Farbentfernung mit heißem Öl?




Liebe Communarden,

vage geisterte immer mal die Möglichkeit durch Gespräche mit Kollegen, Farbschichten von Fenster und Türen mithilfe heißer Leinölfirnis bzw. heißem Leinöl im Tauchbad zu entfernen.

Kennt jemand eine Firma, die das praktiziert?

Hat jemand Erfahrungen damit über die Jahre?

Neugierige Grüße

Thomas





Von so einer Möglichkeit hör ich heut zum ersten Mal !
Wie oft, oder wie lange, kann man das Leinöl verwenden ? Wird der Dreck dann abgesiebt, das Öl irgendwie gereingt und weiter verwendet, oder wird alles zu Sondermüll ?



Farbentfernung



mit heißem Leinöl haben wir tatsächlich vor mehreren Jahren durchführen lassen.
Seinerzeit hat dies die Fa.Metzeroth(?) in Glauchau durchgeführt.
Erfahrungen:
- reichlich teuer, teurer als thermische Entfernung, falls man dies weitervergibt
- die Hölzer werden durch die hohe Ölaufnahme arg "fettig"
und lassen sich kaum noch bearbeiten.
Wahrscheinlich hätte man die Flügel solange stehen lassen sollen bis das Leinöl komplett oxydativ getrocknet gewesen wäre, was wohl in den seltensten Fällen möglich ist.
- Anstrichhaftung war deshalb auch mäßig, wir haben damals
allerdings noch keine Öl- sondern KH-farben ("Venti")
verwendet.
ZUr Haltbarkeit nur soviel, wir haben die Fenster 2001 be-
arbeitet und keine Beschwerden gehabt.
Also hats wohl funktioniert.
Grüße aus dem Erzgebirge
H.Bernhardt



Leinöl-Tauchbad oder Infrarot?



Liebe Fachwerker,

ein Tauchbad ist aufwändig und teuer, und in der Tat ist es nicht die umweltfreundlichste Art, alte Plastikfarben von Holzoberflächen zu entfernen. Zudem kann eine zu starke Erwärmung der gesamten Konstruktion dazu führen, dass sie sich verzieht. Dieses Risiko ist zumindest bei maßhaltigem Holzwerk wie bei Fenstern und Türen zu hoch. Als aufwändig stellt sich auch heraus, dass alte Fenster zunächst ausgeglast werden müssen.

Besser ist eine sachte Erwärmung mit einem Lackentferner, der kurzwelliges Infrarot abstrahlt. Von der erwärmten Oberfläche können alle Farbschichten aufeinmal abgeschabt werden. So entstehen nur trockene Farbabfälle, die mit dem Hausmüll entsorgt werden können. Die mit einem solchen »Speedheater« entlackten Holzflächen können sofort mit Leinöl grundiert und nach etwa eintägigem Trocknen mit Leinölfarbe überstrichen werden. Die Infrarotwellen des Speedheater erweichen übrigens gleichzeitig alten Kitt. Fenster können also in einem Zug leicht entlackt und ausgeglast, sodann repariert, grundiert und wieder eingeglast werden.

Gutes Gelingen!



Wäre es wohl umweltfreundlicher,



wenn Öl von Leinölpro im Tauchbad wäre?

Verziehen wird sich im heißen Ölbad wohl eher nichts, aus Sicherheitsgründen wäre ein übermäßiges Erhitzen ohnehin ausgeschlossen. Die Vorteile für den Bauherrn lägen auf der Hand:

Er bekommt Bauteile zurück, die nicht (oder nur unwesentlich) geschliffen werden müssen, und die bis in eine Tiefe mit Öl imprägniert sind, die manuell nicht erreichbar wäre, nahezu einbaufertig. Inwiefern vorher ausgelast werden müsste, wäre über Erfahrungsberichte zu klären, vielleicht taucht ja doch noch einer auf.

Soweit ich das beurteilen kann, ist der Speedheater ein brauchbares Aggregat, und für Türzargen auch unersetzbar, bei reich profilierten gründerzeitlichen Füllungstüren z.B. wäre ich hingegen schon über eine Alternative froh.

Grüße

Thomas



Umweltfreundlich



Lieber Fachwerker, lieber Thomas,

mein Ratschlag zum Leinöl-Tauchbad ist unabhängig von Herkunft und Qualität des verwendeten Öls. Es kommt uns nicht darauf an, auf Deibel komm raus möglichst viel Öl zu verkaufen, sondern unser Rat leitet sich immer von unserem Firmenmotto ab: bunt und gesund.

Zur Umweltverträglichkeit liegt auf der Hand, dass
• bei seltenem Gebrauch eines Tauchbades sehr viel Öl für wenig Effekt gebraucht wird;
• im Öl giftige Farb-Rückstände zurückbleiben;
• ungesunde Öldämpfe freigesetzt werden;
• lange und/oder wiederholt erhitztes Öl einem beschleunigten Oxidationsprozess ausgesetzt ist;
• gebrauchtes Öl wegen der Farbrückstände Sondermüll ist und auf keinen Fall weiterverwendet werden darf. Reinigung ist nicht möglich!

Zum Verfahren ist anzumerken, dass
• auf alle Fälle ausgeglast werden muss, da ja auch der Kitt weich wird;
• die Gefahr des Verziehens besteht nach unserer Erfahrung schon, da die Öltemperatur – und damit die Temperatur aller behandelten Bauteile – deutlich über derjenigen anderer Behandlungsmethoden liegt;
• auch beim Speedheater Holzoberflächen zurückbleiben, "die nicht (oder nur unwesentlich) geschliffen werden müssen."
• mit dem Speedheater auch Bauteile behandelt werden können, die nicht demontiert werden können, wie z.B. Rahmen, Vertäfelungen, Fußleisten, Zäune und Fassaden.
• mit dem Speedheater ein Bauteil auch nur teilweise entlackt werden kann.

Zum Speedheater ist zu bemerken, dass er
• schon über viele Jahre bei hunderten von Handwerkern und Laien erfolgreich im Einsatz ist;
• die Arbeit mit dem Speedheater steuerbarer und gesünder ist, als die Arbeit mit anderen Methoden;
• das Entlacken mit dem Speedheater auch bei feinen Profilen wirtschaftlich ist, wenn man sich Winkelschaber so anschleift, dass sie die Form des Profils wiedergeben;
• der Speedheater keinerlei Materialien verbraucht und sich deshalb schon nach kurzer Zeit rechnet.

Fragen zum Speedheater beantwortet aus eigener handwerklicher Erfahrung und in großer Gründlichkeit unsere Homepage www.leinoelpro.de

Werkelnde Grüße,
Peter Meyer