Sumpfkalkfarbe intensiver färben...

15.12.2011



Hallo liebe Forumsteilnehmer,
auf dem Bild sieht man im Vordergrund eine Wand, die mit Lehm verputzt und dann mit Sumpfkalkfarbe überstrichen worden ist.
Der Orange-Pfirsichfarbene Ton der noch nassen Farbe gefällt mir sehr gut. Im Hintergrund sieht man einen kleineren Wandanschnitt, der bereits relativ abgetrocknet ist und eher Lachsfarben wirkt.

Die Sumpfkalkfarbe habe ich mit dem Erdpigment Franz. Ocker dunkel abgetönt. Ca. 10% Gewichtsanteile Pigment auf den Sumpfkalk bezogen. Also schon evtl. sehr nah am max. Mischungsverhältnis, bevor dei abgetrocknete Farbe zu kreiden anfängt...

Gibt es eine Möglichkeit, den im Bild sichtbaren Orange-Pfirsichfarbenen Ton mit reiner Sumpfkalkfarbe überhaupt herzustellen oder muß man sich mit pastellfarbtöne begnügen (welches Pigment nehme ich übrigens, um einen Orange/Pfirsichpastellton zu erzeugen?) Muß man evtl. auf Kalkkasein o.ä. wechseln, um mehr Pigmente beimischen zu können?

Grüsse
Gerry



kalkkaseinlasur



Hallo Gerry, als Pigment empfehle ich Venetianisch Rot
das ist eine mineralische Erde die auch kalkverträglich ist.
Das kannst Du mit Deinem Rest franz.Ocker mischen.
Am Besten Du stellst eine Kalkkaseinfarbe/lasur her
und überstreichst (sehr verdünnt!)zweimal Deine Wände.
Mischungsverhältnisse sind im Forum oder netz zu finden.
Im Bild eine gut deckende Kaseinfarbe (venetianischrot),
zweimal dünn gestrichen auf Rauhfaserund incl. Musterwalzendekoration.

Viel Glück beim Ausprobieren!

Birger Jesch



Hallo Birger,



vielen Dank für den Tip.

Die andere Wand mit den Fenstern macht uns nun auch Probleme:

Bisher habe ich mit Sumpfkalkfarbe (1 T Sumpfkalk : 3 Wasser) dünn gestrichen. Zunächst weiß (3-4mal). Dann 2 x mit pigmentierter Farbe. Die Farbe ist immer noch wolkig und, was uns am wenigsten gefällt, der Farbton von Franz. Ocker gelb ist uns zu starl gelblich geworden. Dass sieht mit der lachs- oder auch pfirsichfarbene Wand einfach besch. aus. Vorher haben wir mit Franz. Ocker hell experimentiert - das war ums einfach zu blass und auch zu gelblich. Nun haben wir noch ein dunkles Sienna Pigment, dass fast wie schokoladefarbener Lehm aussieht. Damit werde ich es heute mal versuchen...

Ich habe ehrlich gesagt auch keine Lust mehr, nach diesem "Testraum" den Rest des Hauses 5-8 mal zu streichen. Daher habe ich auch schon an Kalk-Kaseinfarbe gedacht, da diese etwas früher akzeptable Ergenisse zeigen soll.

Soweit ich den Unterschied zwischen Sumpfkalk und Kalkkaseinfarbe nun begriffen habe, ist im 1. der Sumpfkalk sowohl Bindemittel wie auch Pigment. Kalk kann aber nur rel. wenig Pigmente aufnehmen (um 10% Gew.anteile Pigment). Kalkkasein ist Kasein (z.B. 12% in Magerquark enthalten), der mit Kalk chem. aufgeschlossen wird. Dieser Kalkkasein-Leim übernimmt die Bindemittelfunktion in der Farbe.

Was bringt es mir, wenn ich einen rel. teuren qualitativ hochwertigen Sumpfkalk dann z. B. als Pigment mit dem Leim vermische? Findet überhaupt noch die Carbonisierung statt, wie bei einer reinen Sumpfkalkfarbe?

Kann ich dann nicht auch gleichwertig als Pigmentbeimischung Kreide/Marmormehl und Weißkalkhydrat nehmen?

Grüsse
Gerry



Kaseinfarbe



Hallo Gerry, da hast du dir viel Arbeit gemacht, indem du
erst versucht hast mit Kalkmilch den Lehmputz hell zu bekommen und dann den Pfirsischton....
Gesteinsmehle kannst du gut als Pigment und Füllstoff verwenden. Schau mal auf die website von Kremer-Pigmente.
Ich verwende oft die fertige weisse Kaseinfarbe (Vegakasein)von Kreidezeit und mische sie dann mit eigenem Pigmentsumpf
und zusätzlichem Kaseinleim. Am Besten gleich einen Sack
kaufen- da kannst Du immer nach Bedarf etwas einsumpfen für den baldigen Verbrauch.

Grüße

BIrger Jesch



Meine Frau hatte



mich auch schon gefragt, ob man denn nicht gleich mit gefärbtem Sumpfkalk hätte streichen können...

Ich dachte aber, weiß sei eine gute Grundlage für die spätere Farbe.

Wir haben ja noch ein paar dutzend qm Wandfläche zum ausprobieren übrig...

Da ich noch ca. 50 kg Sumpfkalkfarbe, 1 Sack Weißkalkhydrat, 1 Sack Champagnerkreide habe, möchte ich erstmal diese Stoffe verbrauchen... und ein paar Rezepte ausprobieren.

Grüsse
Gerry





Im Buch von Schillberg und Knieriemen wird beschrieben, dass im Gegensatz zu staubigen Pigmenten, die im weißen Sumpfkalk ziemlich "untergehen", die Beimischung von farbigen kristallinen Sanden für eine intensive Farbigkeit mit hoher Leuchtkraft wegen der Prismenwirkung der einzelnen Sandkörner sorgt. Durch ein Abreiben der gestrichenen Wand kann die Wirkung noch verstärkt werden. Als Bezugsquelle wird dort TEX-BIS genannt.

http://www.texbis.de/naturfarben/lehmfarben_palette.htm

Der Einsatz der farbigen Sande geschieht dort allerdings in Verbindung mit "Lehm-Edelputzen". Trotzdem denke ich, dass eine Anfrage bei TEX-BIS lohnenswert wäre, denn die wissen bestimmt auch, inwiefern ein Einsatz in Verbindung mit Sumpfkalkfarbe sinnvoll wäre.