Aufsteigende Feuchtigkeit,jetzt Sanierputz der schimmelt...




Hallo,


zuerst muss ich weit ausholen...Das Haus habe ich Ende 2005 gekauft,BZ 1900, 4 Stöckig ohne Keller,Mauern aus Sandstein und Hohlblocksteine ( Backstein).

Nach dem Einzug merkte ich das das Haus z.T. feucht ist und Schimmelbefall vorhanden ist. Die Verkäuferin hatte mir trotz explizierter Nachfrage vor dem Kaufvertrag meinerseits,wegen Baumängel, Feuchtigkeit gesagt das das Haus trocken sei. Daraufhin nahm ich mir anwaltliche Hilfe und wir leiteten 2006 ein selbständiges Beweisverfahren ein.
Der Gutachter war entsetzt über den Schimmelpilzbefall und stellte aufsteigende Mauerfeuchtigkeit im gesamten Erdgeschossbereich ( unbewohnt,Kellerräume,Werkstatt, Treppenaufgang) , sowie im Wohnzimmer extremen Schimmelpilzbefall des Stachybotrys fest, aufgrund fehlender Balkonabdichtung ( Balkon ist nicht überdacht), sowie ein Kinderzimmer das leicht feucht war,aufgrund der Wetterseite.

Leider ging das Verfahrewn nur schleppend voran, 2007 war Gerichtsverhandlung der Richter war auch entsetzt und war der Meinung das die Verkäuferin mich arglistig getäuscht hatte. Der Vergleich scheiterte,da die Gegenseite dies ablehnte. Alle weiteren Verhandlungstermine wurden vom gegnerischen Anwalt verschoben, seit 2009 ist die Verkäuferin verstorben ( war schon über 70 ) so dass jetzt nichts mehr zu machen ist,Kinder und Mann haben das Erbe abgelehnt.

In dem Kinderzimmer hatten wir den Putz innen abgeschlagen an der Wetterseite und mit Sanierputz verputzt.Seitdem alles ok.

Im Wohnzimmer das gleiche Verfahren 2007, natürlich mit Einsatz von Alkohol Desinfektionsmittel, Atemschutz und Luftreinger. 2008 haben wir den Balkon dann abgedichtet. Alter Belag runter,Mauern entfernt,Abgedichtet, Geländer etc. Seit 2007 kein Schimmel mehr,Wände sowie der Sanierputz waren natürlich noch feucht aber seit 2011 auch trocken ( Sandstein).

Somit hatte ich eigentlich gute Erfahrungen mit Sanierputz gesammelt.

2007 hatten wir auch den Putz in einem Raum ( Treppenaufgang,Flur) im Erdgeschoss abgeschlagen. Dort sind Sandsteine und Hohlblocksteine. Es waren unter dem Putz Heraklitplatten und Bitumenpappe.Trotzdem war der gesamte Oberputz nass und extremer Schimmel.
2 Räume im Erdgeschoss sind nicht verputzt und die wollte ich so lassen. Der andere 2.Raum der verputzt ist und schimmelte,wurde auch vom schimmligen Putz befreit und mit Alkohol behandelt.

Soweit so gut. Es war ( ist) natürlich immer Salpeter auf dem Mauerwerk,welches ich abkehre. Unter dem Erdgeschoss sind keine Räumlichkeiten,kein Keller.Wohnbereich fängt erst im 1.OG an.

Die Kostenvoranschäge zum Trockenlegen,sind horrend teuer und würde auch nicht viel bringen.Injektionsverfahren geht nicht,da drückendes Wasser ( Grundwasser ca.50 cm unter dem Haus ist.) In der Nähe sind 2 Bäche ( einer ca.10 Meter entfernt,der andere ca. 20 Meter) ,aufgrundessen ist dort wohl der Grundwasserspiegel sehr hoch.Das Haus hat keine Horizontalsperre,bzw. bei nachträglich gebauten Wänden wohl alte Bitumendachpappe,welche jedoch nicht ganz intakt ist.Bei den Nachbarnhäusern ist es unterschiedlich,manche sind im Erdgeschoss leicht feucht,manche gar nicht. Jedoch sind nur 50 %aller Häuser im EG bewohnbar.Jedoch hat kein Haus so ein immensens Feuchtigkeitsproblem im Eg wie bei uns. Der Sandsteinboden ist natürlich nass, Gerade jetzt im Sommer habe ich in einem Raum richtige Wasserpfützen stehen. Auf der Seite wo dieses Problem ist, ist auch Nachbars Garten. Dort ist die Erde so nass, das er nicht mal im Hochsommer giessen braucht.

