zu geringe Deckenhöhe im Fachwerkhaus

10.11.2002



Hallo Leute,
ich überlege ein um 1700 erbautes Bauernfachwerkhaus zu erwerben. Bei der ersten Besichtigung musste ich feststellen, das die Räume sehr niedrig sind ca. (1.90 bis 2.10m). Das Haus verfügt aber über einen sehr hohen Dachboden der damals als Strohlager diente. Die alten Decken sind nicht mehr die Besten und ich überlege sie komplett rauszureißen und Betondecken einzuziehen. Ist das sinnvoll oder sollte man bei Holzfußböden bleiben.
Wer kann mir Tipps oder Empfehlungen geben wie man am besten die Decken anheben kann, ohne den Dachstuhl selber anheben zu müssen. Danke für eure Tipps . Gruß

Olaf





hallo herr quittmann,
warum gleich mit kanonen auf spatzen schiessen;
wir würden empfehlen, ihre holzbalkendecken erst einmal von einem sach- u. fachkundigen fachmann besichtigen zu lassen; sollte sich dann herausstellen, dass ein teil der Decke ausgetauscht werden muss, dann natürlich mit den gleichen materialien, wie vorhanden;
die geringen raumhöhen sind unter anderem doch auch der reiz solcher häuser;
bezügl. des von ihnen erwähnten strohbodens lässt sich sicherlich ein konzept erarbeiten, diesen mit zu integrieren;
möchten sie aber dennoch betondecken einziehen, um auch eine größere Raumhöhe zu erzielen (haben wir auch schon gemacht - brandschutz- u. statische Auflagen durch nutzungsänderung), muss auf jedenfall ein Statiker hinzugezogen werden, der die lastabtragung dieser neuen decke berechnet;
hoffe ihnen etwas weitergeholfen zu haben, grüsse aus unterfranken



Deckenhöhen



An das Dachtragwerk ranzugehen, kann eine kostspielige Sache werden. Dabei würde das statische System des Daches verändert werden. Ein Statiker in Verbindung mit einem Architekten helfen da weiter, auch wenn es sich kostenintensiv anhört. Wie sieht es denn mit dem Fussboden im EG (wenn das Gebäude eingeschossig sein sollte) aus, vielleicht ist da noch etwas zu machen?! Von der Variante der Betondecken halte ich wenig, weil mehr Masse in die Wände eingeleitet werden muss, welches den Aufwand der Sanierung deutlich erhöht.



Deckenhöhen



Deckenbalken sind meistens Zugbalken für die Dachsparren. Die Zugwirkung muss dabei erhalten bleiben. Mit eine wenig Phantasie lassen sich auch andere Konzepte ausarbeiten als Decken abbauen. Vielleicht kann man im EG etwas machen, z.B wenn die Schwellen erneuert werden müssen. Dies hängt vom Umfeld, von der Beschaffenheit des Sockels, die aufsteigende Feuchtigkeit, die vorhandene Fachwergefüge, etc.
Man kann auch den Einschub zwischen den Balken weg nehmen, die Balken frei legen und den Dachboden auf den Balken aufbauen. Aber so etwas kann man nicht durch e-mail festlegen und sollte örtlich begutachtet werden.
M.f.G.
J.E.Hamesse





Moin, Moin Herr Quittmann !

Ich werde bei mir ebenfalls teilweise Betondecken
reinziehen, (Ob richtig oder falsch darüber kann man streiten !) da bei mir der Deckenaufbau im
ehemaligen Wohnbereich durch Befall stark geschädigt ist und auch die Raumhöhe nicht mehr
ausreichen würde wenn der Estrich mal drinne ist.
Wir machen das so, das das Dach durch Stützen groß
zügig abgestützt wird. Dann schneiden wir das Holz raus und untermauern die Balken.

MfG

Uwe Ehmke



Danke für die Infos



Ich bin gestern erstmalig über eure Homepage gestolpert und war beeindruckt. Gleich habe ich losgelegt und meine Fragen formuliert. Prompt habe ich heute 6 Antworten. Echt super. Nur weiter so. Ich werde (sofern mein Projekt Wirklichkeit wird) über den Fortschritt berichten und bin sicher das dann noch eine Menge Fragen auftauchen. Bis dahin alles Gute.

