Sumpfkalkfarbe trocknet ungleichmäßig auf

02.08.2011


Mein Mann und ich besitzen ein kleines Bauernhaus, ca. 1730 erbaut und bis jetzt mehrfach angebaut, umgebaut und erweitert.
Wir renovieren gerade Wohn-und Schlafzimmer. Bis auf eine Wand bestehen die Wände aus Ziegelmauerwerk auf Sandsteinfundament. Als wir das Haus übernommen hatten, zeigten sich im Wohnzimmer an einer Wand aufsteigende Feuchtigkeit, im Schlafzimmer Feuchtigkeitsschäden durch Kondensat. Dieser Raum war jahrelang nicht geheizt und nicht gut gelüftet worden. Vor den Fenstern befanden sich Schuppe, von denen einer mittlerweile abgerissen ist.
Durch Empfehlung kamen wir an eine Baufirma, die sich auf Altbausanierung spezialisiert hat. Die Feuchte Wand bekam eine horizontale Sperre, der Putz wurde auf ca. 1 m hoch erneuert, im Schlafzimmer musste nur der Putz auf ca. 60 c, Höhe erneuert werden, das Mauerwerk darunter war trocken. Diese Arbeiten wurden im März/April ausgeführt.
In Eigenleistung hat mein Mann außen das Gelände etwas tiefer gelegt und so gepflastert, dass das Wasser vom Haus weg läuft.
Dort befand sich der gepflasterte Boden des mittlerweile abgerissenen Schuppens, OK Boden war über OK Innenfußboden.
Beim Erneuern der Pflasterfläche wurde das Mauerwerk im Spritzzonenbereich und das Fundament mit einer mineralischen Dichtschlemme gestrichen, der boden wurde duch eine Kiesschicht ersetzt, bei diesen Arbeiten wurde festgestellt, dass die RW-Grundleitung klaputt ist und ausgetauscht.

Innen wollten wir gerne den Putz mit Kalkfarbe streichen. Da leider sämtliche Wände aus einem Gemisch verschiedener Putzsorten mit unterschiedlichen Strukturen bestehen, hatte uns die Maurerfirma empfohlen, eine Makulaturtapete zu kleben. Nach Rücksprache mit dem Farbenhersteller haben wir das gemacht und dann nach Vorschrift mit Fassadenbürste die gefüllte Sumpfkalkfarbe gestrichen.

Auf zwei Flächen trocknet die Farbe ungleichmäßig auf.

Ein Fachmann, der nicht vor Ort war , meinte, dass seinen Salze.
Aber hätte man das nicht sehen müssen? Es waren keine Ausblühungen zu sehen, dieser Bereich ist immer Wohnbereich gewesen. In dem Gebäudeteil gibt es keine Wasserleitungen.
Die Unterknnte Flecken ist nicht identisch mit der Oberkante neuer Putz.
Mein Mann meint, nach vorsichtig Fönen sei eine Verbesserung zusehen gewesen. Das Haus kann derzeit nicht geheizt werden, in Zukunft soll das ganze Haus (60 qm) mit einem Kaminofen beheizt werden.
Ist es möglich, dass Wände so lange zum Austrocknen brauchen? Das Haus hat ca. 1,5 Jahre leer gestanden und wurde im ersten Jahr gar nicht geheizt, im letzten halben Jahr mit der Nachtspeicherheizung temperiert.

Was haben wir falsch gemacht und was können wir noch machen?

Mit freundlichem Gruß

Maccaroni

PS.: der Anstrich ist jetzt zwei Wochen alt



Kalkfarbe



Hallo,

zuerst einmal ein paar ganz dumme Fragen:
Ihr habt Kalkfarbe auf eine Makulaturtapete gestrichen??!!.
Was für Kalkfarbe war dieses und aus welchen Inhaltsstoffen bestand diese??!!
Wer hat euch sowas empfohlen!!!

MfG





Die Farbe war gefüllte Sumpfkalkfarbe von Kreidezeit,
empfohlen wurde uns das von unserer Altbau-Maurerfirma, da ich das auch noch nie gehört hatte, habe ich mich bei der technischen Beratung von Kreidezeit rückversichert, ob das so ok sei. Die haben mir das bestätigt.



Penne arrabiata!



Hallo

Das von Ihnen geschilderte Sammelsurium von Maßnahmen, Materialien, Empfehlungen von der "so versierten" Fachfirma ist der Grund des Ergebnisses, das Sie nun vor sich sehen.

Unzusammenhängende Aneinanderreihung von irgend welchen Maßnahmen die vielleicht für sich in einem begrenzten Anwendungsbereich sinnvoll sind oder erscheinen bringen zwar Geld in die Kasse der Firmen und Leute können beschäftigt werden (der Rubel muss Rollen) - aber das Ergebnis ist - wie Sie sehen nicht das , was am Ende für SIE als BAUHERR und Laie herauskommen sollte.

Die Wortkombination: "Feuchtigkeitsschäden durch Kondensat" hört sich wichtig an - für mich wars das dann - inhaltlich eher mager.

Horizontale Sperre, mineralische Dichtschlämme etc. hätte ich Ihnen nie empfohlen.

