Ehemaliges Strohdach und große Sparrenabstände? Mit Foto

18.03.2016 Hausböckchen



Guten Morgen,

bevor wir einen Dachdecker kommen lassen, würde ich gerne Meinungen von ein paar Fachleuten hören.
2-Ständer Hallenhaus von 1814 mit ehemaligem Strohdach und jetzt Welleternit soll Ziegeldach bekommen. Die Sparrenabstände sind 2m.

Gibt es eine Möglichkeit auf den Dachstuhl Ziegeln zu setzen ohne neue Sparren zwischensetzen zu müssen? Was meint Ihr?

Liebe Grüße an alle Fachwerkler
Melanie



Nein



das wird nicht gehen! Das neue Dach wiegt mind. das doppelte. Die vorhandenen Sparren sehen so schon sehr sprickelig aus. Selbst wenn das einer rechnerisch nachweisen könnte, müsstest du statt Dachlattung Kanthölzer nehmen, wegen der Spannweite und die Dachrinne würde auch in den Feldern durchhängen.
Also: nein



Dachdeckung



Welche Dachneigung hast du?
Wie sind die Sparrendimensionen und die lichten Abstände?
Wie lang sind die Sparren zwischen den Auflagerpunkten?

Ein Bild von innen der gesamten Dachkonstruktion würde helfen.

Holzschindeln sind leicht, benötigen aber eine entsprechende Unterkonstruktion- paßt natürlich nicht in jede Umgebung.
Auch versicherungsrechtlich abklären.

Andreas Teich



Stop mal



Herr Teich, hier geht es um ein Haus und statische Eingriffe. Nicht um ein Kinderspielhaus.
Also nicht wirklich ihr Fachgebiet.
Für 5000 EUR kriegen Sie einen komplett neuen Dachstuhl. Sie schlagen eine Variante vor, die gegenüber eines Ziegeldaches mindestens 20.000 EUR mehr kostet.
Eigentlich wollte ich überhaupt nicht mehr auf Ihren Schwachsinn reagieren, aber dieses Mal noch...



Mmmh



Holzschindeln oder anderes ist aufgrund des Denkmalschutzes nicht erlaubt. Die Behörde hat eine Hohlfalzziegel genehmigt. Hat jemand Zahlen wieviel 1qm Ziegeln wiegen im Vergleich zu 1qm Welleternit?

Wenn ich diese mit Wasser vollgesogenen, moosigen Stroh/Reetdächer sehe, kann ich nicht recht glauben, dass Ziegeln mehr wiegen sollen als so ein 20 Jahre altes Strohdach.



Hier nochmal



Selbst wenn das einer rechnerisch nachweisen könnte, müsstest du statt Dachlattung Kanthölzer nehmen, wegen der Spannweite.

Und genau ab da rechnet sich das wirtschaftlich gesehen nicht mehr. Also packst du mal eben 8 Sparrenpaare dazwischen und gut.



Nicht lange fackeln...



Neuer Dachstuhl oder mindestens die zusätzlichen Sparren dazwischen. Bei dem Alter und der hohen Belastung hätte ich nicht mehr viel Vertrauen in die alten Sparren.

Hohlfalzziegel sind so um die 50 bis 55 kg pro m2.

Falzbiber wären vielleicht auch eine Möglichkeit, etwas ruhigeres Dachbild. Aehnliche Gewichtsklasse.

Wenn die Aussicht besteht, dass der Dachstock ausgebaut wird, würde ich auch Unterdachplatten aus Holzweichfaser vorsehen.



Das Thema Statik



hat nichts mit Glauben und Vertrauen zu tun. Das kann man alles berechnen. Mit etwas Erfahrung kann man sogar die Wirtschaftlichkeit vorher abschätzen ;-)



Dachdeckung



Wenn wir nur versuchen, uns auf den eigentlichen Inhalt eines Beitrages zu beziehen und diesen nicht gleich zu interpretieren kommen wir der eigentlichen Bedeutung näher. Das hilft auch bei der Erkennung von Kundenwünschen.

Ich kann aus dem Hinweis, dass Holzschindeln leicht sind keinerlei Empfehlung herauslesen, sondern nur die Information, dass diese leicht sind.
Wenn jemand in einem Autoforum einen Hinweis gibt, dass ein Ferrari über 20 l/100 km verbraucht aber schneller von A nach B kommt würde ich darin auch keine Empfehlung zum Kauf von Ferraris sehen.

Eternitplatten wiegen ca 18 kg/qm, kleinteilige ca 23 kg/qm
'Tondach' Pfannen zB 42 kg
Hohldachpfannen ca 46-55 kg/qm

Was statisch und gestalterisch paßt und auch wirtschaftlich ist eben immer sehr unterschiedlich. Daher meine Frage nach mehr Infos dazu.

Bei der Raumhöhe ist auch eine auf mittlerer Höhe angebrachte Kehlbalkenlage möglich.

Seitliche Bohlenverstärkung der Sparren kann ebenfalls sinnvoll sein- das sollte sich ein Zimmermann ansehen und nicht nur der Dachdecker (falls er nicht in Personalunion auch Zimmermeister ist).

Es hängt davon ab, ob ein Ausbau mit Wohnnutzung vorgesehen oder irgendwann möglich ist- dann muß ohnehin eine entsprechende Verstärkung vorgenommen werden.

Wenn alle Bedingungen geklärt sind können wir verschiedene Möglichkeiten darstellen und jeder kann sich frei das für ihn/sie passende heraussuchen- in Abstimmung mit dem Denkmalschutz oder Bauämtern.

