alte fenster erneuern, oder lieber aufarbeiten?

18.02.2012



Hallo, wieder eine Frage vom Neu-Alteshaus-Besitzer.

Wir haben im Wohn/Essbereich unseres Hauses aus den 30er Jahren noch ältere Doppelfenster aus Holz. Die Scheibe, die aussen liegt, ist mit einem Kantschlüssel zu öffnen, zum Reinigen etc.

Nun, die Scheiben sind teilweise schon etwas verkratzt, die Rahmen müssen neu lackiert werden, und sie sind auch nicht besonders dicht.(Zugluft)
Ich will zwar keine absolute Dichtigkeit erreichen, was dem Haus m.E. nicht guttut. Aber ziehen solls auch nicht.

Jetzt ist die Frage, ob es nicht zuletzt auch ökonomisch sinnvoller wäre diese 5 Fenster durch Neue zu ersetzen.

Ich bin da wirklich sehr unentschieden im Moment und würde mich über eine rege Diskussion freuen. Sicher ist das Thema auch schon irgendwo abgehandelt, aber in meinem speziellen Fall ist das komplette Haus schon mit Holzfenstern aus Ende 1999 mit Isolar Neutralux-Verglasung versehen. Es sind eben nur noch diese 5 Fenster übrig.

Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung habe ich mal einen Fensterpreis von 1000 Euro/Stück gerechnet, da ich kundige Leute habe, mit denen ich die einbauen könnte.

Eine weitere Frage wäre in dem Zusammenhang, ob jemand Erfahrungen mit Fensterbauern wie fenster24 usw hat und ob es da Empfehlungen gibt. Oder ganz die Finger weg??

So, vielen Dank und BITTE schlagt euch nicht die Köpfe ein!

Es gibt sicherlich für beide Optionen, Restauration oder Erneuerung, gute Gründe ;-)

Grüsse Christian



Fenstereinbau



Die Problematik hochdämmender Fenster in schlecht gedämmten
Wänden ist Ihnen wahrscheinlich bekannt. Deshalb würde ich 5 neue Fenster einbauen, aber nicht im Passivhausstandard, sondern normale Wärmeschutzverglasung mit einem Ug-Wert von
0,9-1,1 für´s Glas.

Die Neutralux-Verglasung von 1999 wird wahrscheinlich ein Isolierglas und kein Wärmeschutzglas sein, mit einem Ug-Wert zwischen 2,1-2,5.

Von Internetanbietern wie fenster24 würde ich Abstand nehmen, da Fensterbau und Fenstereinbau Vertrauenssache ist.
Fenster sind heute -wie fast alles andere auch- ein technisches Hochleistungsprodukt, das in allen Bestandteilen eine definierte Qualität haben muss.

Am besten Suchen Sie sich einen Fensterbaubetrieb, der nach RAL-Richtlinien arbeitet. Der Preis von € 1.000,-/Fenster, bei dieser Größe, ist wesentlich zu hoch angesetzt. Er wird eher bei € 400,- bis € 550,- liegen inkl. Einbau.





Vielen Dank!

Ich hatte probehalber mal ein Angebot von einer Stuttgarter Firma, die auch online Fenster anbietet erstellen lassen.
Dort würde ein Kunststoff-Fenster mit Doppelverglasung und Rolladen ( den wir bei 3 Fenstern bräuchten) ca 550 Euro kosten. Als Holz-Alufenster waren es ca 750 Euro. Ohne Einbau.
Die 1000 Euro waren jetzt mit gehörig Puffer. Drunter ist immer gut!

Ich werde mir auf jeden Fall auch ein Angebot von einem Fensterbauer machen lassen.

Ist Holz-Alu wirklich die beste Option, wenn man es neu macht??

Gruss, Christian



Hmmm...



Schwere Entscheidung!
Schönheiten sind die bestehenden Verbundfenster meiner Meinung nach nicht, aber sie aufzuarbeiten ist mit Sicherheit deutlich billiger als neue Fenster (PVC aus dem Baumarkt in Standardmaßen ausgenommen). Mit Streichen alle 15-20 Jahre können diese Holzfenster noch durchaus etliche Jahrzehnte halten, insofern finde ich persönlich es eine schwer zu verantwortende Ressourcenverschwendung, dieses Holz, das Glas und die in den Fenster steckende Arbeitsleistung einfach zu entsorgen.

