Feuchte Wand wegen Efeu

18.02.2007


Guten Tag, ich habe gerade ein Haus von 1875 erworben, das zum Teil aus massiven Wänden (eine Außen und zwei Innenwände) und zum Teil aus ausgemauertem Fachwerk (drei Außenwände) besteht.
Das Haus hat einen gemauerten Anbau von 1948, den ich als erstes sanieren werde, denn im Haus leben noch 2 1/2 Monate die Verkäufer und das schließt dort eine gründliche Untersuchung und Arbeiten aus.
Nun bitte ich um Tips, die mir helfen, effektiv und kostengünstig die anfallenden Probleme zu bewältigen.
Zumal ich nicht weiß, welche Überraschungen noch im Haus lauern, z. B. hinter der liebevoll vor 30 Jahren angebrachten und mit Styropor gedämmten NutundFederholzwand.

Der betroffene Anbau ist stark mit Efeu bewachsen, den ich entfernen werde. Die Wohnung stand lange Zeit unbeheitzt leer, jetzt rieselt der Putz von den klammen Außenwänden.

Reicht es, die Wand den Sommer über von außen abtrocknen zu lassen, und innen auf das "abgeputzte" Mauerwerk Latten und unbehandelte Nutundfederverschalung anzubringen ohne irgend etwas dazwischen, um damit die Wohnung schnellstmöglichst bewohnbar zu machen?

Katharina Partosch



Nasse Wand



Liebe Frau Partosch,
schwierig was zu raten, wenn man nicht gesehen hat um was es genau geht.Wenn Sie wollen kommen wir bei Ihnen vorbei und sehen uns Ihr Haus mal an.Kostet natürlich nix und verpflichtet auch zu nichts.



Danke, für das nette Angebot,



ich muss Sie aber warnen, denn ich möchte mein Haus absolut Low-Budjet und möglichst schnell renovieren. Das heißt, nur das machen was absolut notwendig ist, und möglichst Vieles in Eigenarbeit.
Das heißt, wir werden am Montag anfangen, alles was lose ist zu lösen und uns damit einen Überblick verschaffen, wie groß der Schaden ist und danach überlegen, was die kostengünstigste und schnellste Lösung ist. Der Efeu braucht, das habe ich hier im Forum gelernt, nach Abtrennung oder Vergiftung mind. 3 Wochen um zu verdorren, und die Entfernung ist langwierig und dann hoffe ich auf den versprochenen heißen Sommer. Der erneuerte oder teilweise erneuerte Außenputz sollte natürlich atmungsaktiv sein und innen denke ich, gilt das gleiche.
Am besten wäre sicherlich die Ziegelsteine offenzulassen und das Ganze zu beobachten, bis alles trocken ist und ich wieder verputze, aber dann ist es wohl kaum wohnlich, also dachte ich an die Lösung, davor Nut und Federpanele anzubringen. Die sind feuchtigkeitsdurchgängig in beide Richtungen und schaffen ein wohnliches Klima.
Ich gehe halt davon aus, dass der Efeu den Putz von außen zerstört hat, die Fenster sind zum Teil nicht mehr zu schließen und es wurde jahrelang nicht geheizt. Das sind meiner Meinung nach die Gründe für den Zustand der Wand.
Wenn Sie dennoch vorbeikommen möchten, um sich mein Häuschen anzusehen, sind Sie herzlich eingeladen, ich nehme gern Ratschläge an, sofern ich sie mir auch leisten kann.
Beim Renovieren gibt es wie bei Allem verschiedene Standarts und ich muss mich leider mit dem eichelasierten Fichtenholz zufriedengeben, wo ich lieber Eichenbalken hätte.
Mit freundlichem Gruß
Katharina Partosch



die lattung



würde ich nicht ausführen - so kostengünstig ist das ja auch nicht. sicher wäre es am besten, die wand roh stehen lassen, aber sie wollen ja auch nicht permanent Sand im essen. ich würde einen einfachen kelleranstrich mit Kalkmilch als provisoruim machen. verfestigt auch die fugen und unterbindet das sanden so im großen und ganzen. gleichzeitig können sie ihre wand da schön beobachten: denn nach dem wasser kommt in der regel das salz. so werden sie in den kommenden monaten einen überblick haben, welche intensität von ausblühungen sie zu erwarten haben - oder auch nicht.
mit Kalkputz können sie später problemlos über den Anstrich putzen.



