Bohrungen im Holzfenster zur Ableitung des Wassers

30.03.2013 Maja



Hallo,

wir haben von einer Firma nachträglich in unsere Holzfenster Bohrungen vornehmen und Röhrchen einsetzen lassen, damit das Wasser, welches sich in der Fuge im Inneren sammelt, ablaufen kann. Nun sind diese Röhrchen mal im Rahmen des Fensters, welcher an der Stelle auch jeweils stark gesplittert ist, mal im Fachwerkbalken unter einem Fenster oder aber im Putz unter dem Rahmen gelandet. Ist das so richtig? Vielen Dank für eine Antwort. Gruß Maja



hallo



Maja - was für Fenster - kastenfenster, Verbundfenster..... ?
Kannst Du nicht mal bitte Foto oder Skizze hochladen, gut klingt das jedenfalls nicht.





Hallo Olaf,

vielen Dank für die schnelle Reaktion. Es sind doppel- und einflügelige Holzsprossenfenster mit Verbundglas (wie kann man hier mehrere Bilder hochladen.... :-(...) Auf dem Bild ist das Röhrchen im Putz unter dem Rahmen gelandet.





... hier im Rahmen, aber gesplittert.





... und hier in der Fachwerkkonstruktion. Ist das denn problematisch, oder nur optisch daneben? Herzlichen Dank für die Beantwortung. Grüße Maja



Das war...



eine ziemliche Schnapsidee.

Die Wassermulde ist dafür gedacht, um von Hand ausgewischt zu werden, in Verbindung mit ein wenig Lüften möglicherweise. Der Ablauf durch die Röhrchen erfolgt mit Sicherheit nicht vollständig, und der Anstrich leidet.

Im Industriebau habe ich mitunter unter Eisenfenstern betonierte Fensterbänke mit Ablauf und Wasserkästen gesehen, da funktionierte das. Eine gute Umsetzung im privaten Bereich ist mir noch nicht begegnet.

Ich würde dazu raten, den Vorzustand wieder herzustellen.

Grüße

Thomas



als



Kind kenne ich solche Entwässerungslöcher bei Kastenfenster - wer die bei meinen Eltern gebohrt hatte, kann ich aber nicht sagen, funktioniert hatte das.....
Aber Du jast ja keine "Wassermulden" bei einem Verbundfenster - kannst Du mal den Röhrchenanfang zeigen zum besseren Verständnis - mir ist noch nicht klar, wo sich bei dem Verbundfenster in der "inneren Fuge" das Wasser sammelt.





Das Problem ist, dass bei den Fenstern an der Wetterseite oft das Wasser in dieser Rinne (hier auf dem Foto mit Röhrchen) stand und nach innen drang. Das Haus wird z.Zt. umgebaut, es sind zwei Fachwerk Doppelhaushälften, die zu einem Haus zusammengefügt werden. In dem anderen Teil des Hauses hatten die Fesnter an der Wetterseite diese Röhrchen, da tauchte m.E. das Problem des Wassers innen in der Rinne ? Fuge?, Falz? nicht auf. Kann es denn jetzt sein, dass es nur nichts nützt oder schadet es nun an irgendeiner Stelle, weil die Röhrchen nicht gerade filigran eingebaut wurden? Lieben Dank für weitere Antworten. Gruß Maja





... und hier noch mal die Gesamtansicht. Ich hätte nicht gedacht, dass man die Wasssermulde mit der Hand auswischen soll. Wir hatten eine Firma, die auf die Sanierung von Fachwerkhäusern spezialisiert ist, mit der Reparatur der Fenster beauftragt. Da hätte ein Hinweis doch eigentlich zur Beratung gehört.



Wieso...



an dieser Stelle so viel Wasser anfällt, kann ich nur vermuten. Ich schätze, die Fälze sind nicht hinreichend dicht. Gibt es Dichtungen im Falz? Habt Ihr den Eindruck, das Ganze sei ein wenig zugig?

Haltet Ihr das Wasser für Regenwasser oder Kondenswasser?

Die Rohre sind jedenfalls oberplump eingesetzt und ich bin von ihrer Notwendigkeit nicht überzeugt. An dieser Stelle sollte gar kein Wasser anfallen!

Grüße

Thomas



mit



der Mulde waren die Auffangmulden in Kastenfenstern auf dem unteren Kastenbrett gemeint - sie sollten das Kondensat auffangen - deshalb meine Bitte um das Detail deiner Problemstelle.
Das sind aber keine verbund, sondern Isolierglas-Fenster älterer Bauart.

Bei den neutigen modernen Fenstern ist dieser Bereich als eine Entwässerungsschiene aus Alu mit entsprechenden Abläufen ausgeführt. Dies scheinen somitwesentlich ältere Fenster zu sein oder Anfertigungen für die Denkmalpflege. Da sollte es doch eine grundsätzliche Lösung für die Entwässerung geben - das wäre dann ein Herstellungsfehler. In "Fenster, Planung, Gesaltung und Konstruktion" von Klaus Pracht sind bei dieser Holzbauweise sind zumindest Entwässerungs"löcher" nach außen mit Abdeckkappen (Seite 137) eingezeichnet. Das Wasser sollte zumindet nicht die Fassade von innen bewässern - das scheint hier nicht der Fall, wichtig ist aber auch das Eindichten am fenster, um dort keine nachfolgende Wasserschäden am Holzrahmen herbeizuführen.

