Deckenaufbau

17.04.2016 Herr ibu400



Hallo,

die Balken haben einen Abstand von 80cm - was könnte man als Aufbau verwenden? - momentan sind 30mm Sperrholzplatten vorhanden, diese sind aber nicht Wasserfest - später soll hier Wohnraum entstehen - dachte erst an OSB aber hab mir mal eine OSB3 Platte mit einer Höhe von 25mm angesehen aber so richtig stabil erscheint mir das nicht - dachte dann noch an Profilholz Kiefer - das würde es mit einer Stärke/Höhe von 28mm geben und wirkt auch etwas stabiler - darauf sollen dann Trockenestrich-Elemente kommen. Oder ich verlege die OSB-Platten einfach doppelt? würde mich über Erfahrungen freuen.



Holzbalkendecke



Ich verstehe Ihre Frage nicht.
80 cm Balkenabstand und 30 mm Sperrholz bzw. 28 mm OSB- was soll daran nicht halten?
Außerdem: Warum muß der Boden unbedingt wasserfest sein?





Hallo Georg, ich habe irgendwie kein gutes Gefühl bei diesen Sperrholzplatten ;) - die Außenwand sind Kalksteine - sollte sich doch irgendwo Wasser sammeln dann gehen die Platten wohl auf wie Kuchen. Die Frage ist eigentlich welcher Aufbau die höchste Last aushält?



Deckenaufbau



Ihr "ich habe irgendwie kein gutes Gefühl bei diesen Sperrholzplatten"
ist keine Entscheidungshilfe. Mit solchen Entscheidungskriterien kann man nicht planen und bauen.

WO
soll das Wasser herkommen?
Ihre Logik das, wenn eine Wand aus Kalkstein besteht, Sperrholzplatten wie ein Kuchen aufgehen sollen leuchtet mir nicht ein.
WO und WIE
gehen die Platten dann "auf wie ein Kuchen"?
SIND
die Platten denn schon "wie ein Kuchen aufgegangen"?
Falls dieses ominöse Wasser in den Deckenaufbau gelangt dann müsste die Decke Ihrem Gefühl nach dann komplett aus wasserfestem, unverrottbarem Material bestehen.
Also alles raus und eine Vollbetondecke rein.





SORRY ich habe mich verschrieben bzw. einen Denkfehler - es sind Spanplatte und keine Sperrholzplatte. Ich verwechsle das immer ...

Die Platten sind noch ok - wobei das Obergeschoss momentan noch als ungeheizte Abstellkammer genutzt wird. Darunter ist eine Garage - wenn man jetzt das Obergeschoss heizt und die Garage nicht kann es ja zu Wasserbildung kommen. Die Frage ist ob eine Spanplatte dies aushalten würde bzw. ob Spanplatten generell eine gute Lösung für so etwas sind.



Deckenaufbau



Die Problemstellung kommt mir bekannt vor, da gab es doch schon mal was.
Also dann:
Unterzug in der Garage darunter mit Feuerschutzplatten umkleiden.
Holzbalkendecke von unten brandsicher und rauchdicht bekleiden (Gipsfaser- oder Gipskartonplatten).
Rauchdicht heißt luftdicht!
In die Decke gehört Dämmung (Mineralwolle) und (normalerweise)Auflast. Die Auflast kann wegfallen da es nur ein Büro wird und die beiden OSB- Lagen für genügend Steifigkeit sorgen.
Auf die Decke als lastverteilende Scheibe 2 x 15 mm OSB, Stöße verklebt, Fugen versetzt. Beide Lagen auf die Balken durchgeschraubt. Darauf achten das die Fugen zu den Wänden möglichst klein gehalten werden (erste Lage an die Wand stoßen, zweite Lage 5 mm Abstand). In die Lücke ein Kompriband setzen.
Darauf bei Bedarf trittfeste Dämmplatte aus Holzfaser, dann Trockenestrich, z.B. Fermeacell.
Bei Höhenproblemen Teppichboden direkt auf die OSB- Scheibe.

An die Außenwände eine Innendämmung setzen, ich empfehle Rigitherm 9 + 20 mm vollflächig und hohlraumfrei als Trockenputz aufgeklebt und Fugen verspachtelt.
Wenn dann noch Wasser an den Wänden runterlaufen sollte haben Sie ein Problem mit dem Lüften.

P.s. Stellen Sie sich vor ein Apotheker verwechselt auch mal was und gibt jemandem statt Kalciumcyanamid Kaliumcyanid.



Deckenaufbau zwischen Garage und Wohnraum



OSB- und andere Platten haben eine gute aussteifende Wirkung,
die Tragfähigkeit ist in der langen Richtung jedoch doppelt so hoch gegenüber der kurzen Richtung.
Bei Nässe quellen sie enorm auf, was aber nur bei Bauschäden vorkommen kann.

Ökologisch gesehen sind Nut und Feder Dielen sicher wesentlich besser.

Die Deckenbalken müssen zuerst in der Höhe ausgeglichen werden.

Den Deckenbalkenzwischenraum würde ich mit Zellulose, Hanf oder flexiblen Holzfaserplatten dämmen-
Schüttung wäre auch möglich.
Zur Garage hin wie beschrieben luftdicht abkleben und mit Gipsfaserplatten auf Trockenbauprofilen verkleiden.

Je nach Gewicht der Dämmung wäre eine Sparschalung über der Luftdichtung sinnvoll.

Über den Dielen können Holzweichfaserplatten als Trittschall- und Wärmedämmung verlegt werden,
darüber zB Creaton-Trockenestrichplatten, die als fertiger Fußbodenbelag verwendet werden können.