... nur wegen Efeu?



Guten Abend Frau Partosch,

die Feuchtigkeit kommt sicher nicht allein vom Efeu her, übrigens Vorsicht bei entfernen des Efeu, der Gemeine Efeu enthält giftiges Saponin - Handschuhe anziehen! Das weitere sollte ein Experte bauphysikalisch beurteilen. Ein Entfeuchtungsputzsystem ist hier sehr hilfreich und je feuchter die Wand um so besser die Wirkung - also, nicht warten bis die Wand trocken ist. Zu einer Mauerwerkstrockenlegung könnte auch eine nachträgliche Sperrschicht beitragen.

Andrea Cyba





Hallo Katharina,

lange unbewohnte Häuser sind natürlich feucht, da keine Ablüftung erfolgt, kondensiert die Feuchtigkeit bei den täglichen Temperaturwechseln im Mauerwerk.

Am besten ist jetzt innen Trockenheizen und im Sommer dann aussen den Putz ab, Fugen leicht auskratzen und dann Kalkputz und Kalkweiss, das trocknet ihre Wand.

Bevor innen nicht alles trocken ist, sollten Sie keine weiteren Aufbauten anfangen.

Stellen Sie aber unbedingt fest, ob sich noch andere Feuchtigkeitsquellen als die Kondensation am Anbau befinden, damit Sie sicher das Richtige tun.

Und schmeissen Sie das Styropor raus, das hält Ihnen nur die Bude feucht.

Alles Gute



Alles halb so schlimm!



Also, danke erst mal für die rege Anteilnahme,

wir haben jetzt die verdächtigen Wände von innen freigelegt und es ist tatsächlich nur eine Ecke im Badezimmer ca 3m², wo der Putz sandig und feucht runterkam an den anderen Außenwänden ist so ziemlich exakt im Bereich des Efeus der Putz sandig und locker, aber nicht feucht. Im Bad sind auch die Wurzeln des Efeus bis innen zwischen Putz und Ziegelmauer gewachsen, das könnte also der Grund für die Feuchte sein, außerdem ist dies eine West-Wand.
Beim Abschlagen alles Losen, fiel mir auf, dass die reinen (weißen) Kalkputze tatsächlich am besten hielten. Es wurde nämlich mit allem Möglichen bisher ausgebessert.
Ich werde die Wand Verputzen und mache nichts davor.

In welchem Verhältnis mische ich einen guten Kalkputz?

Hält der dann auch an den Stoßflächen mit dem noch vorhandenen passablen Altputz (vermutlich Lehm)oder muss ich den, ob fest oder nicht, überall abklopfen?

Das entsetzliche Styropor, was sich auch unten an den Decken im EG befindet, kann ich und werde ich natürlich auch entfernen, wenn die Verkäufer aus der unteren Wohnung Anfang Mai ausgezogen sind, bis dahin also noch Risiko!!!
Aber alle Holzteile, die ich bisher untersucht hatten, waren nur wurmstichig, morsch oder intakt, Myzel hab ich keins entdeckt, also bisher wohl noch kein Schwamm!

Also Danke für Wandentwässerungs- und Besichtigungsangebote, ich melde mich, sollte es schlimmer werden. Doch der Sommer und die Wärme machen das hoffentlich nicht nötig.

Katharina



Kalkputz



Hallo Katharina,

Kalkputzmörtel können Sie selbst mischen oder fertig kaufen. Entweder mit Weisskalkhydrat oder Sumpfkalk.

Hängt von Ihren Preismöglichkeiten ab.

www.solubel.de

Mischung ist Sand/Kalkhydrat: 3/1 (fetter) oder 4/1 (magerer).

Zur Verarbeitung hänge ich Ihnen mal einen Beitrag von Herrn Schneider an, der mir gut gefallen hat.


