Fundament/Statik

15.02.2012



Hallo!
Ich habe eine neue Frage.
Mein Haus, Bahnhofstrasse 51, Eggersdorf, hat ein 40-45cm tiefes Feldsteinstreifenfundament und darauf 24er Ziegelmauerwerk, dann kommt das Dach. Also ziemlich klein.
Heute waren wir beim Architekten des Vorbesitzers ( komplette Ausbauplanung) inkl. Baugenehmigung)und der meinte, mann müsse mindestens 60cm Fundament noch darunter füttern und eine zweite Innenwand setzen um die Last des Daches halten zu können. Stahlträger durch das ganze Haus...Geschätzte Ausbausumme bei 79qm² Haus 150000€ zuzüglich 15000€ Bauleitung ohne Statiker.
Meine Frage ist nun: Das Haus steht seit ca.215 Jahren so da ohne zusammengebrochen zu sein. Ich weiß das ich einen Statiker brauche und den nicht umsonst bekomme.
Sind 24er Ziegelwände wirklich so schwach das sie nichts tragen können?

Vielleicht kennt ja einer einen seriösen Statiker im Raum Strausberg/bei Berlin. Der Architekt hat mir einen empfohlen, aber ich traue dem Frieden irgend wie nicht.

Vielen Dank schon mal und einen schönen Abend, Amely



Da wäre ein Abriss und Neubau einfacher



Vermutlich kennt er sich mit Altbauten nicht so aus oder mag die nicht.
Andersrum wäre es natürlich arrogant, aufgrund eines einzigen Bildes mehr wissen zu wollen als der Mann, der das Haus (hoffentlich) persönlich gesehen hat.
Wir wissen ja auch nicht, was Sie ändern wollen.





ach ja, mit 'er' im obigen Beitrag ist "der Architekt des Vorbesitzers" gemeint, nicht die Bauherrin. Vermutlich möchte er mit den 60 cm unter die Frostgrenze kommen.

Lieber Walter, Dein Status hier ist mir ziemlich wurscht und was Dich meiner kümmern könnte, weiss ich nicht.
Immerhin siehst Du auf dem Bild Haarrisse und weisst, dass die Fundamente den heutigen Belastungen nicht mehr gewachsen sind - ohne das Projekt der Bauherrin zu kennen - und dass man das Problem mit Transportbeton angehen muss.
Respekt.





ach ja, mit 'er' im obigen Beitrag ist "der Architekt des Vorbesitzers" gemeint, nicht die Bauherrin. Vermutlich möchte er mit den 60 cm unter die Frostgrenze kommen.

Lieber Walter, Dein Status hier ist mir ziemlich wurscht und was Dich meiner kümmern könnte, weiss ich nicht.
Immerhin siehst Du auf dem Bild Haarrisse und weisst, dass die Fundamente den heutigen Belastungen nicht mehr gewachsen sind - ohne das Projekt der Bauherrin zu kennen - und dass man das Problem mit Transportbeton angehen muss.
Respekt.



Aus welchem Grund ...



...ist denn dieses Thema aktuell geworden? Gibt es bauliche Veränderungen, die den Schluß nahelegen, das die Fundamente ihre Tragfähigkeit verloren oder teilweise verloren haben.

Ohne Expertise eines Statikers und ohne Baugrunduntersuchung würde ich pauschal erst einmal gar nichts machen, es sei denn, der Bau zeigt deutliche und aktive Setzungserscheinungen oder Verformungen.

Natürlich kann ein Feldsteinfundament heute nicht mehr statisch nachgewiesen werden. Und natürlich müssen Fundamente frostfrei auf 80-100cm Tiefe gegründet werden.

I.d.R. sind aber alte Gebäude, auch wenn sie schief und krumm sind, standfest, sofern sich die äußeren Bedingungen nicht verändert haben.

Eine 24er Aussenwand ist bei einem Gebäude dieser Größe ausreichend bemessen, vorausgesetzt, sie ist noch tragfähig in Ziegel- und Mörtelqualität.

Eine Unterfangung der Fundamente ist in der Tat eine äußerst kostspielige Angelegenheit, die nur im extremen Notfalle durchgeführt werden sollte, an einem lohnenswerten Objekt. Ansonsten gilt, wie meistens: Neubauen kommt preiswerter.

Lassen Sie sich doch erst mal schlüssig erklären, weshalb dieser Aufwand betrieben werden soll.

