Holzhaus streichen: was muss bei der Wahl der Farbe und des Handwerkers beachtet werden?

16.03.2013



Ich habe das Holzhaus ( gebaut 1947) von Oma übernommen und möchte es als Ferienhaus nutzen. Es muss neu gestrichen werden. Das Haus soll sich optisch nicht verändern aber das Holz vor Verwitterung geschützt werden. Und es soll pflegeleicht sein. Und gibt's auch Anstriche die einen Isolierungseffkt haben? Was muss ich bei der Wahl der Farbe bedenken und wie finde ich den richtigen Handwerker? Mit welchen Kosten muss ich für den Aussenanstrich rechnen und wie lange hält der Anstrich bevor wieder neu gestrichen werden muss?





Hol dir nen Malermeister aus der Umgebung,
laß dich beraten zwecks deines Holzhauses, laß dir Referenzobjekte zeigen und quatsch mit Kunden
ob sie mit ihm und seiner Arbeit zufrieden waren.



Nee … lass es



Hallo

lieber nicht Streichen als mit Malermeisters Hilfe … wenn Sie Pech haben dürfen Sie dann dessen tolle Indu-Produkten immer wieder drauf schmieren … und die Hütte leidet darunter …

oder informieren Sie sich hier … da sind auch die Videos hilfreich …

http://www.ottossonfarg.com/default_de.aspx

Florian Kurz



Ich versuche...



... mal, obwohl nicht vom Maler-Fach, eine sinnvolle und hoffentlich nützliche Antwort ohne bräsige Arroganz gegenüber der pauschal unterstellten Industriehörigkeit und dem damit suggerierten angeblichen Nichtskönnertum österreichischer Malerhandwerks-Betriebe.

Ein örtlicher Betrieb kennt die Witterung, möglicherweise sogar das Haus, und weiß, was bisher verwendet worden ist oder/und wird nach seinen Erfahrungen und Deinen Vorstellungen Empfehlungen aussprechen und dementsprechend eine Methode zur Behandlung des Holzes in ein Angebot packen.
Einen guten Betrieb erkennst Du daran, dass er Deine Wünsche ernst nimmt und darauf eingeht, aber auch argumentativ bei möglichen "Irrtümern" aufklärt.
Es lassen sich auch mehrere Betriebe kontaktieren.
Empfehlungen von Nachbarn oder Bekannten am Ort sind meistens hilfreich.

Die pauschale Empfehlung einer Produktlinie eines bestimmten Anbieters ist nicht zielführend... das entspricht einer Empfehlung eines bestimmten PKWs, wenn noch nicht einmal klar ist, ob es ein City-Flitzer oder ein Wohnmobil werden soll.

Die Kosten setzen sich u.a. aus Material, Baustelleneinrichtung (z.B. Gerüst, Abklebungen, ...) und Personalkosten zusammen. Entweder gibt es im Angebot eine dezidierte Aufstellung darüber, oder Ihr vereinbart einen Pauschalpreis.
An dieser Stelle lässt sich kein "Durchschnittspreis" festlegen.

MfG,
sh





Genau großer Schreinergeselle Florian Kurz,
alle Handwerker, die nicht das von dir favorisierte verarbeiten, sind Idioten und Blödmänner die nichts anderes im Sinn haben als alle Bauten mutwillig zu zerstören.
Mit deinem Scheißgeschreibe kotzt du hier immer mehr an. Kein Wunder das sich immer mehr Mitglieder zurückziehen.



Im ...



Literaturbetrieb wird mancher, der als Schriftsteller nix taugte, Kritiker. Und schreibt dann über Leute, die etwas tun, was er selber nicht hinbekommen hat. Meistens abwertend. Ein höchst überflüssiges Geschäft.

Mitunter sollen auch Handwerker, die zum Arbeiten zu faul oder zu verkopft waren, den Ruf zum Planer in sich gespürt haben. Der Job des Architekten freilich ist, im Gegensatz zum Kritiker, ja nun keinesfalls als überflüssig zu betrachten. Handwerkliche Erfahrungen könnten dem Architekten dienlich sein. Möglichweise kommt aber mancher verkopfte Handwerker auch als Planer nicht weiter denn als Handwerker. Dann ist er ein Baukritiker. Ein höchst überflüssiges Geschäft. Gepaart mit Sendungsbewusstsein und einem Microhorizont, was die Auswahl möglicher Materialien angeht, wird so ein "Baukritiker" garantiert zur Nervensäge und zum Stänkerer.

Als Handwerker fühle ich mich durch die andauernden Handwerkerbeschimpfungen eines Planers, von dem durch die vielen Jahre trotz Dauerpräsenz kaum einmal eine konkrete Empfehlung zu haben war, immer aber unsachliche Verrisse, äußerst verärgert.