Zitat:

Luftkalkmörtel

---Forenreferenz-----------
Luftkalkmörtel -
Den Sockel ordentlich reinigen.Altfugen bis zum 1,5 fachen der Fugenbreite restlos entfernen.Steinflanken ordentlich reinigen.Geöffnete Fugen mit 4 mm Luftkalkmörtel verfugen.
Anschließend Putzaufbau mit Luftkalkmörtel.

Beschreibung.


Untergrund: Naturstein-, Bruchsteinmauerwerk

Untergrundvorbereitung
vorhandenen Altputz abschlagen, loses und mürbes Fugenmaterial ca. 2 cm tief auskratzen. Mauerwerk mit Stahl- oder Straßenbesen gründlich abkehren. Haftungsbehindernde Trennschichten wie Staub oder Verwitterungsprodukte etc. mittels Druckluft oder Nebelstrahlverfahren reinigen.

Materialverbrauch/qm: Maschineneinsatz


Grundierung
Freigelegte und gereinigte Untergrundfläche mit 4%-iger Tonerdelösung satt einsprühen und sofort frisch in frisch Spritzbewurf einwerfen.

Materialverbrauch/qm: ca. 0,3 ltr. Tonerdelösung


Haftspritzbewurf
Vorbereiteten und grundierten Untergrund dünn und vollflächig mit Solubel Luftkalkmörtel (Körnung 6 mm bzw. 4 mm) vorspritzen. Standzeit max. 1 Tag. Spritzbewurf ggf. aufrauen.

Materialverbrauch/qm: ca. 8 - 12 kg


Egalisierung von Untergrundvertiefungen
Auswerfen von Fugen, Fehlstellen, Vertiefungen etc. auf ausreichend angesteiften Haftspritzbewurf mit Solubel Luftkalkmörtel (Körnung 6 mm bzw. 4 mm). Anschließend mit einem Holzbrett auf Mauerwerksniveau abziehen. Nach ausreichender Ansteifung der Putzoberfläche für Carbonatisierung und nachfolgender Putzhaftung aufrauen (Putzkamm, Zahnspachtel). Max. Schichtstärke 25 mm, bei größeren Schichtstärken ist mehrlagig zu arbeiten. Standzeit 1 - 3 Tage.

Materialverbrauch/qm: ca. 15 - 25 kg


Grundputz
Anbringen eines Grundputzes auf vorbereiteten und egalisierten Untergrund mit Solubel Luftkalkmörtel (Körnung 4 mm) mit einer mittleren Schichtstärke von ca. 15 mm. Waage- und senkrecht mit Holzlatte abziehen. Nach oberflächlicher Ansteifung für Carbonatisierung und nachfolgender Putzhaftung aufrauen (Gitterrabbot). Standzeit 1 - 3 Tage.

Materialverbrauch/qm: ca. 20 - 30 kg


Feinputz
Aufbringen eines Feinputzes auf Grundputz mit Solubel Luftkalmörtel (z.B. 1 mm Körnung). Anschließend kann die Oberfläche abgefilzt oder nach Musterfläche gestaltet werden. Schichtstärke 2 - 4 mm. Evtl. Nachbehandlung ist zu berücksichtigen.

Materialverbrauch/qm: ca. 7 - 9 kg

mfg Peter Schneider mehr ...
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Den Sockel ordentlich reinigen.Altfugen bis zum 1,5 fachen der Fugenbreite restlos entfernen.Steinflanken ordentlich reinigen.Geöffnete Fugen mit 4 mm Luftkalkmörtel verfugen.
Anschließend Putzaufbau mit Luftkalkmörtel.

Beschreibung.

Untergrund: Naturstein-, Bruchsteinmauerwerk

Untergrundvorbereitung
vorhandenen Altputz abschlagen, loses und mürbes Fugenmaterial ca. 2 cm tief auskratzen. Mauerwerk mit Stahl- oder Straßenbesen gründlich abkehren. Haftungsbehindernde Trennschichten wie Staub oder Verwitterungsprodukte etc. mittels Druckluft oder Nebelstrahlverfahren reinigen.

