Fachwerkfassade sinnvoll dämmen

31.05.2006



Hallo !
Auch auf die Gefahr hin, ein altes Thema totzutreten - ich habe mit der Suchfunktion nichts passendes gefunden.
Ich wollte an meinem Fachwerkhaus (um 1900) eine wärmegedämmte Fassade anbringen.
Mein "Baustofffachhändler" kann mir kein passendes System anbieten (da hat ja noch nie einer nach gefragt...).
Da ich nichts falsches auf die Fassade bringen will, versuche ich mich im Netz schlau zu machen. Aber so richtig finde ich eigentlich nichts.
Hier mal mein aktueller Wissensstand: hinterlüftetes System notwendig, kein Styropor (wegen der Diffusion), mit Dampfbremse usw., zwei Lattungen zur thermischen Trennung.
Eigentlich hatte ich gehofft, einen Hersteller eines erprobten Systems zu finden. Aber offentsichtlich wird das Rad bei jeder Sanierung neu erfunden.

Meine Frage an das Forum:
Gibt es bewährte Komponentenzusammenstellungen, die mir zum einen die Sicherheit geben, mein Haus nicht kaputtzusanieren, zum anderen natürlich einen gewissen Spareffekt bei den Heizkosten bringen.

Ich tendiere stark zu einem hinterlüfteten Fassadenbehang mit einer beliebigen Oberfläche (die für die Funktion eigentlich auch keine Rolle spielen sollte). Damit könnte ich das unterliegende System beliebig aufbauen.

Viele Grüße
aus dem Weserbergland
Steffen



Fassadendämmung mit Hanfmatten



wäre eine machbare Problemlösung. Das funtioniert wie folgt:
-Montagehölzer d=8cm im Abstand von ca 61 cm aufs Fachwerk montieren
-Zwischenraum mit Hanfmatten füllen (klemmen)
-mit Fixierhilfe durch Dachlatten (die Latten bilden gleichzeitig die Hinterlüftung) ein Dampfbremspapier aufbringen
- Holzverschalung montieren (am besten Boden-Deckelschalung)
weitere Detailinfos mit entsprechenden Zeichnung finden sie z.B. auf unserer homepage: www.texbis.de



Warum nicht die Dampfbremse direkt neben die Hanfmatten?



Hallo Klaus,

ich habe vor ein aehnliches Aufbau auf unsere Fassade zu machen, ich wollte aber: Fachwerk, 8cm Hanfmatten (natuerlich mit Montagehoelzer), Dampfbremse, Lattung/ Konterlattung, Holzverschalung, Schindeln.

MfG
Mat



bei Außendämmungen braucht es bauphysikalisch keine Dampfbremse



sondern ein lediglich eine "Winddichtpappe",also ein hoch diffusionsoffenes Dampfbremspapier,das direkt hinter den Hanfmatten ,durch Montagelatten festgehalten wird.



Dampfbremse !!?



Hallo Klaus ich find es nicht gut, dass du von Dampfbremsen schreibst wen Du ein Windpapier meinst. Es ist mir schon klar dass Du eine Diffusionsoffene Folie meinst. Aber im Umgang mit Laien ist es umso wichtiger die richtigen Fachausdrücke zu brauchen. Also Windpapier Sd-wert 0-1.3 / Dampfbremse Sd-wert 1.3-130 / Dampfsperre Sd-wert 130 bis unendlich. Wen denn ein Laien sich eine Folie kaufen geht und sagt er braucht eine Dampfbremse und der Verkäufer auch ein Laie ist, dann ist der Bauschaden schon fast perfekt !

Grusse Raphael



sorry, ich meinte ein Winddichtpapier, keine Dampfbremse







Erst einmal Danke für die Antworten.
Nun hat bei mir im Dorf ein Hausbesitzer den Behang von seinem Fachwerkhaus entfernt und beginnt jetzt über ein Malerbetrieb mit dem Aufbringen von Styroporplatten. Diese werden unten auf eine Schiene gesetzt und mit einem Luftspalt auf die Fassade gedübelt.
Auf Nachfrage bei dem Malerfachbetrieb handelt es sich um ganz normales Dämmungsstyropor, welches durch den Luftspalt angeblich für Fachwerkhäuser geeignet sei.
Kann das denn sein? Hat jemand Erfahrung damit?



Man kann Fachwerk auch mit Gewalt kaputtmachen . . .



alles nur eine Frage der Zeit.
Der Aufbau mit einem Wärmedämmverbundsystem auf das Fachwerk wird mittelfristig zur Zerstörung der Fachwerkhölzer führen.
Fachwerk erfordert einen diffusionsoffenen Aufbau, damit die Hölzer trocken bleiben können und die Feuchte aus der Raumluft wieder abgeben können. Ansonsten werden sich bald die ersten Schädlinge (Pilze, Schwamm, etc.) einfinden.