Hallo Lehmfreunde!

09.06.2008



In meinem Bauernhaus fand ich das übliche Lehm-/Strohgemisch. Wenn man es mit Wasser neu anrührt und verbaut, entstehen bei der Trocknung nach kürzester Zeit weißliche Flecken. Es sieht aus wie mit Mehl bestäubt. Mit befeuchetem Finger ist es leicht zu entfernen.

Hat jemand eine Ahnung, was das ist? Kalk? Salpeter? SCHIMMEL???

Für die ein oder andere freundliche Entwarnung wäre ich sehr dankbar.

Ach, an dieser Stelle vielleicht sowieso mal ein Riesendankeschön an alle, die hier ihre Erfahrungen einbringen! :-)

Viele Grüße, Euer owi.



Lehmflecken



Hallo!
Glaube da handelt es sich um Schimmel!
Aber keine Panik! Wenn der Lehm trocken ist, hörts auf und man kann die Flecken leicht abwischen. Kommt durch die organischen Inhalte im Lehm. War bei mir auch so, besonders wor kleine Trockenrisse entstanden war leichter Flaum vom Schimmel.

Gruss,

Oli Rust



lehmputz



hallo guten tag zur entwarnung kann ich nur den tip geben der lehn nach dem austrocknen mit Kalkfarbe zu Streichen dann hat der schimmel keine change mehr



wenn Ihr meint ...



Bin erstaunt, dass sich bereits nach 2 Tagen Schimmel bilden kann. Aber, der Kalk kommt ja sowieso in Form von Kaseinfarbe drauf.

Danke für die Tips, Euer owi.



Schimmel



Und wenn es nun kein Schimmel, sondern Salz ist?



Tja...



...also an Salz habe ich auch schon gedacht, aber wo sollte es herkommen?

Gruß, owi.



Lehmflecken



Nun, da gibt es die üblichen Verdächtigen:
Nitrate aus Fäkalien, Tausalze, versalzene Ziegel, Bodenmineralien...

Viele Grüße



Fleckenlehm



Ok, da ich mir das mit dem Schimmel auch nicht so ganz vorstellen kann und es ggf. mit dem Salzanteil im Lehm 160 Jahre lang gut gegangen ist, habe ich den Eindruck, hier nichts unternehmen zu müssen.

Werde die Lehmflächen wohl leicht haftgrundieren und mit selbst angerührter Kaseinfarbe streichen...

Einverstanden?

Gruß, owi.



chemische Rreaktionen?



Wir distanzieren uns als Fachbetrieb natürlich vehement zum Wiedereinsatz von rückgebauten Lehmen.
Warum?
Erstens weiß man nie, was die Lehme so in ihrer jahrhundertalten Zeit so alles aufgenommen haben und wo sie genau verbaut waren. Wenn in irgend einer Weise in der Konstruktion Pilzsporen waren (Schwamm etc.) so werde ich durch das Aufmauken diese natürlich schön verteilen und zudem noch einen herrlichen Vermehrungsraum (Wiedereinbau!) schaffen.
Doch dies ist eher weniger der Fall, doch hatten wir das auch schon!!
Aber nun zu der eigentlichen Sache:
Durch die Abspeicherung von jahrhundertealten Gerüchen, Dämpfen, Schadstoffen etc., werden diese durch das Aufmauken wieder richtig aktiviert. Es entstehen Säuren!! Und diese führen somit dazu, dass die organischen Beimengungen (Stroh, Heu, Holzspäne etc.) zu einer rasanten Kompostierung des materiales führen.
Die verfestigenden Strukturen werden instabil.
Sie werden zwar nicht heraus fallen, doch die Grundfestigkeit wird leiden. Und die Schimmeleffekte haben Sie ja bereits.
Kaseinfarben werden da auch nicht unbedingt der richtige Weg sein, eher reine Sumkpfalkanstriche.
Kaseinbasis ist auch wieder Grundlage für Pilze und Schimmel

Überdenkende Grüße

Udo Mühle