Lehmausfachung von ausen Dämmen?

15.05.2010



Hallo,

ich habe vor mein 100 Jahre altes Fachwerkhaus mit Flechtwerk und Lehm auszufachen.
Meine Frage ist ob es möglich ist / Sinn macht die Außenwand noch zusätzlich mit Mineralwolle zu Dämmen?
Muss die Wand in beide Richtungen Atmen können?

Wie verhält es sich mit Nassräume? Kann ich dort einfach Fliesen an die Lehmwand anbringen?



Hallo,



natuerlich, die Wand muss in beide Richtungen atmen.
Mineralwolle ist kein wirklich guter Daemmstoff wenn die Gefahr besteht, dass es Nass werden kann oder ueber Kondensfeuchte betauen.
Mein Empfehlung ist mit einem Kalk-Leichtmoertel zu verputzen, entweder die Gefache, oder falls noetig, geplant die ganze Fassade, dann mit einem Armierungsgewebe.
Moegliches Produkt ist z.B. HP 9 SL, siehe: www.hessler-kalkwerk.de/hks-produkte/items/hp9sl.html
Bezug z. B. www.steinhausen-naturbau.de



keine Dämmung?



Heißt dass ich kann keine Außendämmdung anbringen?





Hallo,

Möglicherweise ist eine Vorhangfassade eine gute Möglichkeit die Fassade zu schützen und gleichzeitig zu dämmen.
Kondensat wird bei einer Vernünftig ausgeführten Außendämmung nicht ausfallen.

Grüße aus Schönebeck

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@ WDVS



Hallo Marco, mit einem Kalk-Waermedaemmputz koennen Sie einzelne Gefache daemmen, oder die ganze Fassade. Der Diffusionskoeffizient (Wiederstand gegen den Dampfdurchgang in einem Baustoff = sogenanntes Atmen) solcher Putze liegt um 10. Naechst-Besseres ist die Thermofassade von europerl mit einem Kalk-Zementputz auf dem Stauss-Gewebe und einer Perlite-Schuettung, Diffusionskoeffizient ca. 15-20. Hiernach von Xella die Multipor-Platte, Weichfaserplatten (System Unger, Sto/Gutex) oder Kork (Roefix). Allerdings werden alle diese Platten mit kunstoffvergueteten Klebern vollflaechig armiert, hierbei erhoeht sich dann der Diffusionskoeffizient auf 100 oder mehr. Sprich diese Fassaden sind 5-fach dichter als Beton, bzw. 10-fach Dichter als Kalkmoertel. Trotzdem arbeiten diese Systeme in aller Regel gut, jedoch nicht unterhalb des Feuchtehorizonts. Da helfen nur abgestimmte Kalkmoertel oder die Thermofassade.
Generell gilt, dass ab ca. 5 cm Daemmung die Platten kostenguenstiger sind. Aber es ist auch so, dass die ersten Daemm-cm im Vergleich mehr bringen als eine Verdoppelung der Daemmung.
Das Fachwerk-Prinzip ist jedoch, dass die Fassade nach aussen hin abtrockenen kann und nicht mit viel dichteren Baustoffen verkleidet ist.
Wenn Sie mehr Daemmung benoetigen koennen Sie auch mit den Kalk-Waermedaemmmoerteln innen verputzen.
Gruss N. Hoepfer



Fachwerk



Falls Sie Flechtwerk und Lehm wählen um möglichst authentisch zu sein, dann ist das wahrscheinlich nicht richtig.
Um 1910 war bei Sichtfachwerk die Ausfachung mit Ziegeln üblich, entweder als Sichmauerwerk (Klinker) oder mit "Backsteinen" (Vollziegel MZ 150)und Putz.
Genaueres kann man zum Wandaufbau nur sagen, wenn es von Ihnen genauere Informationen gibt, am besten Fotos von dem betreffenden Gebäude.

Viele Grüße

Georg Böttcher



Lehmausfachung von aussen dämmen



Sie können auch folgenden Aufbau wählen:

Ständerwerk
Lehm-Hobelspan-Dämmung
Holzweichfaserplatte

Unterkonstruktion für Holzschirm hinterlüftet
oder für Stauss Fassadengewebe hinterlüftete Putzfassade

Soll Nur verputzt werden,
Ständerwerk
Thermo-Fill S von Europerl
Stauss Fassadegewebe verputzt (z,B.mit Luftkalkmörtel)

Sollten Sie Fragen haben, einfach melden.

Grüsse Thomas



Was haltet



ihr von der Idee wenn ich zwei kleine Bretter zusammen verzapfe zwischen denen ein Hohlraum bleibt und diese in den Lehm mit einarbeite? Luft ist ja ein schlechter Wärmeleiter.