Ziegeldecke mit oder ohne Aufbeton? und welcher Aufbau oben drauf?

25.10.2012



Hallo wertes Forum, nachdem die ersten Arbeiten an meinem Haus (1950, teilunterkellert) erledigt sind komme ich nun zum Bodenaufbau im unterkellerten Bereich.

Die alte Holzbalkendecke wurde entfernt, da die Balken und die Dielen hinüber waren. Wegen div. Vorteilen soll im EG eine Ziegeldecke (Filigrandecke) verbaut werden.

Derzeit hadere ich mit der Entscheidung eine 21+0 Ziegeldecke zu nehmen oder eine 18+3 (also mit 3cm Aufbeton).

Da mir der weitere Aufbau bei Ziegeldecken momentan nicht ganz klar ist wollte ich mich mal erkundigen was empfohlen wird und wie es oberhalb weitergeht. :)

Es wird keine Fußbodenheizung verbaut unter der Decke ist ein Keller, später sollen mal Dielen verlegt werden oder ggf. Laminat.

Meine Frage:

1. Brauche ich auch bei einer 21+0 Ziegeldecke eine Schicht Estrich zum Ausgleich? Sollte ich in dem Fall nicht besser eine 18+3 Decke nehmen?

2. Wie sieht es mit Dämmung aus? Die Ziegeldecken haben rel. gute U-Werte, weshalb ich mir nicht sicher bin, ob es überhaupt nötig ist noch eine zusätzliche Dämmung einzubauen.

Kurzum: Wie sollte der weitere Aufbau erfolgen?

Besten Dank für jede Rückmeldung.



was



sagt denn Dein Planer dazu. Ich persönlich würde wohl erher auf 3 cm Aufbeton ausweichen, um in der Bauphase eine feste Lauffläche zu haben. Zum Fußbodenaufbau sollte es aber eine genauen Plan geben - 6 bis 10 cm Dämmung ergeben ja auch eine entsprechend geänderte Nutzhöhe im Keller !
Die Wärmedämmung ist ja nur im bereich der Füllkörper - die Betonrippen leiten die Wärme gut in den Keller ab.



Filigrandecke



Hallo Michael,
von mir noch als Ergänzung:
Sie sollten bedenken das der Aufbeton nicht wie ein Estrich aussieht, fertigungsbedingt müssen Sie mit Höhen- und Ebenheitsdifferenzen im cm- Bereich rechnen. Das gilt auch für die Decke ohne Aufbeton.
Ohne Aufbeton haben Sie durchgehende Stoßfugen bei den Füllkörpern. Eine Deckenbekleidung der Unterseite sollten Sie deshalb in jedem Fall mit einplanen, entweder durch einen Deckenputz oder eine Dämmung (wenn es mit der Höhe Probleme geben sollte kann man die Dämmung auch an der Deckenunterseite platzieren).

Viele Grüße



Filigrandecke



Hallo Michael,
von mir noch als Ergänzung:
Sie sollten bedenken das der Aufbeton nicht wie ein Estrich aussieht, fertigungsbedingt müssen Sie mit Höhen- und Ebenheitsdifferenzen im cm- Bereich rechnen. Das gilt auch für die Decke ohne Aufbeton.
Ohne Aufbeton haben Sie durchgehende Stoßfugen bei den Füllkörpern. Eine Deckenbekleidung der Unterseite sollten Sie deshalb in jedem Fall mit einplanen, entweder durch einen Deckenputz oder eine Dämmung (wenn es mit der Höhe Probleme geben sollte kann man die Dämmung auch an der Deckenunterseite platzieren).

Viele Grüße



@Olaf:



Das Problem mit der Lauffläche sehe ich nicht unbedingt, da auch bei Decken ohne Aufbeton der Spalt oberhalb der Träger ausbetoniert wird (zumindest bei den mir bekannten Systemen von Wienerberger und Leitl).





So ist es, der "Spalt" zwischen den Ziegeln wird bei den Decken ohne Aufbeton geschlossen. (betoniert).

Ich tendiere also eher zu den 21+0 da oben sowieso eine Dämmung und Estrich drauf kommt.

Ob die Dämmung auch unten angebracht werden kann muss ich noch prüfen.

