Kerndämmung, Kellerdeckendämmung, oberste Geschossdecke

08.04.2010



Guten Tag zusammen!

Wir renovieren ein Haus von 1927 und wollen die Kellerdecke, Fassade und die oberste Geschossdecke dämmen.


Kellerdecke:

Der Keller hat eine Raumhöhe von nur 1.90m, daher wollen wir ungern von der kalten Seite her dämmen. Auf der Kappendecke liegt eine Balkenkonstruktion von 10cm Höhe, darauf dann Dielenboden, der abgeschliffen wird. Den Hohlraum (soweit ersichtlich darinnen keine Feuchtigkeit) von 10cm möchten wir mit einem Dämmstoff verfüllen.

Im Rennen sind
- EPS-Perlen (Nachteil: brennbar, bauaufsichtlich nur für Fassade zugelassen, gast HBCD aus, kommt durch kleine Lücken)
- Zellulose (Nachteil: in der Regel mit Bromat behandelt, wenn unbehandelt, dann anfällig für Schimmel und Schädlinge? Staubbildung? Feuchtigkeit?)
- Mineralwolle (Nachteil: Fasern könnten in die Atemluft abstauben?)
Welcher Dämmstoff ist denn hier am ehesten empfehlenswert?


Fassade:

Wir haben eine 9cm-Hohlschicht zwischen 11,5cm Ziegeln, in die wir einblasen wollen. Fenster pp. werden vorher erneuert.

Hier kommen vom Dämmwert her m.E. nur EPS-Perlen in Betracht, HBCD-Ausgasung dürfte ja wohl hier kein Problem sein. Mineralwolle / Zellulose sind hier wohl feuchtigkeitstechnisch anfälliger, auch wenn die Außenwand trocken zu sein scheint.


oberste Geschossdecke:

Zunächst wollten wir von oben her provisorisch dämmen, da wir den Dachboden ohnehin in 5-10 Jahren ausbauen wollen. Allerdings haben wir festgestellt, dass die abgehängte Decke der Zimmer darunter ohnehin mit 10cm Glaswolle verfüllt ist. 10cm Platz hätten wir noch. Hier dachte ich daran, zusätzlich noch etwas Zellulose hineinblasen zu lassen, das ist günstig und stört später nicht, wenn oben ausgebaut wird.


Ratschläge? Meinungen?

Gruß

Björn



dämmung



hallo für die kellerdecke empfehle ich ihnen eine perlit Schüttung keine ausgasung weil reines mineral, man kann auch etwas Kalk beimischen der nimmt ev vorhandene feuchten auf und bindet so das matrerial etwas an. auch in den hohlwänden ist perlit einzusetzen der vorteil auch hir keine Chemie keine kunststoffe keine gifte und sie fliest einfach leicht auseinander wie wasser so das keine hohlräume etstehen .
was die ausgasungen von eps angeht wäre ich nicht sicher wenn zb der wiederstand nach außen größer ist als nach innen ( ev aufgebrachter Anstrich ) ist leider doch mit messbaren ausgasungen zu rechnen



Neutral?



Danke für Ihre Meinung.
Allerdings verkaufen Sie auch Perlite. :-)



Perlit



ist ein mineralischer Dämmstoff, der meines Wissens meistens für unbelastete Schüttungen eingesetzt wird. Gesamtökologischer Nachteil: soweit ich das sehe hat die Herstellung einen enormen Energiebedarf.

Alternativ wurde mir hier vor kurzem Liapor empfohlen.