Soweit die allgemeinen Betrachtungen zum Thema. Konkret, liebe Claudia, falls Du vor lauter Theaterdonner nicht schon die Flucht ergriffen hast:

Fotos könntest Du einstellen, wenn Du Dich als Mitglied anmeldest. Das kost nix und geht schnell. Wichtig wäre ferner, wie schon erwähnt, was jetzt auf dem Holz ist. Sollte die Farbe allgemein versprödet sein, kann Sie mit Heißluft und / oder Schleifen oder auch mit einer Lackfräse entfernt werden.

Nach einem Feinschliff könnte das Holz neu behandelt werden. Hierzu werden Dir 10 Handwerker möglicherweise 10 verschiedene Produkte anbieten. Es gibt da deckende Kunstharzfarben auf Dispersions- und Lösemittelbasis, ferner kunstharzgebundene Lasuren auf Dispersions- und Lösemittelbasis. All diese laufen bei Florian Kurz unter "tolle Indu-Produkte". Deren Haltbarkeit würde ich mit sehr unterschiedlich einstufen, verallgemeinernd aber behaupten, daß alle Kunstharzprodukte irgendwann verspröden. Ich habe in diesem Bereich schon Farbablösungen auf neuen Fenstern nach 12 Monaten gesehen, andererseits gibt es auch bessere Ergebnisse. Außerdem verankern sie sich allermeist nicht so gut in der Holzpore, da Kunstharzmoleküle generell größer als Holzporen sind. Außerdem sind diese Farben meist sehr dampfdicht, eindringendes Wasser wird also Schäden verursachen, da es kaum mehr weg kommt. Irgendwann müssen diese Farben also alle wieder runter! Davor stehst Du gerade beim Vorgängeranstrich, und der Aufwand ist nicht unerheblich.

Eine weitere Produktgruppe wären die Leinölfarben. Diese gibt es von verschiedenen Herstellern. Deckende Farben gibt es z.B. von Kreidezeit oder Ottoson, Lasuren u.a. von Livos oder Natural. Ihnen allen ist gemeinsam, daß das Bindemittel Leinöl nicht versprödet, sondern elastisch bleibt. Diese Farben können also auch noch nach Jahrzehnten mit dem Holz arbeiten, und sie sind hinreichend dampfoffen, um den Feuchteausgleich zu ermöglichen. Leinölfarben werden mit der Zeit etwas stumpf, da die Oberfläche von Wind und Wetter angegriffen wird. Nach einer Grundreinigung können diese Farbschichten aber immer leicht überarbeitet werden, das kann schon das Überwischen mit einen farblosen Öl sein. Damit kannst Du für Jahrzehnte einen guten Holzschutz schaffen, ohne wieder schleifen zu müssen.

Ich arbeite seit Jahren mit österreichischen Leinölprodukten: www.natural.at und empfehle Dir aus dieser Palette die Holzlasur in passendem Farbton. Wenn Du magst, wende Dich dorthin, sie schicken gern ein Farbmuster. Es sollten 2-3 Anstriche (dünn, Trockenzeiten beachten) erfolgen, die Wartung erfolgt dann wit dem Wetterschutz, ebenfalls von Natural. Sicherlich können sie Dir auch einen Maler in Deiner Umgebung empfehlen, der mit ihren Ölprodukten vertraut ist. Es könnte aber auch sein, daß Du die Freude am Selberstreichen entdeckst.

Viel Erfolg wünscht

Thomas



Danke sehr



Dann werde ich mich mal dran machen und comunity Mitglied werden. Denn da kommt auch die Frage der Isolierung und Heizung auf mich zu.



Hier noch...



eine ergänzende Anmerkung zu den Leinölprodukten: Es ist allgemein sicher wünschenswert, Lösemittel zu reduzieren. Was soll auch Testbenzin in einer Farbe. Im Bereich der Naturfarben führt dieses Ziel aber, weil bürokratisch und wenig sachkundig angewandt, zu skurrilen Ergebnissen.

So werden neuerdings Öle mit Wasser emulgiert und man propagiert das als Fortschritt, weil ja Lösemittel reduziert werden. Im Bereich der Naturfarben wären diese Lösemittel zwar nur echtes Terpentin, Citrusschalenöl und zuweilen Isoparaffine, die kaum einmal problematisch auftreten. Aber eine sachliche Wertung findet da, wie gesagt, nicht statt. Lösemittel sind eben Lösemittel und Punkt.

Nun ist aber zu fragen, ob wir es bei Öl-Wasseremulsionen mit einem der Leinöllasur (natürliche Lösemittel beinhaltend) gleichwertigen Holzschutz zu tun haben. Ich meine nein. Das Wasser in der Wasser-Öl-Lasur wird zunächst durch anquellen geschliffener Oberflächen für eine rauhere Oberfläche sorgen. Ferner dringt es viel schneller in das Holz ein als das emulgierte Öl und ist dann genau da, wo ich stattdessen gern das Öl hätte, nämlich in den Poren. Und wenn das Wasser verdunstet ist, für das Sie viel Geld bezahlt haben, ist die Oberfläche ungesättigt. Das Öl wird nach meiner Erfahrung wesentlich mehr auf der Fläche statt in den Poren verbleiben, was für die Haltbarkeit des Anstriches nichts Gutes schwanen lässt.

