Aufbau Baddecke

29.03.2011



Hallo,
wir sanieren gerade ein 110 Jahre altes Ziegelhaus und sind uns nun bei der Sanierung der Zimnmerdecke im zukünftigen Bad nicht sicher. Das Bad liegt im zweiten Geschoß unter dem Dach (Flachdach, Dachboden ca. 1,50 begehbar, Holzbalken mit Sandschüttung und Steinwolldämmung)Im Badbereich haben wir von unten den alten Kalkputz und die Strohmatten entfernt. Es sind nur noch die Schalbretter auf der Unterseite der Dachbalken vorhanden, Schüttung wurde in dem Bereich herausgenommen. Wir wollten jetzt von unten Lattung, dann OSB-Platten mit Feuchteschutz aufschrauben. Von oben soll die Schüttung und Dämmung wieder rein. Nun wurden wir wegen einer Dampfsperre verunsichtert. Eigentlich sollte die Decke relativ offen bleiben, damit Feuchtigkeit natürlich entweichen kann. Muß unbedingt eine Dampfsperre eingebracht werden? An dieser staut sich doch eher die Nässe und kann eben nicht entweichen. Für Tipps und Vorschläge bedanken wir uns herzlichst



Baddecke



Die Luftfeuchte sollte durch Lüften entfernt werden und nicht dadurch, das man sie in der Sandfüllung bzw. im Konstruktionsholz der Decke parkt und darauf hofft, das sie irgendwann verdunstet.
Es hätte ausgereicht, auf die Sparschalung eine Dampfsperre anzubringen und darauf dann eine Trockenbaudecke mit Direktabhängern zu montieren.
Jetzt müssen Sie wieder einen Einschub mit Rieselschutz montieren, darauf eine Schüttung einbauen (in diesem Fall wäre eine mineralische Dämmschüttung vorzuziehen)und unten eine Dampfsperre an die Deckenunterseite bringen.
Dann die Trockenbaudecke.
Mein Bad ist auch so aufgebaut und mit Mineralwolle gedämmt. Das funktioniert seit über 15 Jahren problemlos. Ich habe 2 Fenster im Bad die ich auch benutze.

Viele Grüße



Dampfgesperre



Hallo Kathrin,

Bei der Nutzung eines Bades kann sehr viel Feuchtigkeit entstehen, je nach Nutzungsverhalten unterschiedlich viel. Habe Aufgrund meiner Tätigkeit als Gutachter für Schäden an historischen Hausgefügen schon einige Feuchträume gesehen und beurteilt. Am besten Funktionieren Feuchträume mit hohem Lehmanteil (min. 2/3), also nur Dusche, Badewannenbereich und Waschbecken verfliesen, vielleicht noch Toilette oder im sitzen Pinkeln, denn der Lehm puffert die Feuchtigkeitsspitzen wunderbar ab und sorgt damit für gar nicht erst große Feuchtigkeitsmengen in Decken/Boden/Wandkonstruktionen. Sonst ohne Sperren oder Bremsen arbeiten. Übrigens OSB-Platten sind wegen ihrem hohen Leimanteils bereits als Dampfsperren anzusehen. Also kann auf weitere Sperrmaterialien verzichtet werden(aber Stöße verleimen). Hier kommt es allerdigs zu einer völlig anderen Feuchtigkeitsverteilung. Die Feuchte Luft wird dann verstärkt über andere Bauteile (Wände, angrenzende Räume, Fußboden ausgeglichen. Decken zeigen nur Probleme wenn sie sehr Kalt sind (Kondenswasserbildung), dann gibts Schimmelbildung. Bei Decken mit ordentlich Speichermasse, z.B. mit Sand, Lehm, oder sonst einer Schüttung gibts keine Probleme. Bei Sperren im Deckenbereich kommt es häufig zu Probelmen an Anschlüssen an Wänden, Deckenbalken etc. durch Konvektion, dies kann man durch Dampfdiffusionsoffene aber vor allem durch kapillaroffene Baumaterialien zum baufreundlichen Maß bringen. Wichtig ist natürlich auch, wie Ing. Büro Böttcher sagt ein verantwortungsvolles Lüften. Am besten Bereits während der Nutzung der Dusche und Wanne (Beim Zähneputzen etc. ist´s wohl egal.
Habt ihr denn den Bodenaufbau auch berücksichtigt. Die meisten Mängel an Feuchträumen auf Holzbalkendecken finde ich hier. Da sind Schimmelpilze und Schwämme in ihren unterschiedlichen Facetten sehr häufig und richten langfristig einen großen Schaden an. Schon mal von funktionierenden Fußbodenaufbauten auf Holzbalkendecken gehört? Hab schon Badezimmer im Wert von 40000€ nach ca. 5 Jahren wieder ausbauen lassen müssen, da durch den Feuchtigkeitsdurchlässigen Fliesenboden und weiteren Bodenaufbau sich ein Hausschwamm angesiedelt hat und die Grundlage (Deckenbalken) des Badezimmers aufgezehrt hat. Hier würde ich meine Prioritäten setzen und sonst Speichermasse, kapillarwirksame Baumaterialien, angemessene Lüftung etc. etc. pp.



Baddecke



Vielen Dank für die Antworten
Herrn Böttger:
Die alte Zimmerdecke mußte entfernt werden ,da der Putz sich bereits großflächig abgelöst hatte und die restliche noch vohandene Sandschüttung durchrieselte.
Bei dem Bad handelt sich um ein zweites Bad mit Toilette und Dusche. Der Raum hat ein großes Fenster, so daß dem ausreichendem Lüften nichts entgegensteht.
Herrn Emzet,
Die Ausstattung des Bades hinsichtlich Fliesen haben wir wie von Ihnen geschildert, geplant. Allerdings wollten wir für die fliesenfreien Bereiche einen Kalk-Rollputz (Alpenkalk)verwenden. Für einen Lehmputz müßte sicherlich der alte vorhandene Kalk-Sand-Putz erst abgeschlagen werden. oder?
Der Boden wird nicht gefliest,sondern mit Verlegeplatten und Linolium aufgebaut.
Nochmals Danke für die Hilfe
Viele Grüße