Danke an alle, dieses Forum ist eine Freude! Weiter so! :)



Nachtrag



@ Kellergassenkatze ?? - der Spalt oberhalb der Träger ??
der Träger als statisches Element wird betoniert, aber wo soll da ein "Spalt" sein.

@ Michael: Wie GB schon scheibt, ist ein "Aufbeton" von 1 cm kaum möglich - erstens trocknet er zu schnell aus oder man muß viel Wasser ausbringen und zweitens sind die Toleranzen zu unterschiedlich, als daß man auf "nur" 1 cm kommt.
Da der Betonsteg der Träger aber duchgehend ist, hat man eine Wärmebrücke. Dämmung von unten wäre ein besserer Massespeicher - aber dann auch beim Verlegen dann nicht die Randdämmung vergessen - es sei denn, es kommt noch eine Außendämmung drauf auf Häusel.
Befestigung der Dämmung von unten - Vorsicht bei notwendigen Bohrungen - ohne Schlag - Füllkörper können leicht brechen - beim Verlegen gut aussortieren (Klangprobe)!
Scheint wohl doch kein Planer beteiligt zu sein ?!



Soweit



ich das sehe, bestehen die Träger aus den Spannbeton-Unterteilen und der nach oben überstehenden Armierung. Die Steine werden so auf die Spannbetonelemente aufgelegt, dass zwischen den Steinreihen eine breite Fuge mit Bewehrung ist. Die wird dann bis zur Oberkante der Steine ausbetoniert und man hat einen mehr oder weniger ebenen und festen Boden zum Laufen.

Ob die Toleranzen einer solchen Konstruktion ausreichen um darauf gleich eine Bodenkonstruktion wie etwa Weichfaserplatten mit integrierten Lagerhölzern und Dielen zu verlegen, weiß ich nicht.



Filigrandecke



Betreffs der unterseitigen Dämmung dachte ich an Topdec Deckenlamellen. Die werden einfach aufgeklebt.
Ich meinte die Stoß!fuge zwischen den Ziegeln und nicht die Fuge zum Träger.

Viele Grüße





Zitat: Ob die Toleranzen einer solchen Konstruktion ausreichen um darauf gleich eine Bodenkonstruktion wie etwa Weichfaserplatten mit integrierten Lagerhölzern und Dielen zu verlegen, weiß ich nicht.

Diese Frage interessiert mich, vllt. hat jemand dazu noch einen Tipp.

@ Herr Böttger: Danke für den Tipp mit den Lamellen.
@ Olaf aus Sachsen: Dir auch vielen Dank, 1cm Aufbeton sollte ja auch nicht verbaut werden. ;)



Ich würde...



als Zusatzleistung zum Aufbeton das waagerechte Nivellieren (Fließestrich oder spachteln) mit beauftragen, darauf eine Sperrschicht, und dann eine Kombination aus Lagerhölzern und Holzweichfaserplatten. Mit 50mm HWPL und 22mm Dielung (oder 28) haben sie einen grundsoliden Aufbau. Ist mehr Aufbauhöhe vorhanden, sollte die Holzweichfaserplatte stärker gewählt werden.

Grüße

Thomas



die



Toleranzen reichen nicht !
allein die Ziegel der Gitterträger liegen nicht Plan, so daß die Füllkörper keine gleiche Auflagerhöhe haben. Außerdem wird die Decke je nach Spannweite mit Stich verlegt - das bedingt unterschiedliche Estrichstärken - soll auch nicht sein. Und das Ausgießen der Gitterträger führ zu Schwundrissen - ein Aufbeton (Zementestrich mit Lehren) schafft da verlässliche Abhilfe.
Wenn unten Dämmung nur geklebt wird und oben kein Estrich kommt - ist das die ideale Wanderstrecke für jedes "Viehzeug" zwischen Keller und Wohnzimmer durch die offenen Stoßfugen der Füllkörper.
Nebenbei werden die Füllkörper noch an dden Aufbeton"angeklebt", falls später doch einmal einer in sich bricht (es ist halt nur ein großer Ziegel - ich habe noch ein paar gebrochene Füllkörper zur Beschwerung auf meinen Abdeckblechen liegen ... )





Vielen Dank Herr Böhme für den vorgeschlagenen Aufbau, und auch an Olaf für die einleuchtende und nachvollziehbare Erläuterung.