Innenisolierung mit Styropor und Rigips im Fachwerkhaus

03.04.2010



Hallo zusammen,
ich bin neu hier in diesem Forum und bräuchte Erfahrungswerte zum Thema Innenisolierung im Fachwerkhaus.
Vorgeschichte:
Ich besitze zusammen mit meinem Bruder ein Fachwerkhaus, welches wir von unserer Mutter 1995 überschrieben bekommen hatten. Das Haus stammt von meinem Opa der ein Zimmermanngeschäft hatte und dieses Haus selbst errichtet hatte.
Baujahr ca. 1950
Renovierung 1995 Obergeschoss
Renovierung 1998 Erdgeschoss
Mein Bruder zieht nun in Erwägung das Ober –u. ausgebaute Dachgeschoss (zusammen ca. 190-200m²) zu verkaufen um neu bauen zu können. Meine Mutter möchten, daß ich das ganze Haus übernehme, damit es in Familienbesitz bleibt.. Elternhaus an das Gebäude angebaut.
Ich bin davon jedoch nicht sonderlich begeistert auch wegen unten genannter Problematik der Innenisolierung und den evtl. in Zukunft zu erwartenden nochmaligen Renovierungskosten, welche ich dann natürlich alleine zu tragen habe. Das Dach ist auch nicht mehr 100% dicht und muss auch in naher Zeit renoviert werden.
Ich bin auch nicht unbedingt der Typ der Wohneigentum erwirbt, um es dann vermieten zu können. Die steuerlichen Voraussetzungen (Abschreibung auf 50 Jahre) sind ja nun auch nicht mehr ideal.

Ich wohne im Erdgeschoss (ca. 120m²) mit Anschluss an Terrasse und Garten. Für mich und meine Frau eigentlich ausreichend.

Wandaufbau Erdgeschoss – Ausbau 1998
Ca. 140 mm Fachwerksbau, innen mit Vollziegel (Backsteinen) ausgemauert. Auf dem Fachwerk ist eine Holzverblendung aufgesetzt. Die Flächen dürften mit weißen Eternitplatten ausgefüllt sein.
Innenisolierung: Rigipsplatte mit 4 cm Styropor ohne Dampfbremse verlegt – betroffen ca. 25-30 m² im Erdgeschoß. Tapete auf den Rigipsplatten

Obergeschoss: Ausbau 1995
gleicher Wandaufbau nur außen kpl. Holzverschalung anstelle Eternittfüllung.
Innen Rauputz anstelle Tapete.

Heizung: Normale Zentralheizung, im Obergeschoß zusätzlich Kaminofen.
Lüftungsgewohnheiten: Normal – 1 malt täglich Stoßlüften

Da ich mich in den letzten Monaten etwas intensiver mit dem Thema Isolierung, Wärmedämmung (Wärmeübergangswiderstände) Temperaturverlauf in der Wand und Klimabedingter Feuchtigkeitsschutz (Tauwasserbildung beschäftigt habe, habe ich nun Bedenken bezüglich der Innenisolierung mit Styropor.
Ich habe einfach das Gefühl, das diese Art der Innenisolierung nicht ideal war. Vor 15 Jahren hatten wir uns mit solchen Dingen einfach nicht beschäftigt.
Schadhafte Stellen wie Ausbeulen der Rigipsplatten sind nach 12 bzw. 15 Jahren nicht feststellbar.
Nur an den Fensterecken und Rolladenkästen sind geringfügige Verfärbungen der Tapete zu entnehmen. Dürfte wohl an Wärmebrücken liegen. Kunststofffenster k-Wert 1,4 – Baujahr 1998
Ich habe jedoch nun Bedenken ob ich über jahrzehnte nicht das Bauwerk schädige. Oder mache ich mir einfach unnötige Gedanken ? Ich bin am überlegen, ob ich nicht einfach mal ein Teil der Isolierung entferne, um zu sehen was in der Zwischenzeit darunter passiert ist.

Für Ratschläge bzw. Tipps wäre ich einfach sehr dankbar.

Gruß Christian



Innendämmung Fachwerk



Hallo Christian,
der naheliegndste Schritt wäre einen SV, Planer oder Zimmerer zu holen, der in Ihrem Auftrag eine Bauzustandsanalyse anfertigt.
Aber ehe Sie dafür Geld ausgeben, setzen Sie einfach erst einmal Ihre Nase, Ihre Augen, Ihren Tastsinn und Ihren gesunden Menschenverstand ein und schauen sich die Innenwände selber etwas genauer an.
Gehen Sie ruhig mal auf die Knie und riechen Sie unten am Übergang Gipskarton- Fußboden, ob es da schimmlig riecht.
Wenn Sie solche Auffälligkeiten feststellen wie Schimmelgeruch, gequollenen GK oder Rost, der an Kanten punktuell durchschlägt:
Nehmen Sie einen Akkuschrauber mit einem langen Spiralbohrer etwa Durchmesser 6 bis 8 und bohren (nicht schlagbohren!) Sie langsam ca. 10 cm neben der Fensterlaibung oder ca. 10 cm über dem Fußboden. Sehen Sie sich aller paar cm das Bohrgut in den Spiralwindungen an und befühlen Sie es. Ist es feucht oder staubt es?
Sind die Holzspäne weich, bröselig oder nass?
Riechen die Holzspäne muffig, fühlen Sie sich feucht an?

Wenn Sie solche Auffälligkeiten finden, nehmen Sie ein Cuttermesser und schneiden Sie den GK sauber in einer Größe von einigen dm² heraus, dann sehen Sie was los ist.
Solche Öffnungen lassen sich mit einem Stück Dachlatte, ein paar Schrauben und etwas Spachtel wieder schnell verschließen, falls es falscher Alarm war.
Dann können Sie überlegen, ab die Feuchte von außen kommt oder Kondensat aus der Raumluft ist.
Schauen Sie mal außen an der Fassade, ob hier bzw. oberhalb Spritzwasser an die Wand gelngt, eine überstehende Kante, eine Regentonne oder eine defekte Dachentwässerung ist.
Erst danach lohnt sich über professionelle Hilfe nachzudenken.

Viele Grüße



Innenisolierung mit Styropor und Rigips im Fachwerkhaus



Recht herzlichen Dank für die nützliche Information.
Als erster Schritt werde ich mal in meiner Wohnung an den Außenwänden die Sockelleisten entnehmen um festzustellen ob es muffig richt oder sonstiges festzustellen ist.
Eine Leiste hatte ich bereits vorher entfernt. Festzustellen war jedoch nichts.
Nochmals recht hezlichen Dank und schöne Ostern.
Gruß
Christian Mörmann