Feuchtigkeit an der Dampfbremse bei Holzbalkendecke




Liebe Forummitglieder,
ich hätte eine Frage an euch und bitte um Rat!

Habe eine Holzbalkendecke mit einer Dampfbremse Sd 0,1 m U-förmig ausgekleidet; danach Mineralwolledämmung 20 cm (Isover - kein Luftspalt mehr dazwischen)eingebracht und an der Unterseite die Dampfsperre Sd 10m befestigt und verklebt.
Vor dem anbringen der Dampfsperre habe ich bereits an der kalten Seite der Minaeralwolle Kondenswasser gespürt, dachte das kommt sicher von der hohen Luftfeuchte im Raum da kurz vorher der Estrich eingebracht wurde und habe mit der Hoffnung das es bald austrocknet die Dampfsperre angebracht.

Jetzt im Februar (1,5 Monate später) habe ich die Dampfsperre wieder geöffnet und nachgesehen - es ist noch immer Wasser an der Dampfbremse.

Über den Balken der Decke sind Holzbretter welche vor 30 Jahren mit 5 cm Beton abgedeckt wurde - Darüber ist der Dachboden (Steildach mit Dachziegel)

Nun zu meiner Frage - soll ich die Decke raufgeben und hoffen, dass die Dämmung den Sommer über austrocknet oder zur Sicherheit noch mit der Decke warten? bzw. besteht Gefahr, dass die Dämmung nicht austrocknet??

Danke für Ihre Hilfe, bei Fragen einfach melden,
mfg Hari



Deckenaufbau



An der kalten Seite eine überflüssige Dampfbremse, darüber eine weitere Dampfbremse im Form eines Zementestrichs- da kann so gut wie nichts austrocknen. Wenn die unterseitige Dampfsperre richtig funktioniert, vagabundiert die eingeschlossene Feuchte in den Deckenfeldern.
Ohne Dampfbremse könnte eingeschlossene Feuchte über die Brettschalung und den Estrich kapillar austrocknen- vorausgesetzt zwischen den beiden liegt keine Folie.
Wenn die untere Dampfsperre nicht richtig funktioniert kann es zu weiteren Einlagerungen von Feuchte kommen. Das Kondensat tropft von der Dampfbremse durch die nicht speicherfähige Mineralwolle auf die Dampfsperre. Dann haben Sie Pfützen auf der Folie.



Mögliche Optionen



Vielen Dank für Ihren Rat,

Sie denken also nicht, dass die Feuchtigkeit (fühlbare Feuchte auf der Folie - aber die Mineralwolle ist ja trocken)in den Sommermonaten aus dem Aufbau entweichen kann? Ziwschen den Holzbrettern und dem Beton ist noch eine Art Papier als Trennlage, aber keine Kunststoff-Folie.

Was würden sie mir raten - Alles Runtergeben und Dampfbremse entfernen oder gibt es evtl. noch andere Optionen?



Deckenaufbau



Wenn Sie exakt gearbeitet haben und beide Folien dicht sind dann bleibt die Feuchte in einem Hohlraum, gebildet von Folien und gefüllt mit Mineralwolle, eingeschlossen.
Sie vagabundiert dort je nach Randbedingungen. Möglich das im Laufe der Zeit nach und nach etwas nach oben verdunstet. Möglich das bei undichter Dampfsperre etwas dazukommt. Da im Bereich der Feuchte keine hölzernen Bauteile liegen wird wohl erst mal nicht viel passieren.



Sanierung der Sanierung



Vielen Dank für Ihre Antwort, jetzt wird mir meine Situation schon etwas klarer.

Ich habe heute die Dampfperre geöffnet und festgestellt das an der Dampfbremse noch Feuchte ist! (klar im Winter trocknet nichts aus) Die Dämmung selbst ist nur an der Oberseite leicht angefeuchtet.

Herr Bötcher, lieber Community Mitglieder, wenn ich den Deckenaufbau an ein paar Bereichen (zb. einen schmalen Bereich bei jedem Deckenbaum) der Decke wieder Runtergebe und die Dampfbremse an diesen Stellen entferne, trocknet dann über kurz oder lang der gesamte Zwischenbereich ab? Oder muss die Dampfsperre überall raus da ich ja oben keine Luftzirkulation habe und die Mineralwolle trozdem nur punktuell trocknet? Transportiert Mineralwolle Feuchte?

Die Entscheidung, ob ich den Aufbau nun neu mache oder es so lasse wie ist ist muss nun bald her, darum bitte ich um Ihre Meinung zum Thema, bzw um Lösungsvorschläge was ich machen kann, ist ja alles wieder mit viel Arbeit und hohen Kosten verbunden.

Vielen Dank, Harald