Wie rettet man einen Fachwerkhof?

05.10.2009



Nachdem wir ein stolzes und mittlerweile renoviertes Fachwerkhaus unser eigen nennen dürfen, wissen wir wie schön es ist altes zu erhalten.
Als wir vor einigen Tagen an einem Fachwerkhof anhielten der seiner Zeit ebenfalls Objekt unserer Begierde war mussten wir feststellen, dass dieser nun kurz vor dem "Exitus" steht. Das Dach ist undicht, Teile bereits herabgestürzt und der kommende Winter wird seine Visitenkarte im Gebäude hinterlassen. Als wir damals anfragten war die Antwort der älteren Dame: "Ach was wollen sie sich den so etwas antun, bauen sie sich doch lieber was neues"! Neee falsche Antwort! Wir haben es durchgezogen und wissen nun was wir gutes getan haben.
Aber was passiert mit dem anderen Fachwerkhof? Wie kann man den Hof oder zumindest das Material erhalten? Evt. können andere Bauteile beschädigt werden oder gar Personen zu Schaden kommen.
Wie kann man die Dame überzeugen, denn Geld wird sie nicht investieren wollen? Muss man sie evt. mit sanftem Druck überzeugen? (Verkehrssicherungspflicht)
Es geht uns nicht darum, jemanden anzuschwärzen, sondern darum etwas ursprüngliches zu erhalten. Evt. besteht die Möglichkeit mit privatem Einsatz die Schäden zu reparieren und den Verfall zu stoppen. Gerne können wir unsere Erfahrungen einbringen und Hand zur Erhaltung des Gebäudes anlegen.
Sollte man darauf hin arbeiten das Haus abzubauen und später anderswo wieder aufzubauen?
Kurzum: Hat jemand eine ähnliche Situation erlebt und eine Lösung gefunden? Ist die IG Bauernhaus eine gute Adresse?
Sind für jeden Rat dankbar!

Altes erhalten ist ja im Sinne der meisten in diesem Forum! ;o)





In unserem Nachbardorf steht genauso ein verwarlostes Häuschen, das wird schon Straßenseitig mit Stahmatten gehalten, auf anfrage hin wurde uns mitgeteilt das das Haus unter Denkmal steht und die vorstellungen der Behörde einfach nicht bezahlbar sind, abreißen darf man also nicht, und so gammelt es vor sich hin. Ein abtragen des Hauses kommt auch nicht in frage weil es laut Behörde "sehr gut ins allgemeine Dorfbild passt"

Denkmalschutz ist nicht immer das goldene vom Ei.



Habt ihr nichts besseres zu tun?



Ein Fachwerkhof an sich hat keinerlei Wert, wenn er nicht von Leuten bewohnt wird, die ihn erhalten und zu schätzen wissen.

Also entweder kaufen und richten oder sich daran erfreuen, wie er wieder zu Erde wird....die gute alte Zeit is auch mal vorbei.......

Gruss, Boris



Kulturgut



In den Denkmalschutzgesetzen gibt es eine Klausel, die den Besitzer eines denkmalgeschützten Gebäudes verpflichtet, sein Haus zumindest soweit zu unterhalten, das größere Schäden vermieden werden. (Dacheindeckung überprüfen, ausbessern usw.)
leider wird es von den Behörden oftmals nicht konsequent durchgesetzt...
Mir blutet ebenfalls das Herz, wenn ich ein Jahrhunderte altes Gebäude verfallen sehe...

Gruß
Mathias Josef



Retten



Moin zusammen.
Man muß jemand finden der mit dem Gebäude etwas anfangen kann und die Möglichkeit hat es zu erhalten oder umzusetzen.
Ich habe das Haus auf den Bildern umgesetzt. Mit wenig Geld aber viel Arbeit machbar.
Gruß Jürgen





Sorry zweimal



Die IG-Bauernhaus ist in jedem Fall ein guter Ansprechpartner.



Schaut mal auf die Seite im Netz. Unter "Die IGB in Ihrer Nähe" können Sie die für Sie zuständige Außenstelle finden und sich dort mal melden.

Vielleicht haben die eine Idee.

Davon abgesehen gibt es dort eine Rubrik "Haus sucht Retter" oder so ähnlich, wo man Pflegefälle wie den Ihren einstellen kann.

Ich finde es im Übrigen toll, daß Sie sich solche Gedanken machen und sich einsetzen wollen. Weiter so!

@ Herrn Webler: Der Vergleich hinkt etwas, aber, wenn Ihr Auto demnächst kaputt geht, kaufen Sie sich dann einfach ein neues und lassen das alte am Wegesrand mit Freude vergammeln, während die Werkstatt pleite geht? Es lebe die Eigenheimzulage- bzw. Wegwerfgesellschaft (da wurde/wird auch immer nur neu bevorzugt). - Wo bleibt Ihr Kampfgeist!? So lange ein altes Haus noch nicht verschwunden ist, gibt es zumindest eine theoretische Möglichkeit, daß es weiterlebt. Mit Ihrer Einstellung könnte man ja im Prinzip alles mögliche vor sich hinsiechende einfach am Wegesrand liegen lassen. Es geht ja doch alles irgendwannmal zu Ende. Guckt ein bißchen zu, wie es zerbröselt und freut Euch dran. - Nicht zu fassen!

Also wie gesagt, IGB ansprechen, an Eurem Wohnort die Trommel rühren und das Gebäude bekannt machen. Vielleicht findet sich ein Käufer bzw. eine Lösung.

Viele Grüße
Achim Hecke