Seltsam,



wir haben erst neulich vom Holzfachhändler eine Ladung 40er Fichtedielen geliefert bekommen, bei denen mein Holzfeuchtemessgerät bei Anlieferung eine ruchhafte HF von 16 % angezeigt hat. Da werd ich mich wohl mal ernsthaft mit meinem Messgerät unterhalten müssen...unglaublich, solche Lügen in die Welt zu setzen :-)

Das wars dann aber auch wirklich definitiv von meiner Seite - zumindest wenn es um das Thema Holzfußböden geht. Das überlasse ich ab jetzt den Profis...:-)

Gruß Andreas



Die 40er Dielen...



...werden bei der "Baustellentrocknung" nicht in wirtschaftlich relevanten Zeiträumen trocken (9%).

Für welche Anwendung war das denn gedacht? Klar gibt es auch Kunden, die richtige Fugen sehen wollen, und die kriegen sie ja dann auch, aber die allermeisten Bauherren wünschen möglichst kleine Fugen, aus nachvollziehbaren Gründen.

Bei Dielen, die bei 16% HF (das entspricht lufttrocken) eingebaut werden, und dann auf die übliche Innen-HF von rund 9% trocknen, gäbe das ein Nachtrocknen wie folgt: 7% Holzfeuchteänderung, Differentielles Schwindmaß Fichte mittel 0,29% je 1% Holzfeuchteänderung, gesamt 2,03% der Breite eines Elements trocknen somit zurück. Das ist eine Fuge von 5mm je 25cm breites Brett. Meine hier im Haus verbauten Dielen (um 1902) sind jeweils aus 2 Brettern verleimt, ca. 50cm breit, und, wie damals üblich, wohl lufttrocken eingebaut worden. Und tatsächlich habe ich ca. 12mm breite Keilleisten eingeleimt, als ich den Boden überarbeitet habe, ohne ihn aufzunehmen. Da stimmt meine Berechnung hier sogar in der Praxis, nur, wer will schon heute solche Fugen? Das trocknet ja selbst bei 25cm Breite schon fast aus der Feder. Und bei Randbrettern könnte mann's glatt noch mit 1,3 multiplizieren...

Grüße

Thomas



Hainbuche



Das Holz der Weißbuche / Hagebuche ist auserordentlich hart.
Leider hat es von den einheimíschen Laubhölzern, die in der
Schreinerei verwendung finden, das größte Schwundmaß!
Ein Grund warum es früher für Möbel oder Fußböden kaum
Verwendung fand.
Auf gar keinen Fall därf Weißbuche auf der Baustelle
klimatisiert werden.
Wie schon Herr Böhme sagte :das führt zu Verlegeprobleme.

Viele Grüße
Holz Pur Manufaktur
Hans-Peter Mast





Ich würde den Boden komplett wieder aufnehmen. Die Unterkonstruktion hat sich ja offensichtlich schon länger vorher gut verhalten. Also drin lassen.
Die Haibuche ist sicher nicht die Holzartenspezifische Top - Wahl aber egal, jetzt ist sie ja da.

Um hier mal einen ganz anderen Gedanken rein zu bringen, weder Nägel noch Schrauben. Vielfach bewährt bei solchen Aufbauten auf OSB oder Spanverlegeplatten mit Dielen ist das Verkleben mit einem hoch elastischen 2 K PU System.
Kein Knarzen. Der Kleber geht Jahrzehnte lang die natürlichen Quell- und Schwindbewegungen des Holzes mit.



Frage:



"Der Kleber geht Jahrzehnte lang die natürlichen Quell- und Schwindbewegungen des Holzes mit."

Welchen "hoch elastischen 2 K PU" - Kleber gibt es schon Jahrzehnte?

Grüße

Thomas



Danke Thomas für die Frage...



ich habe das erste mal vor 12 Jahren einen Sika Bond verwendet. u.a. im eigenen FW-Haus für Eichen und Kirschbaumdielen. Wenn du die genaue Type wisen willst, kann ich dir die gerne mitteilen.



Ich will ja nicht Erbsen zählen,



aber das sind grade 'mal 12 Jahre und keine Jahrzehnte. Wir wissen bislang nicht, ob das Ganze nicht nach Jahrzehnten zerbröselt, oder dem ständigen Arbeiten des Vollholzes dauerhaft gewachsen ist. Verkleben mag, wer will, kleine Massivparkettformate, oder Mehrschichtparkett / -dielung. Ich würde für sehr lebhafte massive Holzarten und gleichzeitig auch noch größeren Formate abraten.