-Injektionsverfahren geht nicht, wegen dem drückenden Grundwasser,zudem manche Aussenmauer hier 1 Meter breit ist.

-Mauersägung geht auch nicht,wegen den 1 Meter breiten Aussenwänden, die Fugen verlaufen zudem nicht gerade und ich kann das Haus nicht aufgraben da hier Nachbarhäuserwände z.T. direkt neben dran sind. Und mit diesen ganzen Methoden könnte ich auch den Boden nicht trocken bekommen.

Also dachte ich mir das ich trockenlegen vergessen kann, und ging ( leider) dazu über seit Oktober 2011 die Wände im Hausflur und in einem Raum wo Waschmaschine,Heizkessel ,Trockner steht mit Sanierputz zu verputzen.Der alte Putz war schon seit 2007 ab, die Fugen ausgekratzt, Alkoholbehandlung und dann Vorspritzputz und Sanierputz.

Und leider beginnt jetzt mein Alptraum... Ich musste jetzt feststellen als gerade der Putz im Treppenflur ausgehärtet war das es schimmelt.

An mehreren Ecken. Natürlich sind die Wände feucht,aber es dürfte doch nicht schimmeln? Tapete,Farbe ist natürlich nicht drauf.

Der Archtiket meinte,entweder den ganzen Mist runter oder aber mit Alkohol behandeln und Kalken.

Meine Nachfrage bei einem Schweizer Mal und Putzvertrieb von Kalk und Lehmsachen ergab, das der Kalk niemals den Putz schimmelfrei bekommt.

Der Architekt hingegen meint,das das geht. So haben ja die Landwirte früher ihre Ställe die feucht waren schimmelfrei gehalten.

Nur weiss ich nicht,ob das in den Ställen eine leichte Feuchtigkeit an den Wänden war oder nicht. Mein Opa früher auch Bauer hat jedes Jahr sein Stall geweisselt.

Ich weiss nicht ob das bei mir ausreicht?

Deswegen meine Frage, was ich jetzt am besten tun soll?

Ich hab auch Kinder und Tiere und möchte nicht das alle krank werden. Würde Kalk wirklich ausreichen damit hier der Sanierputz 2-3 cm Dicke) nicht mehr schimmelt, weder an der Oberfläche noch in der Gesamtauftragsdicke?

Und wie lange hält die Alkalität ? Wie oft kalken? Ist Kalkfarbe oder Kalksuppe besser?

Oder sollte der ganze Sanierputz ab? Wie bekomme ich jemals den Vorspritzmörtel ab? Und die Fugen dann mit Leichtkalkmörtel? 1 Teil Kalk, 3 Teile Sand?

Der Architekt einte,es würde nur ein Maueraustauschverfahren klappen,was jedoch wieder wegen den 1 Meter dicken Aussenwänden nicht geht,zudem dann der Boden immer noch nass ist.

Er meinte ich sollte Luftentfeuchter hinstellen?

Kommt da dann nicht schneller das Wasser nach dadurch?In die Steine?

Meine Idee das Grundwasser mit einer Pumpe abzusenken, findet er nicht gut.

Jedoch kann ich mit nassen Wänden nur Steine leben,aber ohne Schimmel.

Was mache ich am besten? Putz weg,oder immer Kalken?

Die Wände sind bis 1 Meter hoch z.T. stark durchnässt.Digits von 100-140.

Muss ich keine Angst haben,das die Steine,bzw.Grundmauern darunter porös werden und das Haus irgendwann einstürzt.

Hoffe das waren nicht zuviele Fragen+zuviel Text. Bin gerade verzweifelt..



Ergänzung



Ich weiß nicht ob es am Hersteller liegt.Ich hatte jetzt einen anderen Hersteller vom Sanierputz.

Im Wohnzimmer und Kinderzimmer hatte ich den Ep..t und der war gut und schimmelt nicht.

Fenster sind im Erdgeschoss vorhanden und ich lüfte täglich.Der Hersteller meinte,( waren alle sehr unfreundlich)das Sanierputz sehr wohl schimmeln kann und sah keine Veranlassung hier herzu kommen. Habe dies natürlich offiziell reklamiert.

Meine Frage ist einfach ob ich den Putz dran lassen soll, mit Turnusmässigen Kalken oder lieber ab?

Und dann die Wände für immer offen lassen, und mit Kalkmörtel die Fugen auffülle und gut ist.

Weil Steine können ja nicht schimmeln?

Nur eben die Gegenstände die im Raum sind.