Wenn Sie das Haus erst noch kaufen wollen, dann schauen Sie sich auf jeden Fall auch die Fussbodenkonstruktion an. Wenn es ein alter Dielenboden ist und sich darunter nur Erdreich befindet, müssen Sie diesen Aufbau auf jeden Fall herausnehmen und gegen eine Betonbodenplatte mit Abdichtung, Estrich und neuemFussbodenbelag austauschen. Auch Feuchtigkeit im Sockelbereich kann eine Rolle spielen.

@ Hofacker: Ist Ihre Antwort keine seltsame Zuschrift?
Eine kostengünstige Alternative zu einer statisch notwendigen Unterfangung in Beton gibt es nicht.



Die Informationen



sind sehr dürftig.
Da wir alle hier, salopp gesagt, keine Hellseher sind, können wir den etwaigen Gedankengängen Ihres Architekten nur dann folgen, wenn Sie hier mehr Informationen einstellen.

Herr Pickartz hat es ja schon sehr gut beschrieben.

Mit zu wenig Informationen führen Sie alle hier in die falsche Richtung und schlussendlich wird Ihre Frage nicht angemessen beantwortet.

Grüsse



Wie gesagt,



viel ist aus diesem einen Bild nicht heauszulesen, aber:
Traufe ist gerade - keine ungleichmäßig Fundamentsetzung.
First ist gerade - gegenüber auch keine ungleichmäßige Setzung.
Dachfläche gerade - Dachkonstruktion O.K.

Ich verstehe auch nicht, warum die Lasten im Vergleich zu früher zugenommen haben sollen, weil die Bowohner wohl schwerer sind?

Also für mich steht das Häuschen, nach diesem Foto, im einwandfreien Zustand da.

Viele Grüße, Gerhard





Hallo an alle,

erst einmal vielen Dank für die Antworten.
Ich wollte eigentlich keinen Streit unter den Mitgliedern des Forums lostreten.
Ich dachte nur das vielleicht andere Hausbesitzer auch 24er Außenwände haben und das nicht abartig ist. Gesehen habe ich das schon und das Haus nebenan hat auch keine dickeren Wände und vor allem kein tieferes Fundament und da wird regulär gewohnt.

Ich danke allen fleißigen Schreibern. Vielen Dank Herr Pickartz. Wir werden die Maßnahmen noch einmal gründlich überdenken und vielleicht eine zweite Meinung einholen.

PS: Fundament muß hier und da schon ausgebessert werden.
Die Dachkonstruktion ist ziemlich marode obwohl es
gerade aussieht, aber das sind Sachen die sowieso geplant sind.



Stand der Dinge



Wenn es sich so verhält, wie sie gerade beschrieben haben: das Unterfangungen am Fundament unvermeidlich sind und auch die Dachkonstruktion grundsätzlich überarbeitet oder ersetzt werden muss, würde ich Abstand von diesem Objekt nehmen.

Für die genannten € 150.000,- ,sofern sie reell berechnet sind, können Sie ein schönens, kleines Haus neu bauen und dafür auch noch einen Architekturpreis bekommen.





Das Haus ist doch schon gekauft, oder?

Besteht eine emotionale Bindung an das Haus? Gibt es anderweitige Gründe (DMS...), die gegen einen Abriss und Neubau sprechen? Ich würde auf jeden Fall mal ausrechnen lassen, was es kostet, dieses Haus abzureißen und (uU in gleicher Größe) komplett neu zu bauen.



Berlin-Zulage?



… oder hat das Haus irgendwelche ganz besonderen Vorzüge, die so eine Summe rechtfertigen?

Vielleicht kontaktierst Du mal jemanden von dieser Liste:
http://igbauernhaus.de/index.php?id=403&L=nykcbykwuvyjs
um eine unabhängige Einschätzung zu bekommen.



Also



ich würde erst einmal EINIGE Meinungen einholen, bevor ich mal eben 150kEur anlege... und bevor ich an Abbruch denke. Ich sehe auf den Fotos ein hübsches altes Häuschen mit schönen alten Fenstern (die falls sie keine Kastenfenster sind mit Innenvorsatzfenstern ertüchtigt werden sollten, es sei denn sie zerfallen schon wenn man ihnen einen schiefen Blick gibt). Je nach Innenzustand kann(!) eine Sanierung deutlich billiger sein als ein neubau und mit wesentlich mehr Eigenleistung möglich.

Mal abgesehen davon: in manchen Gegenden braucht man für Renovierungen wesentlich weniger Baugenehmigungen als für Neubauten... das kann durchaus sehr interessant sein wenn es zum Beispiel um Grenzbebauung etc. geht.