Und da ich gerade dem windigen Sonn(en)tag dank Halsschmerzen nichts abgewinnen kann, rechne ich jetzt noch einmal den Verbrauch an einem konkreten Beispiel durch:

Fassadenverkleidung Lärche, gehobelt, mit profilierten Deckleisten, 105m². Gerechnet wird jeweils mit den maximal angebenen Verbräuchen, da die Profilierungen (oder im Altholzbereich Holzstrukturen) einen erhöhten Verbrauch bedingen), jeweils 2 Anstriche

1. Lärchenöl ABC (dafür will ich hier keine Werbung machen, ist aber verbreitet in Baumärkten) (Öl-Wasseremulsion)

Verbrauch lt. Datenblatt 100-160ml/m² pro Anstrich
Gesamtverbrauch für obige Fassade: 33,60 Liter

2. Natural Holzlasur (Leinöl, nat. Lösemittel, Pigmente)

Verbrauch lt. Datenblatt 70-80ml pro Anstrich
Gesamtverbrauch für obige Fassade: 16,8 Liter

Die Preise der Lasuren sind nahezu vergleichbar. Lärchenöl ABC kostet a 2,5l 46 EUR (Preis aus Internet), Natural Holzlasur 55 EUR (Preis Liste Endverbraucher Natural). Der Verbrauch des ABC ist aber exakt doppelt so hoch wie bei Natural.

Daß die ABC- Oberfläche keine besonders haltbare sei, vermutet auch der Hersteller selbst: Er empfiehlt eine Auffrischung nach Bedarf (1x jährlich). Natural äußert sich dazu nicht direkt, was auch nicht verwundern kann, schließlich kann die Wetterexposition ja sehr unterschiedlich sein. Meine Erfahrung mit Natural Holzlasur an Fenstern, die als maßhaltige Bauteile wesentlich strengeren Kriterien genügen müssen: Nach 3-5 Jahren kann frühestens auf der Wetterseite (deutsches Durchschittsklima) der Zustand eintreten, wo das Reinigen und Überwischen mit einem Wetterschutz sinnvoll sein könnte. Bei Fassaden lässt sich dieses Intervall bei einem guten Erstanstrich sicher weiter strecken.

Wir haben also in diesem Vergleich nahezu doppelte Kosten/m² UND deutlich kürzere Wartungszyklen beim beispielhaft gewählten Öl-Wasserprodukt. Zudem ist die Wartung einer Öllasur nach Jahren durch Überwischen mit einem Wetterschutz deutlich unaufwendiger als ein komplettes Nachstreichen. Ein schönes Beispiel dafür, daß der "Blaue Engel" als Umweltzertifikat oft keinerlei Empfehlung sein kann und hier eher als "Schwarzer Teufel" durch's Ziel geht. Da fällt dann schon gar nicht mehr in's Gewicht, daß so eine Öl-Wasseremulsion nicht ohne Konservierungsstoffe auskommt. Aber die Isothiazolinonallergiker dürfen sich gern telefonisch beim Hersteller beraten lassen :-) Unklar bleibt auch beim ABC-Öl, woher der UV-Schutz kommen soll. Lt. Produktinformation ist das Produkt pigmentfrei...

Tja, sowas kommt heraus dabei, wenn ein Ölliebhaber Halsschmerzen hat :-)

Man verzeihe mir die gewählten Beispielprodukte. Ich kenne, verarbeite und vertreibe "Natural" - Produkte nun lange genug, um zu wissen, wovon ich rede. Und daß das ABC-Öl besser als das vom Hersteller geschriebene Produktblatt ist, ist sicherlich rein theoretisch möglich, aber nach allgemeiner Lebenserfahrung kaum wahrscheinlich.

Sonntagliche Grüße

Thomas



Das ist seeehr hilfreich



Vielen Dank für die Antwort. Da hab ich echt was dazu gelernt! ;-)))



Isolierende Anstriche auf Holz



... bleibt nach den guten Erklärungen von Thomas nur noch zu ergänzen, dass es solche isolierenden Anstriche auf Holz hoffentlich nicht gibt.

Der Anstrich soll das Holz vor Feuchtigkeit und vor der UV-Vergrauung schützen. Mehr sollte man nicht tun wollen.

Leider werden wir uns den wasserbasierenden Systemen auf Dauer nicht entziehen können. Für Profis wird es immer schwieriger, Farben einsetzen zu dürfen, die vernünftig mit Lösemittel abgemischt sind.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de