Viele Grüße



Moin Birgit,



ein vernünftiger Rat, ohne es vor Ort gesehen zu haben, ist eigentlich nicht möglich, aber vielleicht ein paar Anregungen:

So wie du die Lage beschreibst, ist das drückende Wasser nicht mit vertretbarem Aufwand wegzukriegen, d.h. deine Wände im EG werden immer eine gewisse Grundfeuchtigkeit aufweisen, einem Keller ähnlich.

Bleibt also nur die Feuchtigkeit durch Heizen und Lüften (Winter), sowie einen Kondensentfeuchter (Sommer) in vertretbaren Grenzen zu halten.

Dann wäre noch die Möglichkeit in dem "Pfützenzimmer" einen Pumpensumpf anzulegen mit Pumpe und Schwimmerschalter, um das Wasser unter Bodenniveau zu halten.

Dann durch Fussleisten- oder Wandheizung die Wände dauerhaft zu temperieren und so für eine trockene Wandoberfläche zu sorgen, auf der sich der Schimmel nicht halten kann.

Die olle Kalkfarbe bei mit im Keller war auch schimmelig, das ist also keine Dauerlösung.

Wie sieht's draussen aus? Wenn der Sockel z.B. dicht verputzt ist, kann die Wand auch im Sommer nicht nach aussen abtrocknen...da wären auch Verbesserungsmöglichkeiten.

Und last not least könnt ihr euch noch ein paar "Säufer" (Weiden, Schilf etc.) aufs Grundstück pflanzen, aber aufpassen dass deren Wurzelwerk nicht ans Haus kommt.

Der Sanierputzvergleich hinkt ein bisschen: Wenn ich dich richtig verstanden habe, habt ihr die zweite Runde im unbeheizten EG, also unter deutlich schlechteren Voraussetzungen gemacht...da hätte der Erstere u.U. auch geschwächelt.

Ein Kalkputz wäre hier evtl. sinnvoller, guck doch auch nochmal hier:

www.solubel.de

Dort kannst du auch anrufen und dich genauer beraten lassen.

Grüsse, Boris



Kalk - Konzept



Hallo

erst mal tief Luft holen.

dann ruhig werden

dann durchatmen

So!

Kalk ist zwar gut aber kein Zauberer, der alte Baufehler nichtig machen kann.

Ihr Text ist sehr lang und auch sehr umfangreich und beschreibt mehrere "Baustellen" die es zu bearbeiten gilt.

Manchmal kann es hilfreich sein, wenn man ein paar Fotos sieht; aber wie schon erwähnt ist eine Inaugenscheinnahme sicherlich notwendig.

Zementäre Putze und chemische Abdichtzaubereien würde ich nie empfehlen, denn es gibt auch Besseres und Nachhaltigeres.

Wenn man Schnitt- und oder Grundrisse hätte wäre es auch nicht schlecht …

Wie gesagt: etwas sehr komplex um mal so in einem Forenthread eine Lösung zu finden.

Falls Sie Interesse haben können Sie mir mal etwas mailen - vielleicht kommen wir zusammen??

FK



Erhöhung der Oberflächen



temperatur (durch Wandheizung)kann durchaus hilfreich sein.
Du verlierst zwar etwas Wärme ans Mauerwerk aber erhälst trockene und schimmelfreie Wände.



Antworten und Fragen



Hallo,

danke für eure Antworten.

Wir sind seit gestern jetzt dabei den Sanierputz abzuschlagen und den Vorspritzmörtel von den Steinen zu bekommen.

Das hat ja leider keinen Sinn.

Stimmt das Erdgeschoß ist mit in einem sehr feuchten Keller vergleichbar.

Entfeuchter werde ich mir zulegen. Im Sommer lüfte ich nur morgens oder abends.

Mit dem Pfützenzimer. Die Abwasserleitungen laufen bei mir nicht unter dem Haus, sondern wo der Heizkessel steht,in offener Form also nicht verputzt.

Kann es dann sein,das ich die Statik gefährde wenn ich das Grundwasser abpumpe? Bekommt das Haus dann nicht Risse?

Wir hatten damals im Hof ein Loch gegraben und ca.50 cm unter dem Sockel war Grundwasser,wie ein unterirdischer See.

Wandheizung...: Ich habe hier bestimmt 70 laufende Meter Wände im Erdgeschoss. Das wäre dann doch teuer? Bzw. dann bräuchte ich einen neuen Heizkessel da die KW Leistung nicht mehr ausreicht und dann das Problem das das Öl so teuer geworden ist.

Im Flur ,wo es jetzt schimmelt ( Sanierputz) habe ich eine normale Heizung und hatte die auch im Betrieb,jedoch war die Wand dort immer noch nass,ich bezweifel ob das wirklich was bringt?