Gruß
aus Iserloh Olaf



Stahlbetondecke



Hallo,

bei der Stahlbetondecke ergeben sich mehrere Probleme:
Nach DIN 1055 "wiegt" eine reine Stahlbetondecke 25 kN/m^3. Wenn ich das hier mal über den Daumen richtig abschätze, komme ich für eine (z.B.) 20 cm starke StB-Decke auf 5 kN/m^2. Nach EC2 bzw. DIN 1045 (neu!!) liegt der Sicherheitsbeiwert bei 1,35. Hinzu kommen aber noch der schwimmende Estrich (Sicherheitsbeiwert ebenfalls 1,35) und die veränderliche Last multipliziert mit 1,5.
Unter (insgesamt) 9 bis 10 kN/m^2 läuft da nichts. Eine neue Holzkonstruktion wäre da deutlich leichter. (Holz: 6 kN/m^3*Sicherheitsbeiwert... Rest ist gleich). Es dürfte sich deshalb um pures Glück halten, wenn die vorhandenen Holzbalken ausreichend dimensioniert wären, um die Massivdecke inkl. Verkehrslast zu tragen.
Ein weiteres Problem: Wie bekommt man die Stahlmatten in das Haus? Passen sie durch die Türen/Fenster? Die Abmessungen sind 5,00*2,15 m^2 bzw. 6,00*2,15 m^2.
Sind die Matten "drin" stellt sich die Frage: Wie verankert man sie in der Wand? Ob eine Verankerung in der Wand möglich ist und wie diese konstruktiv aussehen könnte, kann man nur vor Ort entscheiden.
Last but not least: Kann man eine Schalung erstellen? Die neue gegossene Decke muss sich ja ca. 1 Monat lang auf der darunterliegenden abstützen. Hält diese das aus?

Hier bietet sich wohl die Holzbalkendecke an.

MfG

Samson

PS: Angaben ohne Gewähr und nicht zum weiterrechnen und weiterverarbeiten bestimmt.



optische Rauerhöhung....



Hallo Hr. Quittmann, Ihre Problemerkennung hinsichtlich Deckenhöhen habe ich hier in unserer schönen Oberlausitz fast in jedem Umgebindehaus. Doch bei derartiger Situation ergeben sich wirklich gravierende Probleme, wenn es um den Eingriff in die statische Konstruktion geht und ich sage dann immer, entweder Architekt/Planer oder eben nach anderen Lösungen und Möglichkeiten zu suchen und habe da auch eine hervorragende Variante gefunden. Und dazu kommt noch, das diese Lösung super ausschaut und gestalterisch sehr gut dem Gebäude entgegenkommt. Beton im Holzhaus und dann noch im OG, das wird zukunftsorientiert immer zu Problemen führen und in den darauffolgenden Jahrenzehnten zu weiteren Sanierungsaufwendungen drängen. Fachgrüße aus der OL.



Re: optische Raumerhöhung



Hallo,
wäre super wenn Sie mir kurz erläutern würden wie Ihre optische Raumerhöhung realisiert wird. Sie haben zwar gesagt Sie hätten eine super Lösung, haben aber nicht gesagt wie diese aussieht.



Offenlegung!



Es gibt manchmal so kleine Highlight's, die würde ich schon gern mit den jeweiligen Bauherren direkt besprechen, wenn auch diesbezüglich ein objektives und reales Interesse besteht. Es sollte Ihm ja dann auch wirklich weiterhelfen bzw. vielleicht eine geringe "Wirtschaftlichkeit" daraus erwachsen. Somit bin ich gern bereit, Ihnen diese Lösung direkt oder eben auch persönlich zu vermitteln. Rückkontakt gern erwünscht. Beste Grüße



Die Optik kann viel machen !!



Hallo Olaf !
Genau wie Sie habe auch dieses "Problem" gehabt: Ein 200 Jahre altes Haus bei 1,90m Körperlänge, dazu waren unsere Deckenbalken noch komplett vertäfelt... Wir haben das folgendermaßen gelöst: Befreien und Entkernen Sie so viel Fachwerk im Innern wie es geht, das schafft Platz und Licht. Unnötige Vertäfelungen entfernen, Balken Freilegen und die Zwischenräume z.B. mit Rigips beplanken und verputzen. Ein heller Bodenbelag (bei uns ist es Birken-Parkett) und helle Wände tun ihr übriges dazu ! Als kleines Beispiel können Sie ja mal diesem Link folgen: www.starcollagen.de/diele.jpg ! Habe ich eigens für Sie ins Netz gestellt, da ich denke das es ein gutes Beispiel für Ihren "Fall" abgibt. Eine Anmerkung zu meinem "Problem" mit der Raumhöhe: Ich wohne und arbeite jetzt ein knappes Jahr in unserem Haus und ich fühle mich jeden Tag wohler !!!
Viele Grüße und gutes Gelingen,

STEFAN