Fachwerkhaus, altes, Punkt, freundlichen, Wacker

30.07.2007



Hallo zusammen,
ich versuch mich schon seid Tagen durch dieses Forum zu lesen aber ich werd nicht schlauer!
Ich hab vor ein ca. 300 Jahr altes Fachwerkhaus zu sanieren.
Das Haus besteht aus einem Gewölbekeller, EG, 1.OG, 2,OG und Dachgiebel.
1. und 2. OG sind mehr oder weniger ausgebaut aber nicht auf dem neutsen stand. Das Fachwerk fängt ab dem 2.OG an und ist giebelseitig verputzt, soll aber freigelegt werden.
Zu meinen eigenlichen Fragen:

1. ist es ratsam ein Fachwerkhaus mit einer Aufsparrendämmung zu dämmen oder kann man da viel kaputt machen?

2. das Fachwerk soll von außen sichtbar sein und die zwischenräume müssten erneuert werden...aber wie? kann man Gasbeton nehmen oder ist das schlecht für die (Eichen)Balken?

Ich hoff hier ist jemand der mir nen Tip geben kann!

Gruß S. Wacker



300 Jahre altes Fachwerkhaus



Hallo Frau Wacker,

bei einem 300 Jahre altem Fachwerkhaus sollten wieder die Materialien verwendet werden, die ursprünglich eingesetzt wurden. So sind die Bauphysikalischen Probleme von vornherein ausgeschaltet.
Mauern Sie die Gefache mit Lehmsteinen, Ziegel- oder Natursteinen aus. Verputzen Sie die Gefache mit Sumpfkalkputz und kalken Sie anschliessend.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen.

Veronika Klepac





Sehr geehrte Frau Wacker,
Ihren Beratungsbedarf schätze ich sehr hoch ein, deswegen sollten Sie dieses Forum nur als Grundlage Ihrer Meinungsbildung ansehen. Einen Fachplaner mit entsprechender Erfahrung sollten Sie sich unbedingt gönnen. Sparen Sie nicht am falschen Ende, sonst können Ihre geplanten Maßnahmen in die falsche Richtung gehen. Sich mal eben etwas anlesen ist hier der falsche Weg.
Zu Punkt 1: Aufsparrendämmungen halte ich im FW-Bau für völlig ungeeignet, Sie bekommen Anschlußprobleme an Ortgang und Traufe, das Dach wirkt danach aufgestelzt. Die Erhöhung der Dachhaut ist nicht unerheblich. Bitte hier die Gestaltung nicht aus den Augen verlieren. Bauphysikalisch bewerte ich diese Systeme jetzt mal nicht. Teuer ist es außerdem.
Zu Punkt 2: Das denkbar schlechteste Ausfachungsmaterial. Heißt übrigens nicht "Gas"beton, sondern Porenbeton. Wenn Sie in ca. 15 Jahren wieder anfangen wollen, dann aber im großen Stil, oder einen Neubau an dieser Stelle planen, wählen Sie natürlich dieses Material.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



Viele Fragen



sind zu beantworten, wenn so ein altes Haus renoviert werden soll, liebe Stefanie. Bernd Kibies hat völlig recht. Mit Porenbeton besteht die Gefahr das Renovierungsobjekt zum Sanierungsfall zu machen. Aber das ist ja nur ein Punkt von vielen. Es ist gut alle Fragen jetzt zu stellen! Die bauphysikalischen richtigen, gestalerisch guten und kostenbewußten Ausführen erfordern ein Gesamtkonzept, das ohne Vor-Ort-Beratung nicht zu meistern ist. Die Abhängigkeiten vieler Details läßt pauschale Vorschläge von Bauteilausführungen oft unrealistisch werden.Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt in eine Fachberatung zu investieren. Schöne Grüße Jürgen Maier





Erstmal Danke an alle die mir bis jetzt eine Antwort geschrieben haben.
War alles sehr lehrreich. Wie Sie schon bemerkt haben steh ich noch ganz am Anfang und es ist noch ein langer Weg bis zum Anfang.

Mit freundlichen Grüßen
S. Wacker