Altes, neues haus, toller keller aber kalt...

09.07.2008



Hallo liebe Forum Mitglieder,

wir haben vor ein paar Wochen ein altes, unter Denkmalschutz stehendes Fachwerkhaus gekauft. Der Gewölbekeller ist ca. 140m² groß und etwas feucht.

Nun zu meiner Bitte. Hat jemand einen Ratschlag, wie
wir den Keller trocken und warm bekommen können, ohne
dabei arm zu werden... ;-)

Liebe Grüße
Silvia



Das ist alles relativ.



Wie feucht ist der Keller?
Wie "trocken" soll er werden?
Wie "warm" soll es sein?

An der Größe dieser Faktoren hängt die Frage, wie "arm" Ihr werdet.

Zwischen "Trockenlegen" und "Trockenlegen" können Welten liegen, habe ich mal in einem entsprechenden Seminar gehört, und es bestätigt sich immer wieder.

Oft ist es gut möglich, einen großen Keller z.B. für Feste, temporär zu nutzen, ohne großen Aufwand zu betreiben. Will man hingegen einen Wohnraum einrichten, Bücher lagern etc. kann der Aufwand immens werden (Abdichtung Boden, Wände, Dämmung, Heizung, Lüftungsanlage...)

Was soll denn aus dem Keller werden ?

Beste Grüße aus der Pfalz,

Marc Sattel





Hallo Marc,

vielen Dank für Deine Antwort. Also...

Der Keller hat ca. 0 Grad. Es wurde letztes Jahr eine Bar
eingebaut. Gute Balken, aber in der Zwischenzeit so feucht, daß man diese fühlen kann.

Der Keller soll als Eventkeller benutzt werden. Grundsetzlich geht es wohl um eine Lösung ihn auf Dauer so
warm zu bekommen, daß man sich darin während einer Feier aufhalten kann und der Putz nicht (wie bereits geschehen)
von der Wand fällt.

Ich freue mich auf Antwort.

Liebe Grüße
Silvia





Hallo,

Ein eigenartiger Eiskeller.
Ich glaube daß es sich dabei eher um gefühlte Temperaturen handelt. Durch Einstrahlung der Erdwärme sind Naturkeller eigentlich ganzjährig 8 - 14 grad kalt/warm.
Zum Problem:
Man könnte eine sommerliche Heizung einbauen. Damit ist das sommerliche Lüftungsproblem beseitigt (draußen feucht und warm, drinnen kalt, dann richtig feucht).
Methode: Thermische Solarkollektoren aufstellen und damit eine Boden- und Flächenheizung betreiben,. Im Sommer ist ja genug Sonne da.

Für einen Eventkeller brauchen Sie eine leistungsfähige Lüftung, die während der Veranstaltung einen 10fachen Luftwechsel schafft. Das sind bei 140 m² * 10 * 2,30 = 3.220 m³/h - ein ziemlich dickes Rohr schon.
Sollte das ganze gewerblich betrieben werden, außerdem ausreichend Notausgänge, akkugepufferte Sicherheitsbeleuchtung, Feuerlöscher, nachleuchtende Notausgangszeichen und den ganzen hokuspokus....
In diesem Fall kann die Lüftung dann gleich so ausgelegt werden, daß getrocknete Luft eingeblasen wird.

Grüße vom Niederrhein



Eventkeller :-) :-) :-)



Event heißt wörtlich übersetzt Ereignis, Veranstaltung. Um aber eine Veranstaltung so richtig zu vermarkten, um zahlungskräftige Zielgruppen anzulocken, braucht man EventExperten, z.B. Diplom-Eventmanager, die Event-Support für den Veranstalter liefern, einen Event-Guide oder Event-Kalender ins Internet stellen, also Event-Marketing betreiben. Am nächsten Tag bringt die Lokalpresse dann jede Menge Event-Bilder, die jede Menge eventbeglückte Menschen zeigen. Ganz toll ist es natürlich, wenn für Mega-Events wie Hochzeiten und Geburtstage ein EventCastle zur Verfügung steht. Sicher sind in dieser Richtung noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, auch Beerdigungen, Urnenbestattungen oder Krankenhausaufenthalte bzw. -besuche ließen sich durch Event-Management event-uell als Emotional Events inszenieren

Einfach frech übernommen von der Seite meines Freundes Peter, der diesen schönen Text verfasst hat und bestimmt nichts dagegen hat ihn hier aufgeführt zu sehen.



Grüße an deinen Freund Peter, Thomas ;-)



Ich kann den Zeilen von Peter durchaus auch etwas "abgewinnen".

Aus meiner Sicht wurden Gewölbekeller genau zu diesem Zweck gebaut. Nämlich um kühl und feucht zu sein. Als Lagerort für verschiedene Dinge des Alltäglichen Bedarfs.

Auch kann ich mir vorstellen, dass eine "Umnutzung" zum Event-Keller dementsprechend hohe Kosten verursachen wird, da der eigentliche Zweck, und damit die konstruktionsbedingten Gegebenheiten "umgebogen" werden müssen.

Ist nur meine persönliche Sichtweise, aber sicher ist vieles möglich!

Grüße
Martin



Temperierung



...scheint hier das richtige zu sein.

Es muss nicht Mitte Januar bei draussen -20° auf innen +25° aufgeheizt werden, sondern soll nur etwas weniger feucht und (auch gerade im Sommer) etwas wärmer werden.

Das kann, wie Herr Beckmann schon sagt, bestimmt auch gut mit einer Solarkollektoranlage funktionieren.