Noch ein Vorschlag



Kellerdecke: entweder Isofloc (mit Borsalzen behandelt, die m.E. unbedenklich sind, wenngleich in jüngster Zeit Tierversuche mit extremen Konzentrationen ergeben haben sollen, daß es denen nicht gut tat, andererseits ist Bor immer noch als Konservierungsstoff z.B. in Kaviar zugelassen)- Einblasen von oben durch 3 - 4 aufgenommene Dielen oder durch die Außenwand (ein 50er Loch in jedes Balkenfeld, aufpassen daß keine Flocken in den Luftspalt kommen)

oder PS-Kügelchen. Wiki zu HBCD: "Typische Einsatzkonzentrationen von HBCD sind rund 0,7 % in EPS, 2,5 % in XPS und 6–15 % in Textilien".

Wände: EPS-Perlen, wie Sie schon sagten,

oberste Geschossdecke: Zellulose.



Alternativ



Kellerdecke
Perlite wie z.B. Thermo-Fill S
Perlite ist anorganisch und somit unverrottbar und ungeziefersicher sowie unbrennbar.

Fassade
Da haben Sie ja schon entschieden

oberste Geschossdecke

Lehm-Hobelspan-Dämmung nicht nur Dämmung, sondern auch vorteilhaft für Schallschutz, alternativ wäre auch Perlite geeignet.

Grüsse Thomas



perlit



um das hier klar zu stellen perlit ist ein gestein das von mehreren firmen hergestellt und vertieben wird ,wenn ichs hier empfehle dann weils sinnig ist, und nicht weil ich verkaufen will ( ist für uns nur ein rohstoff für die dammputz herstellun ) unsere perlit wäre wohl auch nicht geeignet weil die Körnung zu klein wäre



Dämmung, dämmung über alles …



Hallo

Sie versuchen mit aller Gewalt Ihr Häuschen und den Geldbeutel zu ruinieren bzw zu schröpfen und das mit allen Möglichkeiten die die Bauphysik an Fehlern aufzuwarten hat.

Kellerdecke:
Der Luftraum ist dort, weil er Sinn macht, nicht dass man etwas hineinbläst, was den Aufbau schädigt.
Das gleiche für die Wand und Decke.

Finanzielle Maßnahmen nur einsetzen für sinnvoll - nachhaltige Sanierungen nicht für die "Launen der Bauindustrie-Profiteure"!

Wenn Sie unbefangen rechnen würden und die Vor- und Nachteile abwägen würden, kämen Sie darauf, dass sich Ihr angedachter Aufwand mit dem realen und vor allem dem finanziellen Einsatz nicht und nie rechnen wird.

Überlegen Sie noch mals!

Gutes Gelingen

FK



Danke für die Meinungen!



Herr Dahlbüdding, nichts für ungut, war nicht persönlich gemeint und sollte auch nicht unverschämt sein.

Kellergassenkatze, an Liapor habe ich auch schon gedacht für den Fußboden, das ist aber schwer zu bekommen.

Herr v. Stein, Isofloc wäre wohl auch die Zellulose, die hier benutzt würde, wobei man glaube ich insgesamt bei den Zelluloseprodukten nur zwischen borat-frei und borat-haltig unterscheiden kann. Das Borat in Isofloc ist genau mein Bedenkenpunkt. Allerdings gast es glaube ich nicht aus.
Zum HBCD: Die EPS-Gesamtmasse unter dem Fussboden ist natürlich nicht gering. Der Luftaustausch ist auch geringer, als wenn man mit einem Kleidungsstück durch die Welt/Wohnung gondelt.


Herr Kehle, für die oberste Geschossdecke kommt Perlite wohl nicht in Betracht, weil man in den Hohlraum der abgehängten Decke über die Glaswolle wenn überhaupt etwas einblasen kann, schütten ist nicht drin.


