Entscheidungshilfe Gewölbekeller




Hallo zusammen,

habe schon eifrig im Forum mitgelesen, bin aber ein totaler Laie auf dem Gebiet.
Wir haben uns ein Haus mit Gewölbekeller gekauft und ich benötige fachmännischen Rat, bzw. eure Entscheidungshilfe.

An manchen Stellen im Gewölbekeller habe ich Salpeterbildung (Foto anbei) und bei starkem Regenfall habe ich an meiner Treppe (wahrscheinlich eine Sandsteintreppe gestrichen) eine kleine Pfütze.

Die Luftfeuchtigkeit ist gem. einem digitalen Messgerät bei ca. 70-75% auch mal drunter an manchen Tagen und auch mal drüber...

Wir nutzen den Keller eigentlich gar nicht und eine künftige Benutzung ist auch nicht geplant.

Der Putz ist an manchen Stellen auch schon etwas rausgebröselt..(Foto)

Würdet Ihr gegen die Salpeterausblühungen vorgehen und wenn ja, wie?
Oder reicht es aus den Salpeter von der Wand zu kratzen und nichts weiter zu tun.

Vielen Dank vorab für eure Ideen bzw. Vorschläge.
Falls Ihr noch mehr Informationen benötigt einfach Fragen.

Viele Grüße



Putz



Kratz und puhl alles runter was locker ist, lass ggf. trocknen und mach Dir 'nen einfachen Kalkputz aus Weißkalkhydrat und Sand, mit dem Du die Fugen füllst und die Oberfläche gestaltest. Sei gefasst, dass das nicht ewig hält. Mach es dann einfach nochmal neu... Die Kosten sollten (ohne Arbeit) zweistellig bleiben können...



Putz



Hi,

Danke für deine schnelle Antwort.

also du würdest auch die freiliegenden Steine "überputzen"?
also mit Kalkputz aus Weißkalkhydrat und Sand über alles drüber gehen?
Habe immer gedacht das es gut ist wenn die "atmen" können.

Meinst du man sollte vorher mal für ein paar Wochen einen elektrischen Luftentfeuchter aufstellen, und danach verputzen?

Viele Grüße



Atmende Wände



Wände atmen nicht, sie haben weder Lungen noch Tracheen, aber ich weiß natürlich, was Du meinst...
Ja, ich würde die Wände mit einem einfachen Kalkputz überziehen, das lässt sich leicht selber machen, auch wenn man darin nicht geübt ist, insbesondere, wenn es nicht unbedingt auf lotrechte Flächen ankommt, das ist insgesamt weniger Fummelei als allein die Fugen sauber nachzubessern.
Gib mal in der Suche den Begriff „Opferputz“ ein, dann wirst Du einen Überblick bekommen, warum ich dies für sinnvoll halte.
Die Luftfeuchte ist keineswegs „dramatisch“ hoch, wenngleich der relative Wert ohne Nennung der Temperatur wenig Aussagekraft hat, eine künstliche Trocknung erscheint mir unnötig.

Ach ja: Die Wände können auch mit Kalkputz „atmen“... ;)



Putz



Vielen Dank für die Infos, werde am Wochenende mich mal einlesen.

Temperatur habe ich ca. 15-16 Grad
Luftfeuchtigkeit aktuell 77%

Ich lüfte in den Sommermonaten nur noch abends, morgens mache ich die Fenster zu. (leider ist das eine Fenster ziemlich verdeckt durch einen Regenschutz, sodass wenig Luft reinkommt.



Zement?



Warum Kalkputz? Zement ist feuchtebeständig und billiger.
Ein etwas hässliches Aussehen ist wahrscheinlich nicht so wichtig im Keller.



kein Zement, Erklärung



also kalkputz ist schon die bessere Lösung, wenn es an bestimmten Stellen feucht wird, muß man öfter mal hinsehen und dann erkennt man die Zusammenhänge (vielleicht). Wichtig ist den Keller bei Temperatur über Kellertemperatur dicht machen, denn sonst kondensiert die erhöhte Luftfeuchte an den kalten Stellen im Keller, könnte eine Ursache sein. Lüften, Trocknen im Winter. Eine andere Ursache kann Oberflächenwasser sein, also das Wasser muß vom Gebäude weg laufen.
Sicherlich rein biologisch atmet kein Putz, aber er leitet Feuchtigkeit auch im flüssigen Zustand weiter in Bereiche die eine geringere Feuchte aufweisen und geben über seine große Oberfläche sie wieder an die Luft zurück, das nennt man Atmung. Ein guter Kalkputz schwangt zw. 1 und 10% Feuchtigkeit. Dadurch härtet er weiter aus. Die Diffusion die heute in aller Munde ist, also der gasförmige Transport, findet nur zu einem Bruchteil statt, bei Kalkputz.
Warum kein Zement, nicht weil er grau, ausssieht, nein. Zement besteht ebenso aus Oxiden wie Kalk. Der Unterschied liegt in der Erhärtung und der dadurch entstehenden chem. Produkte. Kalk erhärtet durch Kohlendioxid zu Kalkstein und bildet eine kristalliene Struktur mit einer großen Haftkraft. Zement erhärtet durch Wasser und neigt durch Nebenprodukten in der Herstellung zum Ausfällen von Salzen, z.B. Aluminium bzw. EisenIIInitrat, da sie ja Bestandteil des Zementes sind. Da Zementputze wesentlich dichter sind, bleibt das Wasser konzentriert an den Stellen, wo es angefallen ist, dadurch entstehen Salzausblühungen, um es mal vereinfacht darzustellen. Also runter mit dem alten Putz dünn Kalkputz auftragen, den Pinsel nehmen und schön verstreichen und wie gesagt Ursachen ermitteln, wo das Wasser herkommt. Bleibt der Keller trocken, dann haben Sie auch den Kalkputz lange.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt



welcher Kalkputz?



Danke an alle für eure Tipps.
Es wird dann wohl ein Kalkputz werden.

Welchen Kalkputz / Kalkanstrich würdet Ihr empfehlen?
Nur die Fugen machen oder auch über die Steine (da bin ich mir noch unschlüssig)?

Werde das im Winter angehen, habe also noch einn bisschen Zeit