Andreas Teich





Ich habe ebenso wie Herr Teich und jogumon die Gewichtsunterschiede berechnet und bin bei der Wunschziegel auf 46,5kg/qm im Gegensatz zu 19kg/qm Eternitplatte gekommen. Das Dach soll für eine Dämmung mit Holzfaserplatten vorbereitet sein, eine Wohnnutzung ist irgendwann mal vorgesehen. Die Dachneigung habe ich gerade nicht als Zahl.

Das mit der Kehlbalkenlage werde ich mir als Stichwort notieren.

Ich habe eine Firma gefunden, die Pfannenbleche anbietet, die bereits desöfteren auf denkmalgeschützten Gebäuden genehmigt wurden und Ziegeln zum verwechseln ähnlich sind - wirklich ähnlich!! Und ich bin empfindlich was sowas betrifft... Gewicht pro qm 7,5kg. Wäre vielleicht ein Versuch der Denkmalbehörde das schmackhaft zu machen.

Das Sparren zwischensetzen ist etwas, was ich gerne umgehen möchte, wenn es möglich ist.

Wobei Holzfaserdämmung und Pfannenblech sich auch irgendwie beisst :(



Bitte nicht am falschen Ort sparen...



Klar kosten neue Sparren und ein Unterdach erst mal mehr Geld. Dafür kann man, wenn es zu einem Ausbau kommt, das ganze ausdämmen ohne dass man alles wieder neu machen muss.

Wenn das Geld nicht reicht, würde ich das Welleternit noch eine Weile behalten. Gibt schlimmeres.

Build nice or build twice !



Metallpfannen



Bei solchen Dächern muß gut auf Entlüftung und Kondensation geachtet werden.
Manche werden schon bei Hagel beschädigt (Dellen)
Bei Regen sind sie auch erheblich lauter als schwere Bedachungen.

Wenn eine spätere Dämmung und Wohnnutzung möglich sein soll müßten sicher die vorhandenen Sparren verstärkt werden, falls keine zusätzlichen montiert werden sollen.

Damit kann gleichzeitig der Höhenausgleich erfolgen

Auch die Fußpunkte der Sparren überprüfen.

Als Unterdach für Ziegeldeckung können auch zur Verstärkung 19 mm Dreischichtplatten mit zusätzlicher Konterlatte (auf Unterspannbahn) verwendet werden.
Die tragen sehr gut zur Aussteifung bei (Kosten bei 19 mm ca 11,-/qm netto),
haben aber gut 10 qm Fläche bei etwa 85 kg, müssen also entweder mit Seilen über den First oder mit Kran hochgezogen werden.

Andreas Teich



Was spinnen Sie nur zusammen Herr Teich



Klar, Metallbleche, drunter noch ne Dreischichtplatte, sie müssens ja nicht bezahlen, nicht wahr. Wie jetzt... das kostet schon mehr als ne Ziegeldeckung inkl. Verstärkung?? Aber die Dame hat doch damit angefangen...
Mal wieder der klassische Teich:
Die anderen haben die Frage nicht verstanden, die Wünsche nicht erkannt, und wie immer Herrn Teich absichtlich fehlinterpretiert.



Fehlinterpretation?



Sollte nicht besser Melanie entscheiden, ob ihr ein Beitrag weiterhilft oder ob nicht und ob etwas fehlinterpretiert wurde? (ZB Dreichschichtplatte unter Blechdach-statt unter Pfannendach)?
Ich hatte doch ausdrücklich zur Verstärkung geschrieben-
die ist bei einem leichten Pfannendach kaum von nöten und muß deshalb nicht so uminterpretiert werden.

Warum eigentlich permanent ausfallend werden?

Andreas Teich



Bitte



keine Pfannenbleche verwenden, die im Tiefpunkt (Wasserlauf) befestigt werden.Selbst wenns mit Dichtschrauben gemacht wird, sind diese Bleche ehr etwas fürs Gartenhaus oder untergeordnete Überdachungen.

Die vernünftigste Lösung ist ein neuer Dachstuhl mit üblichen Sparrenabständen.

Allesandere wären nur Kompromisslösungen mit erheblichen Einschränkungen und Fehlerpotenzial bei mindestens den gleich Kosten wie ein neuer Dachstuhl.

Mit besten Grüssen Danilo



Sparrenabstände



Hallo Melanie,

So könnte man es ausführen.

viele Grüße

Robert Göbel



Dacherneuerung



Hallo Melanie,
Welche Dimensionen haben die Sparren,
wie lang ist das gesamte Dach,
wie breit ist es innen und wie groß ist die Entfernung ínnen bis zum First?

Wenn sich die vorhandenen Hölzer irgendwie verwenden lassen und du später einen Wohnausbau ermöglichen willst wird es zumindest bei Beauftragung von Firmen günstiger sein, etwa alle 60 cm Sparren zu setzen und alles zu erneuern.
Abhängig von der Belastung durch Wind, Bedachungsmaterial und Innenausbau/Dämmung.

Wenn vieles in Eigenarbeit ausgeführt werden sollte ists wieder eine andere Situation.

Wenn das Dach noch dicht und die Finanzen knapp sind
besser warten, bis ihr es richtig machen könnt-
langfristig ist das günstiger.

Evt ist eine Pfettenkonstruktion dann besser geeignet- besonders wenn Dachgauben möglich sein sollen.

Die Möglichkeiten besser von einer Zimmerei (statt Dachdeckerei) beurteilen lassen.

Auch für die Dachdeckung mehrere Angebote einholen als Festpreis mit genauer Leistungsbeschreibung und soweit wie möglich nicht in Regie(auf Stundenlohn) arbeiten lassen.

Berichte doch was die Dachdecker vorgeschlagen haben.

Andreas Teich