Maximaler Öffnungswinkel einer Terassentür

09.03.2010



Hallo liebe Forumsgemeinde,

heute wurden die Eukalyptusfenster geliefert, die uns sehr gut gefallen.

Nun gibt es doch ein Problem im Zusammenhang mit der großen Terassentür:
Wie auf dem Foto zu sehen, gibt es neben den großen Türen noch ein kleines Fenster.
Das Foto zeigt den ersten Entwurf, der zunächst von der Fensterbaufirma angenommen worden ist.

Während der Produktion hat die Firma sich gemeldet und gesagt, dass das kleine Fenster so nicht eingebaut werden könne, da es klemmt. Begründung: sowohl der Bedarfsflügel als auch das kleine Fenster hätten denselben Drehpunkt und das führe zu dem "Klemmverhalten". Die neue Software der Firma hätte dieses Problem vorher nicht erkannt.
Vorschlag, den wir auch angenommen haben:
Beschlag des kleinen Fensters auf die andere Seite verlegen.
Gesagt, getan - heute wurde das Gesamtfenster eingebaut und nun ist der Griff des kleinen Fensters natürlich im Weg, d.h., die linke Tür läßt sich nun nicht soweit öffnen, wie wir es gerne hätten. Das ist gerade im Sommer sehr schade, da nun diese Tür etwas im Weg ist.
Leider hat uns niemand gesagt, dass durch den Wechsel der Beschlagseite der Griff im Weg ist und den Öffnungswinkel der Türe einschränkt.
Mein erster Gedanke: Auf das kleine Fenster können wir verzichten und lassen uns anstelle dessen ein festes Fensterteil einbauen.
Wer soll nun die Kosten übernehmen?
Hätte der Fensterbauer uns das mit dem Griff sagen können bzw. müssen?
Müssen wir mit diesem Öffnungswinkel leben, da dieser nicht explizit im Angebot aufgeführt worden ist?

Wer kennt sich aus und möchte etwas dazu sagen?

Grüsse
Gerry





Hallo Gerry,

da habe ich den Eindruck, dass da mehr als einmal geschlafen wurde ... Auch kannst Du Dir sicher sein, dass eine Software solch einen Fehler kaum erkennen wird, dass kann nur der, der davor sitzt und gerade nicht schläft. Ja, der Fensterbauer hätte Dich auf den eingeschränkten Öffnungswinkel aufmerksam machen sollen.

Nicht unbedingt schön wenn man schon das Geld für neue Fenster in die Hand nimmt, aber möglicherweise das Problem entschärfend, wäre ein abnehmbarer Fenstergriff, bei dem der Griff / die Olive mit einem Vierkantschlüssel bei Bedarf einfach aufgesteckt wird. Eine Abdeckung verdeckt das Loch bei Nichtbenutzung. So könnte im Sommer der Griff in der Schublade liegen und die Tür ganz geöffnet werden.
So etwas gibt es beispielsweise bei Hörmann, aber gewiss auch bei anderen Herstellern. Üblicherweise werden solche Griffe bei Fenstern eingebaut, die gegen unbefugtes Öffnen gesichert werden sollen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Maximaler Öffnungswinkel einer Terassentür



Hallo Christoph Kornmayer,

auch wenn der Griff ab wäre, stößt die Tür an den Rand des kleinen Fensters ran. Der Öffnungswinkel ist dann zwar größer, aber eben nicht so groß, wie gewünscht.

Unser Problem könnte wohl nun sein, dass wir diesen Öffnungswinkel nicht explizit im Auftrag festgehalten haben.

Eine Norm wird es dafür wohl nicht geben?

Grüsse
Gerry



Zwischenfrage:



1. wie sieht denn die Situation auf der anderen Seite in bezug auf den Berührungspunkt mit der Mauer aus?
2. Warum wurde denn diese Aufteilung so gewählt, zumal ja das Fenster als rechts gehangen zur Tür hin schon auf den ersten Anblick ungewöhnlich ist.





zu 1.
Auf der anderen Seite ist eine Wand, sodass hier eine ganz natürliche Grenze für den rechten Gangflügel gegeben ist.

zu 2.
Die Aufteilung wurde gewählt, weil es noch ein baugleiches Fenster im Stock darüber (Obergeschoss) gibt, das jedoch nur die großen Türen enthält. Wir wollten, dass die großen Türen im Ober- und Ergeschoss gleich aussehen.
Im Erdgeschoss, wo sich nun dieses Problem ergeben hat, wurde dann die Lücke zur Mauer mit dem stehenden Fenster unten und dem Kipp-Drehfenster oben "aufgefüllt".

