Feuchtegehalt Bruchsteinmauerwerk

21.09.2011



Wir besitzen ein unter Denkmalschutz stehendes Fachwerkhaus, Baujahr ca. 1825, das vor 10 Jahren umfassend in Abstimmung mit dem Denkmalamt saniert wurde. Im Keller mit dem Originalbruchsteinmauerwerk, größtenteils im Erdreich liegend, befindet sich die Küche mit einer Essecke. Nun gibt es erstmals mit der jetzigen Mieterin Ärger wegen Feuchtigkeitsproblemen, da ein Gebäudetrocknungsunternehmen Werte zwischen 130 und 140 Einheiten gemessen hat, normal sei die Hälfte. Bruchstein hat doch einen höheren Feuchtegehalt gegenüber den heutigen modernen Baustoffen. Wer kann uns mitteilen, welcher Wert für im Erdreich liegendes Bruchsteinmauerwerk normal ist? Das im Erdreich befindliche Mauerwerk wurde, soweit zugänglich, seinerzeit isoliert, dieses noch zur Info.



Ferndiagnosen



Hallo

Wo sind Feuchteprobleme?
ein Foto oder zwei?
eine Skizze zum Erläutern wies da ausschaut - Boden- Wandaufbau?
Mit was wurde "isoliert"!

FK





Hallo,

wenn Sie verraten um welche Maßeinheit es sich bei den “gemessenen?… Einheiten”? handeln soll dann kann ich Ihnen sicher weiter helfen.
Wenn Sie dann noch verraten welches Gerät zum Einsatz kam kann ich Ihnen auch noch etwas dazu sagen.

Grüße
Oliver Struve



moin,



Bruchsteine haben einen deutlich höheren Feuchtegehalt.... und Hühner sterben an Pardontitis
das sind dochmal Kernaussagen, bei alledem gilt: Sie wollen nur dein Bestes........



Feuchtegehalt Bruchsteinmauerwer



Zu Ferndiagnosen

Die Mieterin beklagt sich, dass die Bruchsteine feucht bis nass seien, und ein muffiger Geruch durch das Haus sich ziehen würde. Daraufhin sind 130 Einheiten oder Digits gemessen worden. Es gibt auf den Steinen keine Kränze, Ausblühungen oder dergl.
Isoliert wurde mit Bitumenanstrich und Noppenfolie.
Ich hoffe, hiermit geholfen zu haben.



Denkmalamt



Sie könnten ja mal die Anfrage an das damals zuständige Denkmalamt schicken und um Hilfe bitten.

Würde mich interessieren was die darauf antworten.

Das Angeschmiere hat m.E. immer eine kontra produktive Auswirkung und bringt das System durcheinander.
Wahrscheinlich wurden auch die falschen Materialien damals verwendet - dicht und gut!

FK



Induktive "Messungen"



sind mit Vorsicht zu genießen. Die Dimensionslosen Anzeigewerte werden vom Hersteller der Geräte "Digits" genannt. Damit sind bei "ehrlichem" Einsatz bestenfalls Differenzen in der Feuchtigkeitsverteilung anschaulich zu machen. Absolute Werte werden nicht ausgegeben. Solche "Messungen" geben höchstens Ansatzpunkte. Die Anzeigewerte der Geräte können manipuliert werden: je näher man mit der Hand am "Messkopf" ist, desto höher ist der Anzeigewert.
Dieser Hersteller umschreibt auch die Grenzen des Gerätes:
www.sachverstaendigen-bedarf.de/product_info.php/info/p102_gann-hydromette-blueline-compact-b.html

Noch etwas: bitte nehmen Sie die Bedenken Ihrer Mieterin ernst.
Und: bei den aktuellen Energiepreisen wird nicht mehr so gern geheizt, viele heutige Wandaufbauten sind nicht für diesen Fall ausgelegt.

viel Glück

mit freundlichen Grüßen
mo





Dass Bruchsteine einen erhöhten Feuchtegehalt haben, ist wohl ziemlicher Blödsinn. Die meisten Steine in der Natur sind eben keine Schwämme, die beim nächsten Frost zerspringen und auch die Natursteinbeläge auf den alten Lehmfußböden sind ja nicht ständig nass.
Aber Küche im Keller? wo geht denn das Kondensat vom Nudeln abkochen hin? Vielleicht wird sogar mit Gas gekocht?

also: nicht irgendwelche Feuchte Digits messen, sondern Luft-temperatur und -Feuchte und Wandtemperatur. Dafür gibts wunderbare Geräte die das Ergebnis eine ganze Weile aufzeichen und dann am Computer auswerten lassen und sogar per Funk, da muss man der Mieterin auch nur ganz kurz auf die Bude rücken.

Könnte sein, dass man mit einer Taupunktabhängigen Lüftungsanlage viel billiger weiterkommt (einen Anbieter gibt's hier im Forum)

Warum ist der Keller denn überhaupt damals abgedichetet worden?



ein Gedanke am Rande:



Es ist schon erstaunlich, welche Räumlichkeiten zu Wohnzwecken genutzt und/oder vermietet werden, die vermutlich für diesen Zweck gar nicht erschaffen worden sind.





Wie Gehlerding schon sagte ist es.
Hier mal zwei recht unterschiedliche "Messergebnisse" obwohl doch eigentlich nichts außer Luft gemessen wird.

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… und hier mal ein Auszug aus der Bedienungsanleitung.

[pubimg 26589]
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Das ist (besonders für FK) auch mal ein schönes Beispiel das Vorschriften und Normen durchaus Rechtssicherheit geben können.
Gell ;-)


Grüße
Oliver Struve