Feinputz oder ähnliches auf Kalkputz mit rauer Oberfläche

22.04.2021 jenar

Feinputz oder ähnliches auf Kalkputz mit rauer Oberfläche

Hallo zusammen,

Ich habe einen Raum in einem alten Rotziegelbauernhaus neu verputzt. Putz ist Kalkputz aus Weißkalkhydrat CL-90 und Sand aus dem Sandwerk. Mischungsverhältnis ist 1 Teil Kalk zu 3 Teile Sand mit ca 1 Teil Wasser. Das Ergebnis ist ganz gut geworden. Die Oberfläche ist nun doch noch recht rau und da wollte ich einen Feinputz oder ähnliches auftragen. Auch um die Putzleisten zu überdecken die als Grundlage zum abziehen mit der Kartätsche wunderbare Dienste geleistet haben, jetzt aber noch sichtbar sind. Der Kalkputz hat eine Stärke von 1-2cm.

Ich hab mal was von einer Kalkschlämpe (oder Kalkschlemme?) gehört. Glättkellen sind vorhanden, da sollte es aber vermutlich nicht zu dünnflüssig sein beim auftragen. Ziel wäre eine schöne glatte Oberfläche. Am Ende wollte ich mit Sumpfkalk streichen.

Der Sand hat eine Körnung von 0-2mm. Also falls es er je dazu gebraucht würde einen Feinputz herzustellen kann es auch sein er ist zu grob?

Ansonsten muss ich sagen das ich begeistert bin von der Herstellung und Verarbeitung von Kalkputz. Was ich nicht möchte nun mit irgendeiner Baumarktfarbe drüber streichen.

Wenn also jemand einen Tip hat was ich als Deckputz/Feinputz nehmen könnte (bestenfalls mit Kalk/Sand oder nur Kalk) bin ich für jede Info dankbar.

Lieben Gruß
Jenar



hallo jenar



also ich habe gute Erfahrungen mit der Kalkglätte von Otterbein gemacht als Grundlage für die ungefüllte Sumpfkalkfarbe von Kreidezeit bzw. auch für einen ganz einfachen Sumpfkalkanstrich.



Putzschienen



Hallo Jenar,
welche Putzschienen hast du verwendet?
Wenn es die verzinkten Blechschienen sind, solltest du die besser wieder raus machen und die Schlitze mit Putz verschließen, bevor du eine Kalkglätte drüber ziehst. Der Zink wird mit der Zeit vom Kalk angefressen und die Schienen fangen evtl. an zu rosten. Der Rost schlägt dann als braune Linien durch die Glätte.
Und denke unbedingt dran den Putz gut anzufeuchten, damit die Glätte nicht aufbrennt!
Der 0/2er Sand ist auf jeden Fall zu grob für eine Glätte. Die wird nur hauchdünn aufgezogen. Deswegen muss der Untergrund auch schon akkurat gefilzt sein. Alternativ kannst du auch einen Kalk-Feinputz aufziehen. Der wird etwas dicker aufgetragen. Schau mal hier: https://www.hessler-kalkwerk.de/naturkalk-putze.html
Gruß,
KH



Mal sehen wie es wird



Hallo Pope, Hallo Karl-Heinz,

die alten Techniken find ich ja sehr interessant. Danke für eure Tips!

Man kommt ja neben dem arbeiten nicht immer gleich zu was und hatte es erst jetzt geschafft da mal eingehend zu lesen und recherchieren. Ich denke auch die Meinungen werden immer auseinandergehen was das beste ist was man machen kann. Hängt ja auch noch vom persönlichen Anspruch ab.

Folgendes Video fand ich sehr interessant:
https://m.youtube.com/watch?v=FG8Lz41bgaY

Ich würde einen Feinputz auf diese Weise mal versuchen herzustellen:
1-2 Teile Quarzsand
1-2 Teile Marmormehl
1 Teil Sumpfkalk

Danach mit einer Kalkschlämme streichen:
3 Teile Sumpfkalk
4 Teile Marmormehl
3-4 Teil Wasser

Wie der Herr Greef in dem Video sagt, man muß halt probieren und mal kleine Teststellen anlegen. Finde das sehr spannend.

Dachte mir das wenn es beim Kalkputz schon so gut funktioniert hat, wird sich der Oberputz bestimmt auch bewerkstelligen lassen. Vorm auftragen des Feinputzes wird gut vorgenäßt.

Auf fertige Sackware wollte ich eigentlich verzichten. Hat zwei Gründe. Oft sind Zusatzstoffe drin (z.B. Zement oder ähnliches glaub erkennbar an „hydraulisch“ im Namen) und ein weiterer nicht unerheblicher Grund sind die Kosten. Allein für den Kalkputz war neben Wasser nur Sand aus dem Sandwerk und Weißkalkhydrat vom Baustoffhandel notwendig. Fertige Sackware wäre teurer gekommen.

Die Putzschienen sind tatsächlich verzinkt aus Stahlblech. Werde alle weiteren Räume anders verputzen, so das ich die rausnehme und die Löcher im Nachhinein verschließe. Den nun fertige Raum lass ich erstmal so. Zum einen ist der Kalkputz schon sehr fest ausgehärtet und zum anderen hoffe ich darauf das mit einer sehr geringen Luftfeuchtigkeit später im Raum (ist ja kein Keller) und einer vom Sauerstoff hermetisch abgeriegelten Oberflächen sich kein Rost bilden kann. Falls doch, werde ich dann in den sauren Apfel beißen und die Schienen entfernen.

Ich bedanke mich für eure Hilfe! Ich werde berichten wie es klappt.
Lieben Gruß
Jenar