Mein Ansatz wäre daher, die Fenster neu zu streichen und Dichtungen einfräsen zu lassen oder in Eigenregie Silikondichtungen anzubringen (geht ganz simpel, Fenster öffnen, Silikonschlange rundum in den Falz des Rahmens legen, mit einem Streifen Plastikfolie abdecken, Fenster schließen und Silikon aushärten lassen, anschließend Überstände abschneiden). Eigenbau-Silikondichtungen macht man am besten wenn die Luft so trocken wie möglich ist, da sie sich nicht nennenswert ausdehnen können wenn das Holz schrumpft. Große Spalten würde ich mit aufgeleimten Holzleisten verkleinern bevor an Dichtungen jeder Art gedacht wird.



das...



...habe ich befürchtet;-)

Sie haben Recht, was den Erhalt der Fenster angeht.

Dagegen sprechen eventuell aber noch 3 Punkte: Die Glasscheiben sind teilweise ziemlich zerkratzt, müssten also irgendwann ausgetauscht werden.

Bei 3 Fenstern brauchen wir eigentlich Rolläden. Es handelt sich um Erkerfenster, die als einzige im ganzen Haus keine Läden haben.
Hier müsste man bei Erhalt der alten Fenster eine Sonnenschutz einplanen.

Und: In den Originalplänen von 1928 Haben alle Fenster im Erdgeschoss Sprossenfenster. Bei einer Erneuerung könnte man die Optik wieder herstellen.
Ob da jetzt Sprossen im Glas, Wiener Sprossen oder glastrennende, müsste man sehen.


Trotzdem spricht auch Vieles für den Erhalt, es gibt nirgends grobe Schäden etc., und der Kostenaspekt ist sicher auch wichtig.

Was kostet in etwa das Einfräsen neuer Dichtungen?


Vielen Dank!



Zu bedenken



ist auch, dass der Scheibentausch bspw. bei Glasbruch bei den derzeitigen Fenstern wesentlich billiger ist als bei moderner Mehrfachverglasung.

Was die Optik der Fenster angeht: da bin ich voll und ganz bei Ihnen und wäre selbst sicher hin- und hergerissen. Ich nehme aber sehr stark an, dass ich letztlich entgegen aller optischen Bedenken die derzeitigen Fenster erhalten würde. 750 Euro mal 8 Fenster bezahlt man nicht eben so aus der Kaffekasse...

Zum Sonnenschutz hat mir persönlich auch bei Südausrichtung immer noch ein ein brauchbarer Vorhang gereicht, aber da sind die Ansprüche sicherlich individuell unterschiedlich.

Zum Einfräsen der Dichtungen kenne ich leider keine Preise. Für die Heimwerkermethode braucht man für ein Fenster je nach Größe 1-1 1/2 Kartuschen Universalsilikon und eine halbe Stunde Arbeit (höchstens, das ist für große Fenster mit vielen Flügeln samt Oberlichten Erfahrungswert). Kostet also fast nichts außer etwas Freizeit. Ich habe keine Vergleichswerte bezüglich Heizkostenersparnis, aber vom Kälteempfinden am Fenster ist zwischen eingefrästen und handgestrickten Silikondichtungen nicht viel Unterschied. Früher gab es von Tesa sogar Silikonkartuschen, Folienstreifen und eine Anleitung fix fertig verpackt.

Ich würde einmal wegen der am schlimmsten zerkratzten Scheiben bei einer Glaserei anfragen was ein Ersatz kostet (hier bei uns lag zuletzt eine Oberlichte ca. 100x60 bei 80 Euro Glas und Arbeitszeit) und eventuell Erkundigungen wegen Rolläden oder Fensterläden einziehen. An sich sind Rolläden mit Außenkästen auch bei Bestandsfenstern machbar und die Fensterfläche verliert man so oder so, auch neue Fenster hätten ja Außenkästen.

Vor allem wenn man das Streichen selbst erledigt würde ich meinen, dass hochwertige neue Holz- oder Holz-Alu-Fenster es bei der Amortisation ziemlich schwer hätten. Ich habe das zwar nie durchgerechnet, aber ich gebe zu bedenken, dass in einem alten Haus mit moderater Fensterfläche vielleicht 30% des Wärmeverlustes über die Fenster gehen, ein weiterer nicht allzu großer Anteil über die Fassade und der bei weitem größte Brocken nach oben. Das Sparpotenzial mit neuen Fenstern ist also enden wollend.



