Möglichst feuchtigkeitsdichter Bodenaufbau auf Sandboden

01.07.2007



Hallo Experten und Haus-Tüftler,
wir haben aus unserem nicht unterkellerten Anbau (Ziegelbau) die Betonbodenplatte (direkt auf "Erdreich", d.h. hier Feuchte Ziegelbruch/Sand-Mischung) und diverse andere, feuchte bis nasse Schichten entfernt. Der neue, gedämmte Boden soll als oberste Schichten Fermacell-Trockenestrich-Platten mit Fußbodenheizung und Füllmasse (System Variokomp von Variotherm: http://www.variotherm.at/de/02_produkte/023_fussbodenheizung_kfbh.php) mit verklebten, schwarz/weißen Marmorfliesen tragen. Da aufsteigende Feuchtigkeit ein sehr hohes Verfärbungsrisiko bei weißem Marmor birgt, sollte der Boden unterhalb der Trockenestrichplatten möglichst "wasserdicht" sein und die Feuchtigkeit im Erdreich belassen. Eine hinterlüftete Lösung mit umlaufendem Spalt an den Wänden fänden wir für eine Wohnküche mit Plantsch-Risiko nicht so sinnvoll. Nachdem wir gerade viele Container Beton entsorgt haben, wäre es mir - von den Kosten mal abgesehen - einfach unsympatisch wieder viele Kubikmeter von dem Zeug in ein 120 Jahre altes Haus zu kippen. Ich las in diesem Forum, dass einige Nutzer z. B. Lagerhölzer für Dielenböden direkt auf verdichteten Kies gelegt haben. Wäre diese Lösung auch als Unterkonstruktion für die Trockenestrichplatten sinnvoll (mit darunter liegender Sperrschicht gegen Feuchtigkeit)? Gibt es Hartschaum-Isolationsplatten, die direkt zwischen Kies o. Ä. und Trockenestrich verlegt werden können (Lastverteilung, Komprimierungsverhalten)?



Abdichten



Hallo !

Ich bin kein Freund von Trockenestrich oder Verlegeplatten unter Fliesen, kenne da genug Beispiele von gerissenen Fugen und gebrochenen Platten.
Warum habt ihr die Betonplatte nicht drin gelassen und eine dampfdichte Bitumen Schweißbahn aufgebracht ? Dann wäre in Sachen Feuchtigkeit erst mal Ruhe gewesen.
Auf eine Feuchtigkeitssperre würde ich nicht verzichten, ob man die Bitumenbahn direkt auf den Kies legen kann, wage ich zu bezweifeln.
Für den weiteren Aufbau gibt´s dann natürlich viele Möglichkeiten was Dämmung, FBH und Fliesenuntergrund angeht. Für mich war unter den Fliesen ein Nassestrich mit Fußbodenheizung die Lösung.

Viel Spaß,
Karsten



Möglichst feuchtigkeitsdichter Aufbau



Dem kann ich nur zustimmen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Dauerelastizität



Hallo Herr Becker, Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank für den Hinweis bzgl. der Bruchgefahr. Muss also die Dauerelastizität der sog. Flex-Kleber und -Fugenmassen bezweifelt werden, obwohl Keramische Beläge oder Naturstein von allen Herstellern von Trockenestrich-Fußboden-Heizungen als idealer Belag empfohlen werden? Welche Langzeit-Erfahrungen liegen anderen Forumsnutzern vor? Ich hätte wg. der exakten Regelbarkeit gerne ein System mit Heizschlangen direkt unter den Fliesen und einer möglichst nahe darunter liegenden Dämmschicht, um nicht die Masse eines dicken Fließ-Estrichs und evtl. auch noch einer Betonplatte darunter aufheizen zu müssen (gegossener Estrich direkt auf Styrodur geht ja wohl eher nicht).
Unabhängig von der Bruchproblematik bleibt ja noch die Frage, ob unter eine Styrodurdämmung eigentlich eine Betonplatte muss oder Noppenbahn und mehrlagige PE-Folie reichen könnten, wenn obenauf z. B. Trockenestrich kommt.
Die alte Betonplatte musste übrigens wg. des Platzes für eine Dämmung raus.
Beste Grüße
Ralf



Abddichtung



Hallo !