Anbei eine Ansicht der Norseite (die jedoch nicht die endgültige Aufteilung der Fensterriegel und Sprossen anzeigt).

Grüsse
Gerry



so schlimm ja auch nicht



Ich würde jetzt persönlich deswegen keinen Streit anfangen. So ein kleines Fenster durch ein anderes (ohne Griff, möglichst flach) zu ersetzen kostet sicher nicht die Welt (jedenfalls weniger als das Erstberatungsgespräch beim Rechtsanwalt).

Vielleicht sieht ja auch der Fensterbauer ein, dass er nicht optimal gehandelt hat und macht einen Sonderpreis!

Ärgerlich ist sowas schon, gell?

stt



Ist schon ärgerlich,



wenn man viel geplant hat, sich Stunde um Stunde mit diversen anderen Detailfragen rund um Fenster beschäftigt hat und es dann bei einem uns so wichtigen Detail nicht optimal läuft. Das überschattet momentan die Freude über die ansonsten als schön empfundenen Fenster und die Qualität der Einbuarbeiten.

Wir werden wahrscheinlich einen kleinen angemessenen Betrag von der Rechnung erstmal zurückhalten und sehen, welche Lösungsvorschläge noch kommen. Wenn dann ein paar Tage Gras über die Sache gewachsen ist und sich die Dramatik etwas entschärft hat, werden wir weiter überlegen, was zu tun ist.

Viele Grüße
Gerry



jetzt



verstehe ich erst mal die Situation.
Also brauchst Du den Fensterflügel nicht zum Lüften und hast dieses Fenster nicht an der Stelle plaziert, um den Flügel weiter zu öffnen. Du hast ja auf der anderen Seite das gleiche Problem. Wenn auf der anderen Seite eine Mauerecke gewesen wäre, hätte man diese etwas abschrägen können.

Somit würde erst einmal eine Schuld diesbezüglich für den Tischler ausschließen.
Da ja auch diesebzüglich keine schriftlichen Vereinbarungen vorliegt, hilft nur beiderseitiges Reden und den Griff ab. Du kannst ja auch den Drehkipp der Tür nutzen bzw. für die Stoßbelüftung den Türfügel ganz auf. Spaltbelüftung ist wärmetechnisch sowieso nicht so gut.





Anbei die Situation als 3D-Ansicht.

Wäre ein Öffnungswinkel um 90 ° für den Bedarfsflügel auch noch unter dem Punkt "nicht vereinbart" zu führen, wenn man weiß, dass die Gehwege im Raum limitiert sind?

Ich will hier nicht über Schuld sprechen und voreilig zuweisen, jedoch gefällt mir nicht, wie hier immer darauf abgezielt wird, das hätte man vereinbaren müssen. Wie oft plant der "normale" Bauherr eine komplette Fentersanierung in seinem Leben? Wie oft macht das der Fensterbauer? Kann man denselben Maßstab für diese Gruppen anlegen?

Ich behaupte mal frech, dass über 95 % der Baulaien, die von systembedingten Bändergeometrieren, Profilstärken, Abstandsmaaße, Drehpunkten und Drehwinkel keine große Ahnung haben, die Sache genauso sehen wie ich. Eine Terrassentür, so wie im 3D-Modell ersichtlich, soll sich "natürlich" bis zum Anschlag an die Mauer öffnen lassen können. Nur Fachleute können sofort einschätzen, dass dies nicht möglich ist. Weil dies aber nicht kommuniziert wird - weil dies aus ihrer Sicht ja selbstverständlich ist oder weil sie keine Lust haben, den Kunden in die Detailplanung und Konstruktion einzubeziehen, etc. - kommt dann eine Lösung heraus, die für den Kunden nicht optimal ist.

Die Selbstverständlichkeiten auf beiden Seiten führen dann zu einem Zustand, der u. U. von Dritten geklärt werden muß.

Ich denke, dieses Selbsverständnis der Fachleute ist bei vielen Beziehungen Kunde-Auftragnehmer ein wesentlicher Grund dafür, dass Dinge schief gehen und man sich dann vor dem Kadi wieder findet!

