Badsanierung

26.09.2008 gonzinho1966



Hallo zusammen. Ich habe gerade ein altes Bauernhaus gekauft, wo der Vorbesitzer so gut wie alle Räume bis auf das Bad renoviert hat. Hier schließen sich eigentlich schon viele Fragen an, aber in diesem Beitrag geht es alleine um das auf jeden Fall zu renovierende Bad. Ich bin leider absoluter Laie und habe "nur" einige Kumpels aus der handwerklichen Zunft zur Seite, die auch selbst alte Häuser saniert haben. Auf deren Rat wollte ich mich eigentlich völlig verlassen. Nachdem ich jetzt so vieles über Fehler bei der Sanierung gelesen habe, bin ich völlig verunsichert.

Ich schildere die Situation mal so gut es geht (könnte morgen gerne auch noch ein paar Bilder dazu reinstellen).

An der Wand und an der Decke waren so eine Art Schilfmatte als Verkleidung an die Wand (auf den Putz) und an die Decke (direkt auf die Lehm/Stroh-Füllung zwischen den Balken) genagelt gewesen. Diese Matten habe ich alle runtergerissen. Boden und Duschenseitenwände sind Spanplatten, die mit Linoleum belegt waren. Eine Bodenspanplatte ist dunkel gefärbt (wahrscheinlich durch eingedrungenes Wasser). Die Decke ist recht bröckelig. Wenn man einmal kräftig dagegenschlagen würde, käme die Hälfte wahrscheinlich runtergestürzt. Zusätzlich ist auf ca. einem qm ein schwarzer gepunkteter Belag (Schimmel?). Evtl. eine Folge der mangelnden "Atmung", da der Dachboden über dem Bad (dieses ist im ersten Stock) mit weißer Farbe gestrichen ist?

Nun zu meinen eigentlichen Fragen: soll ich der Empfehlung des Stuckateurs, der die Decke machen wird folgen und die "befallene" Deckenfüllung komplett rausnehmen? Wenn ja, wird die neue Decke dann einfach unter die Deckenbalken angebracht und gar keine neue Füllung verwendet? Oder soll der Schimmelbefall (wenn es welcher ist) nur behandelt, die Füllung aber dringelassen werden? Könnte man unter die bröckelige Füllung eigentlich eine Decke anbringen?

Was mache ich mit dem Fußboden: die alten Spanplatten wohl raus. Was kann dann drauf? Wollte eigentlich einen Holzboden reinlegen. Was muß ich bzgl. Entlüftung/Feuchtigkeit im Bad beachten? Könnte die "Abdichtung" durch die Farbe auf dem Dachboden auch weiterhin ein Problem sein? Muß der Boden nach unten auch komplett abgedichtet sein, so daß gar kein Wasser eindringen kann/darf? Ist der Vorschlag des Sanitär-Mannes in Ordnung, eine ständige Entfeuchtungsanlage (habe was von Wärmetauscher in Erinnerung) einzubauen? Das Bad hat nämlich kein Fenster.

Ihr seht, viele Fragen .........

Würde mich sehr über Antworten freuen
Markus

P.S.: oder kennt Ihr eine "Koryphäe" in meiner Nähe?





Also die Schimmelbefallene Füllung muß ausgetauscht werden. Dein Stuckateur hat also recht!
Wenn das Bad kein Fenster hat muß eine wie auch immer geartete Entfeuchtungsanlage(Zwangslüftung etc.) her. Insofern hat der Installateur auch recht!
Die Auskünfte bzw. Empfehlungen von deinen Handwerkern sind bisher vertrauenserweckend.

Zur Frage des Holz- Fußbodenaufbaues werden hier sicher noch kompetente Empfehlungen kommen.

gruß jens



kleine Ergänzung: die Ursache der Schimmelbildung



muß dringend erkannt und beseitigt werden. Spanplatten sind m.E. in einem unbelüfteten Bad die falschen Baustoffe.





Ich komme soeben von einer ersten "Säuberungsaktion" zurück. Habe den restlichen Putz, der unter die Lehmfüllung auf die Decke aufgetragen war, runtergemacht. Die schwarz befallenen Stellen sind von der Fläche nicht sehr groß und gehen auch nicht tief in den Lehm rein. Es läßt sich ganz leicht durch Abkratzen einer dünnen Schicht beseitigen. Auch ein darunter liegender Holzbalken ist so gut wie nicht betroffen. Wäre das Abkratzen nicht ausreichend, evtl. mit einer chemischen oder biologischen Nachbehandlung verbunden?





Das Abkratzen der Oberflächennahen Schicht in Verbindung mit dem Aufsprühen eines Sporenvernichters kann ausreichen.
Vorausgesetzt es wird nicht mehr feucht!!

gruß jens





Hört sich seeeehr gut an :-))

Danke für Eure Infos



Wenn



das Bad eh komplett neu aufgebaut wird, dann gleich richtig.
Dazu ein paar Grundsätze beachten, und dann in die Detailplanung gehen, und dann erst loslegen.
Grundsätzliches: Keine Gipsbaustoffe im Bad oder anderen Nassräumen.
Fussboden komplett und Wände im Dusch- und Wannenbereich benötigen eine Wasserdichte Ebene. Fliesen und Siliconfugen sind nicht wasserdicht!!
Holzfussboden ist mit dem richtigen Holz und dem richtigen Aufbau ebenfalls machbar.
Eventuell erforderliche Dampfbremsen oder -sperren berücksichtigen.
Hervorragend geeignet fürs Bad sind kalkbasierte Materialien. Putze, Farben, Tadelakt.
Und ohne Fenster muss eine Zwangsbelüftung erfolgen, und da machts schon Sinn, eine Anlage mit Wärmetauscher(-rückgewinnung) zu installieren, das reduziert die Wärmeverluste.
So, und nu viel Spass ;-)))
MfG
dasMaurer