Fußboden erneuern

21.04.2013 Dirk K.



Hallo zusammen,

Ich habe mich vor kurzem für ein Fachwerkhaus Baujahr 1905 entschieden und werden da so einiges sanieren.
Da es bis zur Übergabe noch 2 Monate sind, möchte ich mir ein wenig "Fachwissen" anlesen und hoffe auf gute Ideen von euch.

Leider kann ich nicht zu allem genaue Angaben machen, da ich noch nicht eingezogen bin. Ich bitte um Verständniss. Mir geht es um die Vorbereitung.

Die Fußböden im Flur sind erneurungsbedürftig :-) (siehe Bild)
Es ist vom Erdgeschoss (unterkellert) und dem 1.OG.
Es sind jeweils ca. 9 m² auf 4x3 Meter (abzüglich Treppe)

Bei einigen Stellen merkt man das man etwas einsackt (federt) beim laufen. Vermutlich sind dort die Bretter gebrochen und etwas Schüttung fehlt darunter.
Daher dachte ich mir das ich die oberen Dielen entfernen und den Boden ausgleiche.
Dazu ist die Überlegung ein paar Zentimeter Lehm /Erdreich auszuheben und diese mit einer Schüttung gleichmäßig zu ergänzen.
Später möchte ich Parkett darauf verlegen.
Da es von der Fläche überschaubar ist, kommt es nicht so auf den Preis von dem Material an.

Welche Sorte Schüttung empfehlt Ihr? Und warum.
Hier im Forum wurden diverse angesprochen (Mehabit, Fermacell usw.) Mit Lehm möchte ich nicht auffüllen.

Wie viele cm (bis zu den Dielen sollte man vom alten Erd /Lehm mix entfernen.

Kann man / sollte man als Untergrund unter dem Parkett und den Balken OSB Platten Verlegen oder eher etwas anderes?

Sollte noch etwas dazwischen eingebaut werden (Dampfserren Trittschalltmatten usw.)

Grüße



Hallo Dirk,



im Erdgeschoß ist davon auszugehen, daß ein kompletter Neuaufbau erforderlich ist, da die Lagerhölzer wohl auch angegriffen sein werden und eine wirksame Feuchtesperre nicht existiert.

Also:
Abbruch und Ausschachten
Wenigstens 10cm Schotterpackung
Geovlies
10cm Leichtbeton, waagerecht abgezogen
Sperrbahn (Bitumenschweißbahn oder selbstverklebende PE-Bahn)

Solltest Du auch im EG Fachwerk haben, muß bei der Festlegung der Höhe des Unterbetons darauf geachtet werden, daß der Schwellbalken nicht im Beton versinkt.

Darauf kann mit einer Kombination Lagerholz/Schüttung oder Lagerholz/ Holzweichfaserplatte weitergebaut werden. Im Falle der Schüttung empfehle ich Blähton.

Parkett halte ich im Fachwerkhaus für unpassend. Eine höherwertige und geölte Sichtdielung z.B. Eiche in Raumlängen wäre eine sehr schöne Alternative, zudem ein einfacherer und dauerhafterer Aufbau.

Trittschalldämmung (in Form einer schwimmenden Verlegung) ist im EG sowieso überflüssig und auch im OG bei Selbstnutzung verzichtbar.

Im Übrigen: Das linke Linoleum ist ja von ganz besonderem Dekor. Lässt sich davon vielleicht was im Ganzen bergen?

Grüße

Thomas





Hallo,

zum Verständnis, du redest von der Kellerdecke und der EG-Decke, richtig? Oder ist das Haus nur teilweise unterkellert?

Deine Beschreibung was das "Federn" bzw. einsacken in den Boden angeht kommt mir sehr bekannt vor. Bei mir im EG hatte ich tragendes Linoleum. ;) Der Rest des Bodens hat eher aus Tradition noch gehalten.

Hat sich denn schon ein Fachmann mit dir zusammen das Haus angesehen? Falls nein solltest du das nachholen. Dielen brechen in der Regel nicht einfach so sondern sie sind durch Feuchtigkeit, Pilz, Wurmfraß etc. vorgeschädigt. Ohne zu wissen, wie es drunter aussieht, ist es müßig, sich über das Material für die Schüttung Gedanken zu machen.

Eventuell ist es aber auch nur das normale Federn eines Dielenbodens. Wenn die Dielen noch in Ordnung sein sollten könntest du dir auch überlegen, die vorhandenen Dielen zu schleifen.

Ist der Kaufvertrag schon unterschrieben?

LG,
Tina





Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für die ersten Antworten.

Es sind 2 Flure von je 9m².
Die " Decke zwischen Keller und EG sowie die Decke zwischen EG und dem ersten OG.

Die gute Nachricht zuerst :-) es ist bisher alles trocken.
Da sind wir mit 2 Leuten vom Baugewerbe 2 x durchgegangen.
Lediglich an 1-2 Stellen an der Kellerwand ist etwas mehr (Sandsteinwand im Keller) "klamm" was wohl noch zu der natürlichen Grundfeuchte zählen dürfte.

Es wurde durch die Vorbesitzer viel verändert in dem Haus.
Leider ist dabei nicht alles "ordentlich" gemacht worden.

Das federn kann man (oben links im Bild parralel zum roten "Ersatzbrett") an dem buntem Lenolium erkennen. Da ist ein Brett defekt/gebrochen.
Da wurde seit jahren (wie bei Tina) wohl nur durch das Lenolium gestützt.
Die rechte Seite wurde mit dem Lonolium verlegt und mit den Dielen verklebt.Das freikratzen wäre etwas mühselig, daher möchte ich es eh ersetzen.

Über die OSB-Platten auf den Fliesen (untere Seite) kann man auch nachdenken das "ordentlich" umzubauen.


Daher die Idee die oberste Schicht zu tauschen und die Hohlräume aufzufüllen.

Halt einmal odentlich wenn man schon dran ist.

Da ein Flur eine höhere Verkerslast hat, gönne ich dem Haus gerne auch das "gute Baumaterial" :-) Ich möchte ja nicht in ein paar Jahren den Vorgang wiederholen.

Da nichts feucht ist, Kein Schimmel vorhanden ist, möcht ich sicherstellen das dies auch so bleibt, und nicht durch mich und meinem blinden Aktionismuss "kaputtsaniert" wird.

Nicht das ich es im gutem willen und glaube mit falschen Materialien "abdichte" und dann ein Feuschtstau entsteht.

Grüße Dirk

PS:
@ Thomas, sollte ich etwas größeres von dem Lenolium bergen können, sage ich dir gerne bescheid. :-)

@ Tina, der Notartermin ist nächste Woche.