KfW- Standard Darlehen für Modernisierugnsmaßnahmen (Beleihungsgrenze?)

02.12.2006 Guido Lü



Ich habe in dieser Woche ein Kaufangebot für ein 100 Jahre altes Fachwerkhaus abgegeben. Der Kaufpreis ist relativ niedrig, die Renovierungskosten relativ hoch.

Bevor ich mit meiner Bank konkret verhandele, habe ich mich über KFW-Darlehen informiert, vor allem, weil die KfW-Darlehen über die eigene Bank oder Sparkasse abgewickelt werden müssen und die meisten Banken ja zunächst ihre eigenen Produkte an den Mann bringen wollen.

Eines ist mir aber noch nicht so ganz klar:

- kann ich Bankdarlehen für den Kauf und
- KfW- Darlehen für Renovierungs/Modernieiserngsarbeiten kombinieren?

und wie ist es dann mit den Beleihungsgrenzen? Auf der KfW-Seite habe ich gelesen, dass Sie Modernisierugnsmaßnahmen bis 100 % fördern, mich irritiert aber, dass sie schreiben, die SICHERHEITEN, wie Eintragung ins Grundbuch, müssen mit der Hausbank abklären. Kann mir jemand, der das in der Praxis mal umgesetzt hat, seine Erfahrungen und das beste Vorgehen mitteilen?



Die Alten erhalten!



Hallo Guido,

was wiehoch durch die KfW gefördert wird können Sie der Heimseite im Internetz entnehmen. Üblicherweise beantragen Sie einsolches Darlehen über die Hausbank, die werden zwar Knurren, machen es aber. Bei mir ist es die Sparkasse. Über die bekommen Sie das KfW Darlehen. Das müssen Sie aber mit den banküblichen Sicherheiten wie Hypothek und oder Lebensversicherung absichern, das müssten Sie aber sonst auch machen. Also Termin machen und mit dem Darlehenswunsch loslegen und nicht abschütteln lassen. Ggf. ist aber beimderzeitigen Zinsniveau ein Darlehen bei der Hausbank soger günstiger. Einfach fragen.


Gruß Joachim Simon



Mittwoch habe ich einen Termin bei der Bank



Am Mittwoch lasse ich das dann mal von meiner Bank checken. Die Infos werde ich hier einstellen.

Guido



Wichtig...



...ist auf jeden Fall, daß Sie sich selbst genau über die KfW-Darlehn informieren, um der Hausbank das von Ihnen gewünschte Programm genau zu benennen. Sobald eine Hausbank versucht, zu KfW-Darlehn zu beraten, wird's meist Murks. Die machen das, wie schon gesagt, nicht so gerne. Direkte Darlehn von der KfW gibt es m.W. nach nicht.

Als Alternative zur Hausbank "www.interhyp.de"

Detailfragen: Nur zu!

Gutes Gelingen

Thomas W. Böhme



Sparda-Bank Essen: Keine Berührungsängste bei KfW-Darlehen



Die Finanzierungsberatung bei o.a. Bank war hinsichtlich des Anteiles, der über KfW-Standard(Modernisierungs-)Programm abgewickelt werden sollte, kein Problem. Der Berater fragte mich sogar, warum ich kein besser verzinstes Programm auswählen wollte und wies aber gleichzeitig auf die Einhaltung der EnEv hin, die bestimmte Programme erfordern. Ferner fragte er mich, warum ich nicht einen größeren Finanzierungsanteil über KfW-Darlehen abzuwickeln gedenke, weil die Konditionen doch besser wären, als bei seiner Bank.
(Anmerkung: Alle KfW-Standard-Maßnahmen muss man durch Unternehmer-Rechnungen belegen können).
Bislang war es eine Eingangsberatung, wie das mit den Beleihungsgrenzen pp. ist, habe ich noch nicht herausgefunden, wohl aber einen aktuellen Zinsvergleich:
Hypothekendarlehen (2 Banken, eine Direktbank)10 jahre fest nominal im Schnitt ca. 4,2% Zinsen bei 100%Ausz.
KFW-Standard nominal 3,4 % Zinsen bei 10 jähr. Zinsbindung und 96% Auszahlung.