Und im Sommer geht es ja nicht das ich 70 Meter ständig heizen würde, dann wäre es viel zu heiß im Haus.

Wegen der Kalkfarbe,wie lange war die an den Wänden bis sie geschimmelt hat?

Draußen ist im Sockelbreich z.Zt. gar kein Putz,denn hatten wir abgeschlagen da er locker war. Ich weiß auch nicht wie ich das verputze.Evtl.Rotband-Putz?

Säufer mit Schilf geht leider nicht, da der Hof sehr,sehr klein ist und an 3 Seiten der Grundmauern Garten von Nachbar, Hof von Nachbar, Schuppen von Nachbarn angrenzt. Könnte jedoch ca. 2 Meter Schilf pflanzen. Wäre das zu wenig ?

Mein Nachbar hat auf der Seite Efeu gepflanzt,was er per Rankgitter hochzieht.Ich bin darüber auch nicht begeistert da dies die Steine bei mir kaputt machen kann und ich Katzen habe, und Efeu ist für die tödlich. Ist Efeu eher eine Pflanze die ein Wasserentzieher ist oder eher so das dadurch Probleme entstehen das sie Wasser in der Erde speichert?

Danke für den Link,werde mich da schlau machen.

Meine Idee wäre halt,Mauern vom Sanierputz befreien und Pumpe. Was mich jedoch wundert, in 2 Räumen ist ganz dünner Putz drauf,ein Betonputz und Sandsteinputz und der schimmelt nicht.Dabei ist da die Feuchtigkeit noch schlimmer. Vielleicht liegt es auch daran das dieser ganz dünn,2-3 mm nur dick ist?

Bilder würde ich gerne einstellen,jedoch weiß ich leider nicht wie das geht?

Grundriss zeichne ich heute abend. Habe leider keinen da, würde es halt grob machen, ohne Meterangaben zuerst mit Nachbar Hauswänden etc.

Viele Grüße Birgit



Hallo Birgit,



Gunther fragt schon in die Richtung.

Wie wird bei Euch geheizt?

Grüße



Heizung



Hallo,


ich heize mit Heizöl. Habe einen Heizkessel im Erdgeschoss, der ist älter und dadurch wird der Raum wo er steht auch warm gehalten. Heizkörper gibt es 2 im Erdgeschoss, einer im Flur und einen im Bad. Die restlichen Heizkörper sind im Wohnraum.

Viele Grüße



Bilder



Habe gerade Bilder gemacht,sind in der Community bzw. im Profil.Heute abend scanne ich den Grundriss ein.
Habe gerade auch gemerkt das es im 2.Raum auf dem frisch Verputzen Sanierputz schimmelt,der muss wohl wirklich runter.


Viele Grüße Birgit



Feuchter Boden und Salpeter an den Wänden im Ergeschoss



Hallo, Salpeter an den Wänden im Ergeschoss habe ich auch, auch Wasserpfützen auf dem Boden, wenns im Sommer lange warm und v.a. feucht ist. Zuerst hat mich das zutiefst beunruhigt, mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt. Hin und wieder schlage ich den Putz von der Wand, wo der Salpeter blüht und lüfte im Sommer nachts, wenns kalt ist. Ich hab mittlerweile eine Heizung einbauen lassen, die stelle ich im Winter etwas an. Trotz der Wasserpfützen im Flur ist es im Keller so trocken, dass seit sechs Jahren offen gelagerter Gips nicht klumpt. Und die Wände würden villeicht nicht so blühen, wenn Feuchtigkeit über den Boden verdunsten könnte, das heißt, ich müsste irgendetwas verlegen, was nicht so versiegelt, oder zumindest in den Fugen Wasser durchlässt. ( Das habe ich in der Beschreibung über die Sanierung feuchter Kirchenwände gefunden. Die Wände sind trocken, wenn die Feuchtigkeit über den Fußboden abgeführt werden kann.)
Und natürlich muss man immer gucken, dass von außen nichts rein- bzw. drankommt, d.h., mechanischer Schutz, z. B. überhängendes Dach, keine Risse im Außenputz. In einer restaurierten Kirche habe ich auch gesehen, dass in der Fuge zwischen Wand und Mauer kleine Kiesel lagen. Dient vermutlich auch der Erzielung trockener Wände durch Abführung von Feuchtigkeit aus dem Boden. Eignet sich natürlich nicht für alle Räume. Ach ja und ich glaube, aufsteigende feuchtigkeit > 30 cm gibt es wirklich nicht.
Übrigens war auch schon eine Firma da, um mir einzureden, dass ich eine Horizontalspeere bräucht. Bin ich froh, dass ich das nicht hab machen lassen.
Grüße, W.B.