C-14 Analyse von Metall Schlackenfund

01.10.2010



Hallo,
habe bei Sanierungsarbeiten in unserem Haus vor längerer Zeit im Bodenbereich einen Metallfund gemacht.Nach einem Gespräch mit einem Bekannten von mir handelt es sich bei dem Fund vermutlich um den Schlackenrest eines Rennofens da der Fund sich auch in fast Betonharten Lehmboden befand.Er scheint auch vermutlich älter zu sein da der Fundort in Ecke des Hauses war und somit das Haus fast auf dem Fundort steht.Habe auch diesen Fund an das Denkmalamt nach Münster gemeldet aber wie das so ist kein Interesse!
Nun möchte ich gerne selbst wissen wie alt der Schlackenrest ist kennt sich einer mit der C-14 Methode und den Kosten so einer Analyse aus?
Grüße
Andreas





Hallo Andreas,

Das Alter deiner Schlacke wird man nicht mit C14 Methode bestimmen können. Datierungen von Rennöfen geschehen meistens aufgrund von in der Nähe gefundenen Keramikresten oder von organischen Resten, die dann mit C14 bestimmt werden. Soweit ich weiss gibt es inzwischen archäometallurgische Untersuchungen über die genaue Zusammensetzung der Schlacke, dadurch kann man wohl auch zeitliche Eingrenzungen treffen.

Es gibt auch online einige interessante Artikel über Rennöfen, ansonsten ist es besonders das Ur-und Frühgeschichtliche Institut der Universität Münster, das sich mit Rennöfen beschäftigt hat.

Ansonsten würde dafür sprechen, dass es sich um einen Rennofen handelt, wenn noch andere in der Nähe gefunden wurden. So wie Rennöfen betrieben wurden, lag es nahe, mehrere bei einander zu betreiben (oft auch in der Nähe von Wasser)

Viele Gruesse
Sandra





Schlacken sind in Gegenden, wo einst Erz verarbeitet wurde, allgegenwärtig. Deshalb das zurückhaltende Interesse des Museums. Da sie ziemlich verwitterungsfest sind, überdauern sie Jahrhunderte im Boden scheinbar ohen Veränderung.

Die C14-Methode ist nur geeignet für Funde, die Kohlenstoff enthalten, der zum Zeitpunkt der Entstehnung des Fundes Luft-CO2 war, also Pflanzenreste und allgemein organisches Material wie Leder oder auch Knochenreste. Wenn Du eine Schlacke, die noch C enthält, bestimmst, wirst Du ziemlich sicher das Alter des im Erz als Verunreinigung oder Bestandteil enthaltenen mineralischen Kohlenstoffs erhalten, also derjenige des Kalkes oder Karbonates, falls das verwendete Erz Siderit war - und das ist zu alt für die C14-Methode. Anders ist es mit Holzkohleresten. Hier besteht bei Bodenfunden jedoch das Problem, dass das C14 durch Eintrag von gelöstem Karbonat im Bodenwasser verdünnt wird, die Probe also älter datiert wird als sie ist. Verunreinigungen mit Bodenhumus, der erheblich jünger sein kann, hat den umgekehrten Effekt.
Zum Datieren von Bodenfunden sind eine ungestörte Fundlage und eine sehr exakte Probenahme nötig, um Fundverschleppungen auszuschliessen (Das Stück könnte zum Zeitpunkt des Baues durch Zufall in die Baugrube gelangt sein); die Messung wird sowieso erst durch mehrere Proben glaubwürdig.

C14-Datierungen sind im Prinzip genial einfach, in der Praxis erfordert es wie so vieles viel Erfahrung und Aufwand.



C-14 Analyse



Hallo
vielen Dank für die ausführlichen Antworten das hilft mir sehr weiter.Rennofenfunde sind in unserem Gebiet keine Seltenheit nur befanden sich die meisten außerhalb der Stadt.Da unser Haus mitten in der Innenstadt am Fuße einer Burg steht war der Fundort der Schlacke doch interessant.Im Zuge der weiteren Sanierung und Forschung im Haus werden wohl noch ein paar Dinge ans Tageslicht gelangen.Da es sich bei unserem Haus vermutlich um ein ehemaliges Stadttor handelt was auch einen alten Weg zur Burg mit absicherte.
Grüße
Andreas