Pro und Contra



Hier stellt sich doch zunächst mal die Frage, ob es nicht auch Baurechtliche Vorschriften gibt.Häuser in diesem Alter haben in der Regel Auflagen von der Denkmalschutzbehörde. Da ich seit über dreißig Jahren einen Montagebetrieb für Bauelemente habe, stehe ich da eigentlich sehr gut im Thema.In der Regel lohnt es sich nicht, alte Fenster von einem Handwerksbetrieb Aufarbeiten zu lassen,es sei denn,das durch den Denkmal oder Bautenschutz Vorgaben gemacht werden die nur durch speziell angefertigte Schreinerfenster realisiert werden können.Ein austauschen der alten Fenster mit normalen Kunststofffenstern ist in der Regel immer effizienter und Kostengünstiger als eine Aufarbeitung.Auch der Austausch von Gläsern ist bei einem modernen Fenster günstiger wie bei einem alten Kittverglasten Flügel. Durch die Glasleisten ist ein Austausch in Minuten erledigt,wobei bei einem Kitverglasten Fenster erstmal der alte Kitt entfernt werden muss,dann neu eingekittet werden muss(oder mit Silicon).Erfahrungsgemäß ist der alte Kitt in den Fenstern immer sehr schwer zu entfernen.
Die Energieersparniss ist auch nicht zu vernachlässigen,da irgendwann im Rahmen der sich ständig ändernden EnBw das Haus mal gedämmt werden muss.Spätestens dann hat man für die Renovierung seiner alten Fenster das Geld umsonst ausgegeben.
Um keinen falschen Eindruck zu erwecken,wir renovieren auch alte Fenster auf Wunsch des Kunden,aber ich rate aus fachlichen und wirtschaftlichen Gründen meinen Kunden meistens davon ab,es sei denn es handelt sich um wirklich erhaltungswürdeige Fenster wie zum Beispiel altes Butzenglas oder Bleiverglasungen.
Abschließend möchte ich zum Thema Rolläden nur noch sagen,das man den verminderten Lichteinfall durch die Montage von Vorsatzrolladen verhindern kann.dadurch wird die Fensterfläche nicht verkleinert.Das ist jedoch eine frage der Ästhetik.



Pro und Contra



Hier stellt sich doch zunächst mal die Frage, ob es nicht auch Baurechtliche Vorschriften gibt.Häuser in diesem Alter haben in der Regel Auflagen von der Denkmalschutzbehörde. Da ich seit über dreißig Jahren einen Montagebetrieb für Bauelemente habe, stehe ich da eigentlich sehr gut im Thema.In der Regel lohnt es sich nicht, alte Fenster von einem Handwerksbetrieb aufarbeiten zu lassen,es sei denn,das durch den Denkmal oder Bautenschutz Vorgaben gemacht werden die nur durch speziell angefertigte Schreinerfenster realisiert werden können.Ein austauschen der alten Fenster mit normalen Kunststofffenstern ist in der Regel immer effizienter und Kostengünstiger als eine Aufarbeitung.Auch der Austausch von Gläsern ist bei einem modernen Fenster günstiger wie bei einem alten Kittverglasten Flügel. Durch die Glasleisten ist ein Austausch in Minuten erledigt,wobei bei einem Kitverglasten Fenster erstmal der alte Kitt entfernt werden muss,dann neu eingekittet werden muss(oder mit Silicon).Erfahrungsgemäß ist der alte Kitt in den Fenstern immer sehr schwer zu entfernen.
Die Energieersparniss ist auch nicht zu vernachlässigen,da irgendwann im Rahmen der sich ständig ändernden EnBw das Haus mal gedämmt werden muss.Spätestens dann hat man für die Renovierung seiner alten Fenster das Geld umsonst ausgegeben.
Um keinen falschen Eindruck zu erwecken,wir renovieren auch alte Fenster auf Wunsch des Kunden,aber ich rate aus fachlichen und wirtschaftlichen Gründen meinen Kunden meistens davon ab,es sei denn es handelt sich um wirklich erhaltungswürdeige Fenster wie zum Beispiel altes Butzenglas oder Bleiverglasungen.
Abschließend möchte ich zum Thema Rolläden nur noch sagen,das man den verminderten Lichteinfall durch die Montage von Vorsatzrolladen verhindern kann.dadurch wird die Fensterfläche nicht verkleinert.Das ist jedoch eine frage der Ästhetik.