Materialverbrauch/qm: Maschineneinsatz

Grundierung
Freigelegte und gereinigte Untergrundfläche mit 4%-iger Tonerdelösung satt einsprühen und sofort frisch in frisch Spritzbewurf einwerfen.

Materialverbrauch/qm: ca. 0,3 ltr. Tonerdelösung

Haftspritzbewurf
Vorbereiteten und grundierten Untergrund dünn und vollflächig mit Solubel Luftkalkmörtel (Körnung 6 mm bzw. 4 mm) vorspritzen. Standzeit max. 1 Tag. Spritzbewurf ggf. aufrauen.

Materialverbrauch/qm: ca. 8 - 12 kg

Egalisierung von Untergrundvertiefungen
Auswerfen von Fugen, Fehlstellen, Vertiefungen etc. auf ausreichend angesteiften Haftspritzbewurf mit Solubel Luftkalkmörtel (Körnung 6 mm bzw. 4 mm). Anschließend mit einem Holzbrett auf Mauerwerksniveau abziehen. Nach ausreichender Ansteifung der Putzoberfläche für Carbonatisierung und nachfolgender Putzhaftung aufrauen (Putzkamm, Zahnspachtel). Max. Schichtstärke 25 mm, bei größeren Schichtstärken ist mehrlagig zu arbeiten. Standzeit 1 - 3 Tage.

Materialverbrauch/qm: ca. 15 - 25 kg


Grundputz
Anbringen eines Grundputzes auf vorbereiteten und egalisierten Untergrund mit Solubel Luftkalkmörtel (Körnung 4 mm) mit einer mittleren Schichtstärke von ca. 15 mm. Waage- und senkrecht mit Holzlatte abziehen. Nach oberflächlicher Ansteifung für Carbonatisierung und nachfolgender Putzhaftung aufrauen (Gitterrabbot). Standzeit 1 - 3 Tage.

Materialverbrauch/qm: ca. 20 - 30 kg


Feinputz
Aufbringen eines Feinputzes auf Grundputz mit Solubel Luftkalmörtel (z.B. 1 mm Körnung). Anschließend kann die Oberfläche abgefilzt oder nach Musterfläche gestaltet werden. Schichtstärke 2 - 4 mm. Evtl. Nachbehandlung ist zu berücksichtigen.

Materialverbrauch/qm: ca. 7 - 9 kg

mfg Peter Schneider
Die Haut am Bauwerk
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
JOS-Verfahren Fassadenreinigung&Instands Service | Peter Schneider | 04.01.07

Zitat Ende

Alles Gute





hallo,meine Erfahrung zum efeu..
wir haben ostwand8 rotsteinklinker,ca 150jahre alt) damit bewachsen lassen..und sind nun doch dabeigegangen ihn zu entfernen,,denn im Fundament wuchsen die zweige ins mauerwerk,bzw bewurzelnten sich sehr stark ,weil die fugen nicht mehr vollständig dicht waren..und der efeu war durch lücken in den Dachstuhl gewandert,bzw hatte die dachrinnen unterwandert
wir haben die efeuranken unten alle abgeschnitten ,aber hängen lassen, nach vier bis 6 wochen war es einfach,sie zu lösen,aber achtung hautreizung ! ,mit Spachtel nachgeholfen,
und nun ärgern mich noch die saugwurzelreste
herzlicher gruß wiebke



Die Wand ist feucht oder doch nicht...



Hallo Frau Partosch,


...dies kann leicht mit einem Messgerät fest gestellt werden.
Eine Wand schützen Sie vor aufsteigender Feuchtigkeit mit einer Sperrschicht.
Die durchfeuchteten Wände bekommen Sie dann über einen Entfeuchtungsputz wieder trocken.
Eine andere Alternative gibt es nicht (es sei denn Sie möchten damit Leben), daher ist Ihr erwähnter Kalkputz auf einer feuchten Wand keine dauerhafte Lösung

Mit freundlichen Grüssen.

Andrea




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