Und ich halte die Klebstoffverlegung für den Selberbauer klar für ein "No go". Da scheiterten auch schon ambitionierte Allround-Hausmeister dran.

Grüße

Thomas



@Thomas - Ich finde es ja wirklich spassig...



... das ich mal als Inchenoer ohne Schreinerlehre und dann doch manchmal mehr als einem ambitionierte Allround-Hausmeister von dir zugetraut wird. :-)

Ich gebe aber unverblühmt zu das mir nun endlich klar geworden ist, das ich einem Museologe das Wasser nicht reichen kann.
Will ich aber auch gar nicht.

Und - Ja, 12 Jahre sind keine Jahrzehnte, aber auch damals war das Material nicht neu auf dem Markt. Damit sollte allen klar sein, das ich mit Jahrzehnten absolut maßlos übertrieben habe und senke mein Haupt mit einem herzerfreuten Mea Culpa vor ihrer mathematischen Glanzleistung.

@all - gut das es immer mehrere Meinungen gibt. Ich denke gerade in diesem Fred ist dies klar geworden. Wie man es macht muss schlussendlich jeder für sich selber entscheiden und dabei entscheiden, ob er Hausmeister, Selbermacher oder Profie ist. Sollte man sich eine Ausführung nicht selber zutrauen, ist es eh angeraten den Fachmann ran zu lassen. Dafür gibt es die schließlich.





Nicht so stachelig die Herren ;-)

[pubimg 23962]



@ Markus



Mit dem Zutrauen ist das so eine Sache. Wir kennen uns und unsere Qualifikationen (und damit meine ich keine Titel, sondern anwendbare Fähigkeiten) ja gar nicht; nur das, was wir hier schreiben. Wichtig ist letztendlich, da hatte Helmut "Blühende Landschaften" Kohl ja recht, was hinten 'raus kommt. Klar gönne ich Dir Deinen gut liegenden verklebten Dielenboden, aber ich würde hier jemanden, der mit einer verschraubten Verlegung nicht klargekommen ist, nicht zur Verklebung raten.

Grüße

Thomas



@ Thomas



da wir nun die schlechten Nachrichten einigermaßen verdaut haben, jetzt noch einige konkrete Nachfragen.

Wir haben uns entschlossen den Boden komplett wieder aufzunehmen (nützt ja nichts), allerdings aus zeit, geld und logistischen Gründen nicht sofort. Wir werden auch die OSB-Platte rausschmeissen, weil wir anschlusstechnisch sonst zu hoch kommen.

Damit wir abchecken können, ob der sonstige Unterbau ok ist oder ob wir da auch noch was ändern müssen: welche Abmessungen sollten die Balken mindestens haben und welchen Abstand höchstens bei 21mm Dielen?

Welche Schrauben (Dicke, Länge, Marke)?

Welche Jahreszeit zum verlegen?

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Und zur Sicherheit: wissen Sie oder sonst jemand einen guten Parkettleger im Osten von Hamburg, an den wir uns ggf. hilfreich wenden können?

Danke, Danke
Sabine



noch ne Frage



Ich hab jetzt nicht die ganze Litanei durchgelesen:

Ist das im EG oder OG?

Wer hat Ihnen den Hainbuchenbelag verkauft, angeraten?

Diese Holz ist m.E. für einen Fußboden relativ SEHR ungeeignet.

Schon die so beliebte Rotbuche ist so ein Modeblödsinn, der nur für die Verkäufer einen Sinn hat.

Da wird Ihnen auch eine Neuverlegung nicht recht viel grössere Freude bringen.

Die meisten Schrauben sind so SPAX-Zeug die man zwar gut und schnell schrauben kann aber auf Grund der Materialdicke am Schaft wenig in Querrichtung aushalten.
Die alten Holzschrauben hatten dickere Schäfte!
Weiß gar nicht wo und ob man die noch bekommt!

Sorry

FK



Eine Verlegung von Systemdielen...



...ohne flächigen Unterbau kann ich Ihnen nicht empfehlen, das geht noch Schiefer als gehabt. Wenn Sie die Verlegeebene (25er OSB z.B., oder 2x15mm punktuell miteinander verklebt und verschraubt) ZWISCHEN die Balken auf Latten ablegen, die Latten seitlich an der Balkenlage befestigt und nivelliert auf den höchsten Punkt der Balkenlage - dann haben Sie sogar Aufbauhöhe gespart.