Und die Makulaturtapete dann als Maluntergrund für Kalkfarbe wirft mehr Fragen auf als Antworten!

Dann der telepathische Berater der Salze sieht durch sein "Medium"!

Die letztendlich Frage: was können wir noch machen? kann man schwer beantworten.
Als erstes mal die telepathischen Berater und die versierte Fachfirma vergessen.

Da jetzt auf diesen Materialmix mit weiteren aus der Hüfte geschossenen Ratschlägen patentlicher Art zu reagieren liegt mir nicht, denn m.E. ist das gesamte System nicht in Ordnung und - um bei Speisenkreationen zu bleiben - eher ein Leipziger Allerlei mit Vanillesosse als ein durchdachtes 3 Gänge Menue!

Um was sagen zu könen müsste man die genauen Materialien in der Wand kennen …

Es ist eine etwas verfahrene Situation … 

Fast auch ein bisschen ratlos …

FK



An den anderen Wänden gab es keine Probleme



Da stellt sich für mich dann jedoch die Frage, warum Anbieter, wie Kreidezeit oder Claytec bei unterschiedlichen Untergründen dazu raten, vor dem Aufbringen der gefüllten Sumpfkalkfarbe Makulaturtapete kleben?

Zudem: an den übrigen drei Wänden des Raumes gab es keinerlei Probleme. Auch dort hatten wir unterschiedlichen Untergründe, auch dort wurde Makulaturtapete geklebt, dann die Sumpfkalkfarbe aufgetragen - und die Farbe trocknete gleichmäßig und ohne Fleckenbildung auf.



Mauersalze ?



Dies ist nur eine Vermutung und Spekulation aus der Ferne:
Vielleicht ist der Gedanke mit den Mauersalzen doch nicht ganz so verkehrt?! Wenn Mauersalze noch in Lösung im Mauerwerk vorhanden sind kommt es zu wenig Ausblühungen. Vielleicht sollten Sie das mal mit Messungen abklären.
Aber wie gesagt, dies ist nur eine Spekulation aus der Ferne.
Ansonsten kommt ja jetzt der Sommer zurück und da können Sie gut Lüften und die Flächen so abtrocknen lassen.
viel Erfolg
A.Hoppe





@ FK: die Wand besteht aus 17,5er Ziegelmauerwerk, Vollstein warscheinlich aus einer Ziegelei in der Nähe, die gestrichene Seite ist mit Kalkzementputz verputzt, im dahinterliegenden Raum ist diese Wand mit Lehm verputzt.

die gegenüberliegende Seite, die keine Probleme macht, ist übrigens absoluter Materialmix....

Den telepathischen Fachberater habe ich schon vergessen.

Was spricht gegen die Maßnahmen, das Wasser vopn Haus wegzuführen (Terrasse tieferlegen etc...)? Die Wand ist sichtbar trockener geworden.
Das Grundwasser ist ziemlich hoch, im nachträglich eingebauten Teil-Keller befindet sich ein Pumpensumpf.

mfG

Maccaroni





Hallo,

bitte nicht verwechseln: reine stark verdünnte Sumpfkalkanstriche sind nicht für Papiertapeten empfohlen.
Dispergierter Kalk, wie Kreidezeit Sumpfkalkfarbe kann jedoch auf Papiertapeten gestrichen werden und haftet dort auch zuverlässig. Das ist von uns so empfohlen und auch seit etlichen Jahren bewährt.
Unsere Empfehlung beschränkt sich jedoch auf Papiervliese, z.B. Variovlies 120/140/160 oder vergleichbar.

Die Produktinformation enthält Angaben zur erforderlichen Beschaffenheit der Untergründe. Hier ein Auszug:
"Der Untergrund sollte gleichmäßig trocken, gleichmäßig
saugfähig, gleichmäßig strukturiert, tragfähig,
staubfrei, sauber, fest, fettfrei und frei von
durchschlagenden und färbenden Inhaltstoffen
sein. Struktur- und Saugfähigkeitsunterschiede im
Untergrund können durch verschiedene Glanzgrade
bzw. bei abgetönter Farbe zusätzlich durch
Schwankungen der Farbintensität nachgezeichnet
werden."

Gehe ich recht in der Annahme, dass es sich bei oben gezeigtem Bild um eine abgetönte Sumpfkalkfarbe handelt ?
Wenn ja, kann die Wolkigkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Feuchtereste im Untergrund zurückgeführt werden.
Dies bestätigt auch die Angabe, dass ein Föhnen der Fläche zu einer Verbesserung führt.

Vor einer Instandsetzung also bitte die Fläche erst einmal gründlich und gleichmäßig austrocknen lassen.


MfG
M. Meißner





Sorry, hatte mich nicht richtig eingeloggt.
Jetzt hoffentlich mit Profil.
Arbeite beim Hersteller.





Vielen Dank für die Antwort.
ich hätte nie gedacht, dass die Austrocknung der wand so lange dauert.

mit freundlichem Gruß

Maccaroni





Vielleicht kann ich Sie ja einladen, sich von mir oder einem meiner Kollegen direkt telefonisch beraten zu lassen.