(Wie interhyp allerdings an nominal 3,7 bis 3,8 % kommen will, lieber Thomas Böhme, ist mir relativ schleierhaft, da man ja als Darlehensgeber bei jeder Sparkasse schon für mittelfristige Geldanlagen 3,5% angeboten bekommt. Ist das vielleicht ein Koppelgeschäft mit einer Versicherugn oder so?)



Betr. Finanzierungsberatung:



Wunder gibt es immer wieder...
Schön, mal von einer kompetenten Beratung zu hören.


Viel Erfolg

Thomas





Lieber Guido

es ist tatsächlich so: auch für das KfW-Darlehen werden Sicherheiten verlangt (bei mir bestand darauf die Hausbank), wobei man aber als Argument die Wertsteigerung durch Renovierungs/Sanierungsmassnahmen anbringen kann (wurde bei mir mit 60% Wert angerechnet). Und man kann die Darlehn natürlich kombinieren.

Und noch ein Tipp: erstens waren (November 2005) die Zinsen für Gebäudesanierung bei der KfW nicht niedriger als auf dem freien Markt (3.9 % eff auf 15 Jahre), und zweitens muss man auch ein KfW-Darlehen eines Tages zurückzahlen.

Viel Glück
S. Trapp



es ist nicht so schwer auseinanderzuhalten



Wenn die KfW eine Maßnahme bis 100 % fördert, ist damit der Bezug auf den Gesamtbetrag der Kosten gemeint.
Beispiele:(nur für den Modernisierungsanteil)
Kosten 50.000 € 100 % Förderung = 50.000 KfW-Darlehen
Kosten 50.000 € 60 % Förderung = 30.000 KfW-Darlehen

Im ersten Fall bräuchten Sie also keine weiteren Mittel mehr, um die Gesamtkosten zu finanzieren. Beim zweiten Fall müßten Sie aber noch 20.000 Finanzmittel anderweitig aufbringen.

Finanzierungen über die KfW laufen nach dem sog. Hausbankprinzip. Dies bedeutet, Sie können die Darlehen nicht bei der KfW direkt abwickeln, sondern benötigen dazu eine Bank (i.d.R. die Hausbank dazu)
Vorteil: Hausbank kennt Sie schon lange als Kunden, hat also gewisse Erfahrungen mit Ihnen. Nachteil (evtl.) Sie bekommen nicht die besten Konditionen am Markt, da Ihre "Treue" zum Haus bekannt ist. Dies hat sich in den letzten Jahren durch die Direktbanken aber sehr geändert. Viele Banken haben dies begriffen und bemühen sich schon um den Kunden.
Zur Orientierung, welche aktuellen Marktkonditionen gelten, schauen Sie einfach auf die Internetseiten von Direktbanken ( z. B. ING-DiBa, Baugeldvergleich oder Dr. Klein etc.)
Diese Konditionen nehmen Sie als Grundlage für die Verhandlungen mit Ihrer Bank (Hausbank?) Lassen Sie dies der Bank auch ruhig wissen, man wird Ihnen dann nicht erst höhere "Versuchszinssätze" anbieten, sondern sich gleich anstrengen, um ins Geschäft zu kommen.
Also Kreditantrag der KfW muß über eine Bank laufen.

Die 100 % beziehen sich also nur auf den Finanzanteil der KfW an den Modernisierungskosten etc......nicht auf die Beleihung

Nun zur Beleihung.

Da bei z. B. ihrem Fall die Frage des Immobilienwertes (für die Bank) schwer einzuschätzen ist, sollten Sie genaue Kostenaufstellungen (wegen der besseren Glaubwürdigkeit immer durch Fachleute Archi, Handwerker etc.) vorlegen.

Dies ist auch wichtig für die Bank, welche den Kaufpreis, bzw. die noch benötigten Modernisierungskosten etc. finanzieren soll.

Im Idealfall ist dann der Immobilienwert der Kaufpreis (falls die Bank nicht davon ausgeht, der Preis wäre zu hoch) .....plus die Modernisierungskosten.

Beispiel:

Kaufpreis 50.000 Euro
Mod.Kosten 50.000 Euro

Wert der Immobilie (einfach dargestellt) 100.000 Euro

Wenn die Bank dies auch so sieht (und Sie es entsprechend nachgewiesen haben) ist dieser Betrag die Basis für die sog. Beleihungsgrenzen.

Hoffe, es war jetzt nicht zu verwirrend

mfG

Alfred Witzgall