Lassen Sie sich nicht ängstigen: auch wenn die Hainbuche nicht das (hinsichtlich des Arbeitens) optimale Holz für den Fußboden ist, ist sie als solcher geeignet. Und die dicken Schlitz-Schrauben der Väter passen sowieso nicht in Nut und Feder von 21mm-Dielen.

Rohfilzpappe als Zwischenlage zur OSB, SPAX-Dielenschraube 55mm, Jahreszeit ist nun egal, das Holz hat sich aklimatisiert.

Grüße

Thomas



Das war schon mal ein wichtiger Tipp



das wir doch wieder einen flächigen Unterbau herstellen müssen.

Wären denn die Balken von 60x80 mit Abstand 50 cm dann ausreichend?
Und nur um sicher zugehen, wie entscheidend ist die Dicke der Schrauben, eher möglichst dick?

Und kann man denn dann in die OSB-Platten schrauben oder dann nur oder auf jedenfall auch in die Balken?

Und Verlegerichtung auf jedenfall quer zur Balkenlage?
Dann müssen wir die Verlegerichtung zum Teil nämlich drehen.

Warum Rohfilzpappe, geht Kork auch, wenn nicht, warum nicht?

Grüße
Sabine



Bei...



25 oder 30mm OSB kann natürlich in die Platte geschraubt werden. SPAX-Dielenschrauben sind immer 3,5mm stark und 45 oder 55mm lang, das reicht völlig aus. Wählt die 55er Länge.

Für eine 25/30er Platte zwischen den Balken sind die 50cm Balkenabstand sehr komfortabel, die Plattenstärke resultiert hier nicht aus den Erfordernissen der Statik, sondern aus einer ausreichenden Schraubtiefe.

Quer zur Balkenlage wäre besser. Verlegt ihr längs, könnten Schraubkanten über den (meist) tieferliegenden Balken zu liegen kommen, was nicht vorteilhaft ist.

Rohfilzpappe ist billiger als Rollkork, letzterer (2mm) ist gleichermaßen geeignet.

Grüße

Thomas



Jetzt



taucht noch mal die Frage auf, werden wir damit dann das Problem der wegknackenden Schrauben lösen?

Weil, wir haben einige Schrauben gesehen, die sind nicht rausgerissen sondern durchgebrochen. Lag es an der Schraubenqualität (Bierbach)? Oder der Schraubenlänge 45mm? Oder an den Kräften des Holzes? Und die bändigen wir ja nicht mit einem stabileren Untergrund.

Oder hat sich das Holz vielleicht jetzt eingelebt?

Um die Probleme Aufbauhöhe und falsche Richtung der Balken zu lösen haben wir jetzt folgenden Aufbau entwickelt: 15er OSB auf Latten zwischen die Balken schrauben, dann alte 15er OSB-Lage auf Balken und OSB, verschraubt und verklebt (mit was verklebt?) Oder gibt das Übergangsprobleme?

Danke, danke
Sabine

(Wissen ist das Einzige was mehr wird, wenn man es teilt)



Der angedachte Aufbau...



...bedingt denn aber, daß die nivellierte untere OSB tatsächlich überall der höchste Punkt ist; mit dieser wird die obere OSB punktuell verklebt und verschraubt.

Die Schrauben vom Bierbauch sind schon in Ordnung. Eine Quellbelastung wie gehabt wird es nicht mehr geben, soweit das Wohnraumklima im normalen Bereich bleibt. Sie können davon ausgehen, daß sich das Holz "eingelebt" hat. Ich würde dennoch die Neuverlegung nicht unbedingt direkt am Ende der Heizperiode vornehmen, da ist das Holz am trockensten. Oder die Holzfeuchte halt messen.

Grüße

Thomas



Noch eine kleine Nachfrage @Thomas



mit welchem Kleber die OSB-Platten punktuell verkelben? Holzleim??

Danke und Grüße
Sabine



Ich würde...



...einen Parkettkleber wählen, und mit dem Zahnspachtel auftragen. Z.B. Stauff SMP 950 mit

STAUF Zahnspachtel Nr. 3 (TKB B7). Klecksweise mit dem Spachtel verteilen, die unteren Platten müssen gut gereinigt werden (kein Staub!)

Hier mehr zu Spachteln: http://www.malertv.de/zahnspachtel-a1-b2-welche-grose-fur-was/

Grüße

Thomas



Super,



danke an alle für die vielen Tipps und Hinweise. Dann werden wir das Problem demnächst mal angehen. In der Hoffnung, das dann alles gut wird.

Grüße
Sabine