Dampfbremse im Badezimmer bei Holzbalkendecke ?

01.01.2016



Sehr geehrte Experten,

in unserem Haus (Baujahr 1951) bin ich derzeit mit dem Ausbau des Familienbades im OG beschäftigt. Das Bad verfügt bis etwa zur Hälfte des Raumes über eine 45°-Dachschräge, welche wir mit einer Zwischensparrendämmung (200 mm Holzweichfaser) gedämmt haben. Die Dampbremse schließt nach oben hin an der Mittelpfette des Daches ab. Ab da kommt dann die Holzbalkendecke mit Schüttung und Dielen zum unbewohnten Dachboden hin, der nicht beheizt wird, bei dem die Dachschrägen jedoch auf gleiche Weise wie im Bad gedämmt werden. Die Decke im Bad möchten wir abhängen und mit Einbaustrahlern versehen. Benötige ich eine Dampfbremse und wenn ja, warum und wie bringe ich diese an ohne diese durch die Direktabhänger zu beschädigen? Vielen Dank für Ihre Antwortn.



Luftdichtheitsebene



Ob Sie tatsächlich eine Dampfbremse benötigen hängt von dem weiteren Aufbau nach Außen hin ab. Was kommt oberhalb der Wärmedämmung?
Die innere Ebene muss in jedem Falle als Luftdichtheitsebene funktionieren. Der Feuchteeintrag über Konvektion ist bedeutend größer als durch die Dampfdiffusion. In vielen Fällen reicht es aus auf der Innenseite eine verstärkte Pappe einzubauen, wie z.B. die db-plus von pro clima.
Die Anbringung der Abhänger ist kein Problem, solange sie die die Folie nur an den Abhängern direkt in die Balken durchbohren. Sinnvoller wäre es unter die Luftdichtheitsebene Sparschalung anzubringen (damit die Folie/ Pappe zusätzlich gesichert ist), und daran die Abhänger anzubringen.



Zum Aufbau...



der Dachschrägen von Innen nach Außen:
GK-Platten, Lattung, Dampfbremse (Proclima Intello), 200 mm Sparren mit Holzweichfaserdämmung dazwischen, Unterspannbahn, Lattung, Ziegel.

Oberhalb des Bades befindet sich der auf gleiche Weise gedämmte, jedoch unbheizte, Dachspitz. Ist hier Kondensation in der Holzbalkendecke zu befürchten oder wird der Dachspitz durch die aufsteigende Wärme der darunter befindlichen Räume "mitgeheizt"?



unbeheizte Pufferzonen...



... sind energetisch interessant, leider bauphysikalisch nicht ganz ohne. Gerade im Anschluss an ein Bad.

Der unbeheizte Raum bekommt wahrscheinlich etwas warme / Feuchte Luft aus dem Innenraum, hat aber ohne eigene Heizung eine tiefere Temperatur. Bei unserem Abstellraum haben wir so ca. 13°, 65% RH - wenn es höher ginge müsste ich einen Entfeuchter aufstellen.

Ich würde also auf jeden Fall für einen guten Abschluss zum Bad sorgen. Oder nach oben öffnen, entweder als Luftraum oder als Schlaf- / Spielgalerie. Die baurechtlichen Fragen müsste ein ortsansässiger Planer beantworten.

Einbaustrahler am besten mit LED, wird nicht ganz so heiss wie Halogen. Niederspannungssystem lohnt sich m.E. nicht, die separaten Trafos müssen irgendwo untergebracht werden und haben auch Verluste. 230V GU10 LEDs funktionieren gut. Wir haben als Strahler Delta Light Circle verbaut.



Anders gefragt...



Kann ich mir durch den Einsatz der Klimamembran auch Nachteile einhandeln oder gehe ich damit auf Nummer Sicher?

Es handelt sich um eine Fläche von etwa 3 x 3 m. Da ich das Material sowieso schon habe, würde ich diese an die Dampbremse der Mittelpfette anschließen und von da an den Balken bzw. den Unterseiten der Einschübe (Schwartenbretter) weiterfahren und an den äußeren Rändern mit dem Mauerwerk verkleben. Die Dampfbremse würde dann an den Stellen der Abhänger durchbohrt werden. Was kann ich mir unter der von Herrn Stasch erwähnte Sparschalung vorstellen?



Dampfbremse im Bad



Sparschalung heißt, dass zB jedes zweite Brett der Schalung weggelassen wird, also Freiraum-Brett-Freiraum-Brett.
Wieviel jeweils hängt von den Notwendigkeiten ab.
Klimamembranen als feuchtevariable Dampfbremsen lassen sich auch verwenden.
Durchdringungen können auch abgeklebt oder zusätzlich unterlegt werden- es sollen dadurch nur keine Undichtigkeiten entstehen, die Konvektion zulassen.

Andreas Teich