Grüsse
Gerry



da



hast Du zu 99% Recht, ab es ist passiert und vorm Kadi ist wie auf Hoher See - da stehst Du mit Gott allein da und keiner weiß wie es ausgeht.

Wenn Du dort gewinnen willst, brauchst Du Beweise und das Fehlen solcher für einen sichere Klärung Deinerseits wollte ich Dir nur vor Augen führen.

Du hast so lange nach dem richtigen Material für deine Fenster gesucht - da ist es mehr als ärgerlich, daß dieses Detail unterging. Da hast aber auch Du "gepennt", denn Deine Fragen zum Holz im Forum und deine 3-D- Zeichnung zeigen, daß Du dich nicht als Baulaie bezeichnen kannst. So meine Erfahrung als Bauhandwerker, der ebenso regelmäßig seine Kunden beraten muß. Auch mir sind da schon kleine Fehler unterlaufen. Aber das habe ich im guten geklärt.
In Deinem Fall kann ich nur zur Griff ab oder Festverglasung im Rahmen raten. Alles andere ist eine Sache zwischen Dir und Deinem Handwerker.



und



ich lese gerade eine vorherigen Fragen- eine Norm kann es für den Öffnungswinkel nicht geben, denn der wird zum Beispiel auch durch Wände bestimmt - deshalb auch meine Frage zur gegenüberliegenden Situation. Hier hilft wirklich nur, was vereinbart wurde und wenn es Handskizzen sind, die nachweislich dem anderen zur Verfügung gestellt wurde.





Ich hab mich zwar in diverse Themen rund ums Bauen eingelesen und hab auch schon einige Sachen im Rahmen der Haussanierung selber gemacht (Abbrucharbeiten, Mauern, Stürze (bis 3,2 m) ein-ausbauen, Putzarbeiten, Elektroinstallation, Kanalisation, WC/Bad-Installation, Wandheizungsmontage, Wasserleitungen, etc.), aber dennoch bin ich natürlich immer noch in Sachen Fenterplanung ein Laie!

Leider bin ich auch Bauherr ohne eigenen Architekt natürlich auch für viele planerischen Details zuständig, was mir - ehrlich gesagt - nicht wirklich bewußt war, weil ich dachte, dass dies von den wenigen Handwerkern, die bisher in meinem Haus gearbeitet haben, erledigt werden würde. Darauf werde ich in Zukunft deutlicher achten und mir bei größeren Gewerken diesbzgl. mehr Gedanken machen müssen und meine Wünsche, so selbstverständlich sie aus meiner Sicht auch sein sollten, so detalliert wie möglich zu beschreiben.

Aus Erfahrung wird man klüger - bzw. man bekommt zumindest die Chance dazu...

Grüsse
Gerry



Moin Gerry,



herzliches Beileid, aber meine Bauerfahrung zeigt auch, dass man sich über mitdenkende Handwerker wirklich freuen kann... selbstverständlich ist das nicht......

Für sowas ist m.E. tatsächlich der Architekt/Fachplaner zuständig - in diesem Falle du....:-(

Dein Fensterbauer hätte sicher dazu was sagen können, wenn er mit dir zusammen nochmal die Details durchgegangen wäre...hat bei mir auch nur teilweise geklappt.

Die tolle Software hat dein Augenmerk natürlich nicht berücksichtigt...allerdings kriegt selbst der IKEA-Küchenplaner es hin sich zu melden, wenn Türen gegeneinander schlagen.....der "Dumm-Gelaufen-Effekt" ist also schön gleichmässig verteilt.......vor Gericht wirste da nix.

Eigentlich wärs fair, wenn der Fensterbauer dir die Festverglasung zum Selbstkostenpreis macht - geteiltes Leid ist halbes Leid.....falls dir die "Griff-Ab-Variante" zu unbefriedigend ist.

Willkommen im Kreis der Kompromissfähigen....;-) Boris



Nach



Deiner Erkenntnis Gerry, daß man aus Fehlern lernt - schau mal auf mein Motto. Das hat weniger was zu tun mit Qualität, was mir hier schon einer mal unterstellen wollte, sondern dabei geht es eben um diesen Lernprozesss.
Versuch Dein Glück in einem Gespräch mit dem Fensterbauer.