@Thomas - ich glaube nicht, daß in dieser Ebene bereits die Dichtung kommt - hier kann es immer so Wassereintritt kommen, die Dichtung schlägt eigentlich am Rahmen innen an - zumindet bei Fenster mit einer Dichtung.

Die fachliche Ausführung lässt zwar zu wünschen übrig, aber mit Farbe und Arcyl lässt sich das ausbessern. Eine DIN gibt es dafür wohl nicht.





Hallo Thomas,

vielen Dank für die Antwort. Zugig ist es schon, aber gefühlt ist es überall zugig. Schwer zu sagen, ob es Regenwasser oder Kondenswasser ist. Die Rinne ist an manchen Tagen richtig voll, nun wird das Haus aber auch z.Zt. nicht bewohnt, zu wenig belüftet, da fehlt der Erfahrungswert, wie viel sich dann dort sammeln dürfte. Dichtungen gibt es dort nicht. Wir wollen der Fa. die weitere Bearbeitung entziehen, da wir auch die gespachtelten Stellen am Holzrahmen für nicht sehr gut empfinden. Man hat dort aber auf alles im einer Antwort, Spachtelarbeiten müssten in mehren Schichten erfolgen etc. Wird beim nächsten Mal gemacht (und es fallen wieder noch mehr zu zahlende Stunden an, als geplant...) Ich kann das als Laie schwer beurteilen, bin erst seit kurzer Zeit mit dem Thema Fachwerk / Holzfenster beschäftigt und habe gerade deshalb ja extra eine auf die Komplexität eines Fachwerkhauses ausgerichtete Firma beauftragt. Gruß Maja





Hallo Olaf,

das ist richtig, das Haus steht unter Denkmalschutz. Die Fenster wurden vor 17 Jahren bei der Kernsanierung neu eingesetzt. Das vorletzte Foto zeigt die Problemstelle, dort steht das Wasser. Was meinst du mit Eindichten am Fenster, was sollte man da machen, damit es dort nicht zum Problem wird? Danke für den Literaturhinweis, dann suche ich dort mal weiter. Bin sehr froh und dankbar über Eure Hilfe. Gruß Maja



Also,



die Dichtung ist "nur" dazu da, die Winddichtigkeit herzustellen. So keine Dichtung vorhanden ist, erfüllen die Fälze diese Aufgabe mehr oder weniger gut. Da die ganze Geschichte zugig wirkt, wäre vor dem Bezug wohl zu prüfen, ob und wo im Falz eine Ballondichtung eingefräst werden kann. Da das Haus nicht bewohnt (und auch nicht beheizt?) wird, wäre Kondenswasser unwahrscheinlich.

Ich vermute also eher Regenwasser. Das dürfte aber an und für sich dort gar nicht hinkommen. Es sollte sich also 'mal jemand, der mehr von Fenstern versteht als diese flexiblen Lochbohrer, den Falzaufbau und den Wetterschenkel anschauen, möglicherweise gibt es da ein konstruktives Problem.

Noch ein grundsätzlicher Rat: Sie deuteten an, daß Sie einfach auf Stundenbasis zahlen. Damit sind Ihre Chancen, eher arm als fertig (mit dem Bau) zu sein, ziemlich hoch. Sie zahlen dann nämlich auch für Dummheit und Fehler seitens des Hanwerkers. Ich bin selbst Handwerker, und ich schätze es durchaus, für meine Arbeit auch bezahlt zu werden. Als Fachmann kann ich den Aufwand im Vorfeld kalkulieren. Es gibt auch immer ein paar Ecken, wo der bauliche Aufwand im Zuge der Realisierung anders als angeboten anfällt. Darüber müssen dann Bauherr und Handwerker reden. Basis aller Arbeiten am Bau sollte aber ein Angebot über klar definierte Arbeiten zu einem verbindlichen Preis sein. Damit hätte das Projekt eine Chance, für Bauherr UND Handwerker vorteilhaft zu sein.

Grüße

Thomas





Hallo Thomas,

es gibt ein Richtangebot - aber leider habe ich mehr und mehr den Eindruck, dass es nur nach unten gedeckelt ist, alle Türchen hat man sich schön offen gelassen :-( Ja schade, mit den meisten Handwerkern ist es super gelaufen, Festangebot - Ausführung - Besprechungen alles tippi toppi, nur bei dieser Firma sind wir leider auf Arroganz und Ignoranz gestoßen. Haben uns davon leiten lassen, dass man dort besonders versiert ist. In NRW ist es nach meinen Recherchen halt leider auch rar mit Betrieben, die sich auf Fachwerkhäuser verstehen, die Auswahl scheint nicht besonders groß.

Vielen Dank für die zahlreichen Hinweise, wir werden die Fenster durch eine andere Firma auf die angesprochenen Punkte prüfen lassen. Sie sind insgesamt noch in einem guten Zustand und daher auch die Sorge, weiteren Schaden anzurichten mit schlecht ausgeführten Maßnahmen.

Viele Grüße aus dem Ruhrpott, Maja