Problem bei den Kellern ist wirklich das Lüften im Sommer, das zu sehr viel Kondensat an den kalten Wandoberflächen führt. Erwärmt man diese Oberflächen durchgängig (auch im Sommer) moderat, fällt auch nicht so viel Kondensat aus.

Soll der Keller gewerblich und dauerhaft genutzt werden, kommt natürlich die ganze Vorschriften-Litanei auf euch zu.

Beste Grüße, Marc Sattel





Hallo an alle...

... die so nett waren und sich Gedanken gemacht, und super
Tips gegeben haben.

Zunächst zur Temperatur. Sicher ist es richtig, daß die sie bei ca. 8 Grad liegt. Ich bin was Temperatur angeht ein richtiges Mädchen.

An Marc hätte ich noch eine Frage zum Thema Vorschriften Litanei. Wissen Sie woher man Informationen darüber bekommen kann. Sie scheinen sehr viel Ahnung zu haben, darf ich nach Ihrem Beruf fragen..? Das mit der Solarkollektorenanlage hört sich gut an, gibt aber vielleicht Probleme mit dem Denkmalschutz?!? Kennt sich da jemand aus?

Nochmal vielen Dank und herzliche Grüße
Silvia



Keller kalt



Hallo Frau Bregler,

Sie sollen jetzt nicht simultan Bauingenieurwesen, Sicherheitstechnik und Architektur studieren: Über Bauvorschriften informiert Sie Ihr Architekt, den Sie bei einem genehmigungsbedürftigen Bauvorhaben ohnehin brauchen.
Sonst informiert die Bauaufsicht. Die meisten Gemeinden und Landkreise haben mittlerweile eine (kostenlose) Bauberatung für Bauinteressierte.
Wenn Sie aber ohne Genehmigung bauen, kann es ganz teuer werden (Nachforderung von Bauvorlagen, Nutzungsuntersagungsverfügung, Versiegelung der Eingänge, Bußgeld bis 50.000 €).
Ich rate Ihnen zunächst zu einem Besuch bei der Bauberatung.

Auch die Denkmalpflege beißt nicht: sprechen Sie mit denen über die Möglichkeiten einer solaren Beheizung.

grüße



Vorschriftenlitanei



Wenn es tatsächlich ein regelmäßig und gewerblich genutzter Eventkeller werden soll, würde ich euch auch empfehlen, zunächst bei den Baubehörden anzufragen bzw. mal einen geeigneten denkmalerfahrenen Architekten zu Rate ziehen.

Das wäre auch dann erforderlich, wenn ihr eine Temperierung mit Solaranlage ausführen wollt. Die Solaranlage harmoniert meist nicht so gut mit dem Denkmal - muss daher genau überlegt, geplant und abgestimmt werden.

Solls nur für die eigene Sommerparty oder einmal im Jahr fürs Straßenfest sein, wird man es nicht so genau nehmen.

Liebe Grüße, Marc Sattel



Solaranlage



Hallo Silvia,
Die Idee von Herrn Beckmann finde ich sehr gut.
Solaranlagen auf Denkmälern sind zulässig , wenn sie von öffentlichen Plätzen nicht einsehbar sind. (Derzeitige Rechtsprechung)
Nach meiner Einschätzung (Schätzen heißt : nicht wissen)
wird diese Rechtsprechung ,wegen der Energiekosten und der CO2 - Diskussion ,bald gekippt.
Viele Grüße
PS Noch ein Link:wirtschaft.t-online.de/c/14/11/09/28/14110928.html



Danke



Hallo an alle,

vielen Dank noch einmal für die tollen Ideen.

Wir sind jetzt sicher unser Ziel erreichen zu können. Ich
werde mit "geht Denkmalschut und Solar" anfangen. Sollte es jetzt noch nicht gehen, hoffe ich auch auf ein baldiges Kippen des Gesetzes...

Liebe Grüße
Silvia



Da es ...



...wohl nicht nur um Kondensfeuchte geht, würde ich über das Abdichten des Fußbodens nachdenken, vorzugsweise in Verbindung mit einer Temperierung im Boden. Diese sollte immer auf kleiner Stufe arbeiten, um ein Feuchtegefälle nach draußen sicherzustellen, wie Marc schon schrieb. Die mit der größeren Baukasse könnten über eine ruppig-rustikale unbehandelte Eichendiele auf FBH-Trockenverlegung mit Wärmeverteilblechen nachdenken (Holzfeuchte muß zu Raumfeuchte passen, Wandabstände sins einzuhalten), oder ein lebendigerer Klinker (mit Fehlbränden etc, vorzugsweise aus dem Abriss) auf FBH im Heizestrich könnte die preiswertere Variante sein.

Wichtig ist in jedem Fall Temperatur- und Feuchtekontrolle und -regelung. Der Laie lüftet übrigends dann am liebsten, wenn es am wenigsten passt: Keller noch winterkalt, draußen Sonne und feuchte, warme Frühlingsluft.

Grundsätzlich sollten die Hinweise zu gewerblicher Nutzung bedacht werden, wenn es denn darauf hinaus läuft. Da wären denn auch Fluchtwege, Brandschutz, sanitäre Anlagen... zu berücksichtigen.

Solange das aber nur private gelegendliche Parties sind, sollte das Bauamt nicht daran interessiert sein, ob ein Nebengelass nun temperiert ist oder nicht. Dann wiederum lohnt sich vermutlich der Aufwand nicht....

Grüße

Thomas