Bei nach unten, zum kalten Raum diffusionsoffenerem Aufbau als zum warmem Wohnraum hin,
mit kapillaraktiven Dämmstoffen und bei luftdichter Bauweise muß keine Dampfbremse verwendet werden.
Es kann dabei nicht zu Feuchteanreicherungen kommen.

Bei meinen Bildern findest du eine Tabelle zur Tragfähigkeit von OSB-Platten und eine zur Bemessung von Dielen,
wobei diese Tabelle von einer höheren Belastung ausgeht.

Andreas Teich





danke für die tollen Antworten - Georg: zum Glück bin ich nur Programmierer und Fehler wirken sich nicht so drastisch aus wie bei Ärzten usw.

Zur Innendämmung hab ich schon viel gelesen - was sagst du von dieser Variante: https://daemmstoffeimnetz.de/verarbeitungs-hinweise-und-anleitungen/waermeisolierung-als-innendaemmung/

Zu Rauch/Luftdicht - wenn man z.B. eine Gipsfaserplatte Fermacell Greenline (DIN 4102 als Bau-, Feuerschutz- und Feuchtraumplatte einsetzbar) verbaut - muss man dann zusätzlich noch eine Folie (wegen Rauch) verbauen?



Innendämmung



Von den schönen Hai- Bildchen: Nix.
Wenn doch: Viel Spaß beim Fummeln und teuer wirds auch.
Folie ist Nonsens. Wenn da heiße Rauchgase drankommen wars das.
Ordentlich Verarbeiten und verspachteln ist sicherer.





noch zwei Fragen - beim verschrauben der OSB-Platten - quietscht das dann nicht? und kann man die Spanplatten irgendwo verwenden z.B. auf den OSB Platten - wegwerfen ist dann noch etwas schade.



OSB-Platten oder Holzdielen als Fußboden verlegen?



Nix für ungut, jedoch...
2 Platten übereinander zu Verlegen bringt nur bei Verleimung beider Schichten eine deutliche Erhöhung der Tragkraft.

Dann ist allerdings nichts mehr wiederverwendbar- wenn's zu stark knarrt muß alles ensorgt werden, da Nachschrauben der unteren Lage nicht möglich ist.

Beim Verschrauben mehrerer, gleich dicker Platten besteht immer die Gefahr von Knarrgeräuschen, da sich an der Unterseite der oberen Platte bei der Durchdringung der Schrauben eine Aufwölbung ergibt (außer sie wird beim Verschrauben an diesem Punkt stark belastet).
Diese nach außen gedrückten Holzfasern senken sich im Laufe der Zeit durch Dauerbelastung ab, wodurch sich die Schraubverbindung lockert und in der Folge Knarrgeräusche entstehen können.

Haltbar ist die Schraubverbindung nur bei der Verschraubung in die Deckenbalken mit entsprechend langen Schrauben (2,5-3 x Brettstärke ergibt die benötigte Schraubenlänge- mind. 50 mm).

Knarren ist aber trotzdem möglich-
je mehr unterschiedliche, harte Schichten übereinander gelegt werden umso mehr, da mehr Berührungsfläche vorhanden ist.

Dünne Lagen bewegen sich dabei mehr als dickere, stabilere Platten.

Ich würde schon aus ökologischen Gründen, geringerem Formaldehyd-/Isocyanatgehalt/ wegen besserer Wiederverwertung, besserer Diffusions- und Sorptionsfähigkeit und wegen leichterer Verarbeitung auf evt nicht gut nivellierten Balkenlagen lieber massive, breitere Hobeldielen verwenden.

Die Aussteifung hat bei allen alten Gebäuden auch ohne mehrlagige OSB-Plattenschichten genügt-wird also nur in ganz speziellen Fällen notwendig sein.
Spanplatten haben eine viel geringere Tragfähigkeit als OSB-Platten und würde ich daher hier nicht verwenden- nur um sie irgendwo zu verarbeiten.

Ohnehin überprüfen um welche Platten es sich handelt- formaldehydfrei heißt nicht formaldehydfrei, sondern nur unterhalb eines angenommenen Grenzwertes, der sich aber bei Verwendung anderer Baustoffe akkumulieren kann.
Besser die Platten anderweitig anbieten.

Andreas Teich





Welche Stärke müssten die Dielen bei 80cm Balkenabstand ca. haben ? – bei den Spanplatten schwingt der Boden doch etwas - wäre hier bei Verlegung der zwei OSB-Platten eine Verbesserung in Sicht bzw. sind hier die Dielen auch besser?



Dielenstärke



Mit 28-30 mm Brettstärke wirst du gut hinkommen.
Möglichst längere Dielen nehmen und die Stöße mindestens um ein Feld versetzen.
Mehrfeldträger sind tragfähiger als Einfeldträger.

Platten steifen horizontal besser aus- wobei 2 dünne verschraubte OSB-Platten mit 15 mm Stärke eine geringere Tragfähigkeit haben als eine 30 mm dicke Diele- vor allem wenn sie über mehrere Felder reicht.

Bei OSB-Platten hättest du ohnehin das Problem, entweder viel absägen zu müssen und dann keine Stöße verleimen zu können oder viele Stöße im Feld und nicht auf den Balken zu haben.
Wenn die Unterkonstruktion im Rastermaß, zB 83,3 cm, selbst hergestellt wird ist die Situation anders.
Massivholz ist auch viel angenehmer zu verarbeiten und Reste besser zu verwerten.

Andreas Teich