Ich weiß nicht welche anderen Möglichkeiten der Abdichtung es nach aktuellem Stand der Technik gibt. Ich denke aber das eine Sauberkeitsschicht, also unbewehrte Betonplatte ca. 5cm dick, unter die Abdichtung gehört.
Noppenbahn mit Folien (verrottungsfest ?) wird bestimmt auch gehen, fragt sich wie lange. Ich hätte bei der Folie schon bedenken diese bei der Verlegung zu beschädigen, wie sollen die Bahnen dicht und dauerhaft verbunden werden ?
Sorry, aber nach meiner Meinung wäre das absoluter Heimwerkermurks.

Estrich nicht auf Styrodur ? Doch, genau so, Bodenplatte, Sperrschicht, Dämmung, PE Folie, Estrich mit Heizung, Fliesen.

Viele Grüße,
Karsten



Bodenaufbau



Vielen Dank für die bisherigen Anregungen!

"Heimwerkermurks" sollte natürlich auf jeden Fall vermieden werden (daher ja auch meine Anfrage in diesem Forum), da wir ja schon seit ca. 20 Jahren mehr als genug damit beschäftigt sind, den teilweise fatalen Profimurks, den sogenannte Fachhandwerker während des gesamten 20. Jahrhunderts angerichtet haben, zu beseitigen.
Eine Betonplatte ohne Armierung (stehen keine Wände drauf) als Träger für eine vernünftige Abdichtung erscheint mir sinnvoll. Oberhalb des Styrodurs würde ich aber sehr gerne bei Trockenestrich-Fußbodenheizung, z. B. Blanke Permatop (http://www.blanke-co.com/index.php?id=664) bleiben, da wir die Regelungsträgheit eines klassischen Heizestrichs vermeiden wollen, der Estrich unter den weißen Marmorfliesen wg. des Verfärbungsrisikos knochentrocken sein sollte und wir nicht erst die übernächsten Weihnachtsplätzchen in der sanierten Küche backen wollen ;-)

Auf Knauf-Perlite AQUAPANEL® Cement Board Floor und Blanke•PERMAT (http://www.blanke-co.com/uploads/media/System-Allianz_Knauf-Perlite.pdf) soll man laut Herstellerangaben (Papier ist geduldig - hat irgendjemand Erfahrungswerte mit diesen Produkten?) Fliesen bis 80x80cm (!!!) Verlegen können.

Der nach unten diffusionsoffene Bodenaufbau könnte dann vielleicht so aussehen:
- "ursprüngliches Erdreich" aus verdichteter Sand/Ziegelbruch-Mischung
- mind. 15 cm verdichteter Kies als kappillarbrechende Schicht
- Vlies oder dünne Schicht aus feinem Kies, damit der Beton nicht im Kies versickert, aber nach unten Restfeuchte abgeben kann
- ca. 10 cm Betonplatte
- klassische Bitumen-Dickschicht oder lieber noch eine moderne bitumenfreie Polymer-Beschichtung (z. B. MEM Water-Stop http://www.mem.de/uploads/media/TM-Water-Stop.pdf)
- mind. 10 cm Styrodur
- 2-lagig 0,2 mm PE-Folie (soll es auch in 4 m Breite geben - aber wo?)
- Zement-Trockenestrichplatten, verklebt und verschraubt
- FBH-Verlegeplatte (z. B. EPS) mit Rohrsystem
- verklebte Entkopplungsmatte
- Flexkleber
- Marmorfliesen mit Flexfuge
- Versiegelung und Imprägnierung der Fliesen und Fugen

Unser Bestreben, einen klassischen Heizestrich zu vermeiden, beruht nicht etwa auf verfrühtem Altersstarrsinn, sondern auf der mittelfristigen Option, auf ein solargestütztes Niedertemperatur-Heizsystem umzusteigen. Für diese Systeme werden einhellig FBHs direkt unter den Fliesen (in Trockenelementen verlegt) empfohlen.

In der Hoffnung auf Maximale Murks-Minimierung
mit besten Grüßen aus Düsseldorf
Ralf



Wand und Fußboden sind unterschiedliche Bauteile



Hallo Herr Brenner,

die Wand und der Fußboden sind unterschiedliche Bauteile bestehend aus nicht gleichen Baustoffen. Daher haben beide Gebäudeteile auch unterschiedliche physikalische Eigenschaften. Aus diesem Grund ist eine umlaufende Dehnungsfuge erforderlich.

MfG Andrea Cyba