Herr Kurz, geldintensiv ist allenfalls die Kerndämmung, die aber im Vergleich zur WDVS-Fassadendämmung sehr günstig wäre. 4.000 Euro Investitionskosten scheint mir nicht zu viel. Konservativ gerechnet 1000 Euro Wärmeverlust im Jahr über die Fassade, 20 Prozent Einsparung im Jahr, rechnet sich ohne Inflation in 20 Jahren. Wir wollen damit aber auch erreichen, dass die Wände innen nicht so kalt sind, wie in der vergleichbaren Wohnung, welche wir jetzt bewohnen. Vorrangig wird natürlich die Heizung erneuert.
Die Fussbodendämmung schlägt nur mit ca. 500 Euro (70m2 x 10cm = 7 Kubikmeter) zu Buche, der Aufwand für die oberste Geschossdecke ebenso. Scheint mir insgesamt angemessen.

Nur durch Diskussion erweitert ein dummer Bauherr sein Wissen, deshalb freue ich mich über Entgegnungen!

Björn





Hallo Björn,

wenn ich mir Ihr Ansinnen so durchlese fällt mir auf, das Sie die bauphysikalischen Aspekte nahezu ausblenden.
Sowohl die obere Geschossdecke, als auch die Kellerdecke währen nach Ihren Vorhaben Innendämmungen.
Geben Sie das mal oben rechts in die Suchfunktion ein, dort finden Sie mehr Lektüre als Sie in einer Nacht lesen können.
Zu Ihrem Kerndämmvorhaben, was ist mit dem Luftspalt an Fenster- Türstürzen und Laibungen?
Wie ist die äußere und die innere Schale verbunden?
Wie viel Mörtelreste aus der Bauphase liegen im Fußpunkt?

Wie viel % Fassade glauben Sie gedämmt zu bekommen?


Grüße aus Schönebeck



Grüße nach Schönebeck!



Vielen Dank für Ihre Anmerkungen.

Uns ist bewusst, dass eine Dämmung von der kälteren Seite bauphysikalisch eigentlich ratsamer wäre.

Wir haben uns aus folgenden Gründen dagegen entschieden:

Keller: zu niedrig für eine Innendämmung. Ein Taupunktproblem werden wir m.E. nicht haben, dafür ist der Keller ganzjährig zu warm.

Dachgeschoss: soll später ausgebaut werden. Entweder wird der Hohlraum in der abgehängten Decke ausgefüllt, oder es würde gar nichts gemacht, wofür vielleicht auch einiges spricht. Das Investitionsvolumen hält sich da aber in Grenzen.

Fassade: Fenster pp. werden alle neu gemacht, so dass sich dort ein Problem mit dem Luftspalt dort nicht ergeben sollte. Die Schalen sind mit Drahtankern verbunden.
Wie viel Mörtelreste wir im Fußpunkt haben, wird sich zeigen... Dass die Fassade nicht zu 100% im Kern gedämmt werden kann, ist klar.

Gruß

Björn



oberste Geschossdeke



Wenn auch später der Dachboden ausgebaut wird, sollte man auch etwas an den Schallschutz denken und daher wäre eine zusätzliche Masse von Vorteil.
Übrigens, Perlite wie Thermo-Fill S kann auch eingeblasen werden.

Grüsse Thomas





Im Fußboden würde ich auch keine Zellulose einsetzen da hier keine Luftdichtheitsebene vorhanden ist. Wenn EPS wegen dem Ausgasen nicht in Frage kommt ist SLS 20 eine Möglichkeit. Dies kann alternativ zu EPS auch in der Außenwand eingesetzt werden. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit Steinwollegranulat als Kerndämmung zu verarbeiten. Kein Ausgasen, keine Borate, hydrophobiert. Bei der Abgehängten Decke würde ich Zellulose nehmen. Dem Verweis auf die Innenwanddämmung mit all ihren Tücken würde ich hier keine all zu große Bedeutung zukommen lassen - Sie haben ja bereits Mineralwolle in der Decke und darunter verm. eine Gipskartondecke. Hier besteht evtl. ein Mangel in der Diffusion. Dieser führt in aller Regel aber nicht zu einem Bauschaden. Bauschäden sind in den allermeisten Fällen auf Konvektionsmängel zurückzuführen.
So und nun fallt über mich her...