Fundament unter Schwelle neu Verfugen

28.08.2015 Niklas



Hallo zusammen,

da ich mich langsam mal mit dem Thema Fachwerkssanierung auseinandersetzen sollte, ist hier meine erste Frage hier im Forum.

Es Handelt sich um ein Bauernhaus das ich früher oder später Sanieren möchte. Der Fachwerkteil des Hauses wurde 1845 errichtet und wurde lange Zeit nicht gepflegt.

Ich habe nun folgendes Problem: Auf ca. einem Meter ist das Fundament etwas Abgesackt. An dieser Stelle war bis vor ein paar Jahren eine Güllegrube, welche mit Sand und Bauschutt verfüllt wurde. Also sollte das Absacken erst einmal nicht weitergehen. Würde schätzen das ca. 1cm abgesackt ist bisher. Die Schwelle liegt nun an dieser Stelle nicht mehr auf und auch die oberste Reihe Ziegel liegt nur noch locker auf dem restlichen Fundament.

Womit kann bzw. sollte ich die Ziegel wieder einmauern?
Meine Idee ist es bisher, dass ich mir Luftkalkmörtel anmische (1 Teil Weißkalkhydrat 3 Teile Sand (Körnung?)
und damit die Ziegel wieder einsetze.

Oder ist hier Kalkzementmörtel das Material der besseren Wahl?

Danke und Gruß aus Hannover
Niklas



Sockelbereich



Mit etwas nachmauern ist das Problem nicht gelöst.
Auch wenn das für Sie seltsam klingt: Die Fuge zum Sockel und die offenen Stoßfugen haben dazu beigetragen die Grundschwelle vor Feuchtigkeit zu schützen.
Was unbedingt gemacht werden muß ist der Weg rechts der auf Höhe UK Schwelle liegt. Den sollten Sie um ca. einen halben Meter weg vom Haus versetzen und tiefer legen, mindestens bis auf Höhe Unterkante Rollschicht. Wenn das nicht möglich ist dann den freiwerdenden Streifen tiefer legen und spritzwasserbrechend (Rollkies) ausbilden.
Bei der Reparatur der Rollschicht frostsicheren Kalkzement- oder Zementmörtel nehmen. Die Stoßfugen unter dem Holz etwa 1 cm eintiefen und schräg nach vorn auslaufen lassen.
Im Bereich der ehemaligen Güllegrube die Oberfläche vor dem Pflastern nachverdichten.



Danke für die Antwort



Herr Böttcher,

ich denke nach etwas googlen habe ich Ihre Antwort weitestgehend verstanden.

Die Problematik durch das direkt angrenzende Pflaster ist mir auch schon ins Auge gefallen. Ist ein weiterer Punkt der Liste ;)

Der Satz von Ihnen: "Die Fuge zum Sockel und die offenen Stoßfugen haben dazu beigetragen die Grundschwelle vor Feuchtigkeit zu schützen." Ist mir noch nicht ganz klar von den Begrifflichkeiten. Was ist mit "offenen Stoßfugen" genau gemeint? Der Überstand der abgeschrägten Ziegel der Rollschicht?



Stoßfuge



Die senkrechten Mörtelfugen nennt der Maurer Stoßfugen weil die Steine dort "aneinander gestoßen" werden. Vorher wird Mörtel auf die Steinflanke gebracht der den Zwischenraum ausfüllt. Überquellender Mörtel wird mit der Kelle abgestrichen.
Im Gegensatz dazu gibt es noch die Lagerfuge, die liegt waagerecht zwischen den einzelnen Steinlagen/Schichten.
Rollschicht: Die Ziegel werden nicht gelegt sondern hochkant gestellt, "gerollt".



Jetzt hab ich´s



Vielen Dank für die Erklärung!